Guarda GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Guardaf zu vermeiden.
Guarda
Wappen von Guarda
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Innw
Kreis: Suot Tasna
Gemeinde: Scuoli2
Postleitzahl: 7545
Koordinaten: 807145 / 18407346.775610.15141653Koordinaten: 46° 46′ 32″ N, 10° 9′ 5″ O; CH1903: 807145 / 184073
Höhe: 1'653 m ü. M.
Fläche: 31.42 km²
Einwohner: 161 (31. Dezember 2013)
Einwohnerdichte: 5 Einw. pro km²
Website: www.guarda.ch
Guarda GR

Guarda GR

Karte
Guarda GR (Schweiz)
Guarda GR
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Guarda ( [ˈgu̯ardɐ]?/i) ist ein Dorf in der Gemeinde Scuol, die im Kreis Sur Tasna im Bezirk Inn des Schweizer Kantons Graubünden liegt. In Guarda wird Rätoromanisch gesprochen.

Bis am 31. Dezember 2014 war Guarda eine eigenständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 wurde Guarda mit den vier Gemeinden Ardez, Ftan, Sent und Tarasp in die Gemeinde Scuol fusioniert.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015

Guarda besteht aus etwa siebzig Häusern und liegt auf einer sonnigen Terrasse auf der Nordseite des Inntales auf einer Höhe von 1'650 m. Durch seine Lage ist das Dorf ein guter Ausgangsort für Wanderungen in die Umgebung und ein beliebtes Ausflugsziel der Touristen. Der Bahnhof von Guarda liegt 40 Fussminuten unterhalb auf 1'431 m, direkt neben der zugehörigen Fraktion Giarsun.

Geschichte[Bearbeiten]

Guarda wird erstmals 1160 urkundlich als Warda erwähnt. Heute ist das Dorf zunehmend vom Aussterben bedroht; immer mehr Bewohner ziehen in grössere Ortschaften oder in die Städte. So gab es in Guarda 1930 noch 38 landwirtschaftliche Vollbetriebe, 1984 waren es nur noch 18. Die Primarschule schloss 2005. Die Post hat noch für eine Stunde täglich geöffnet, und noch gibt es einen Dorfladen.

Von 1939 bis 1945 restaurierte der Bündner Heimatschutz in einem grossangelegten Projekt an die 30 Häuser des Dorfes.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zwischen 1850 und 1860, 1888 und 1920 und 1930-1980 kam es zu drei Abwanderungswellen im Ort. Die Leute wanderten auf der Suche nach einem besseren Leben und Arbeit in die Industriezentren und Touristenorte ab. Deshalb sank die Bevölkerung in diesen 130 Jahren um mehr als die Hälfte (1850-1980:-52 %) von 280 auf 134 Personen. Seither wächst sie wieder recht stark (1980-2005:+36 %)- liegt aber dennoch mit rund hundert Personen unter dem Stand von 1850.

Sprachen[Bearbeiten]

Das bündnerromanische Idiom Vallader wird bis heute von einer Mehrheit der Bevölkerung als Alltagssprache verwendet. Bis 1980 war die Einwohnerschaft fast gänzlich romanischsprachig (1880 96 %, 1900 99 %, 1941 91 % und 1980 90 %). Durch Sprachwechsel der Einheimischen und deutschsprachigen Zuwanderern verlor das Romanische besonders in den letzten zwanzig Jahren gegenüber dem Deutschen an Boden - trotz Unterstützung von Gemeinde und Schule. 1990 gaben 91 % und 2000 79 % der Einwohnerschaft Romanischkenntnisse an. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle an:

Sprachen in Guarda
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 9 6,72 % 42 25,45 % 44 30,56 %
Rätoromanisch 121 90,30 % 119 72,12 % 90 62,50 %
Einwohner 134 100 % 165 100 % 144 100 %

Nebst Romanisch und Deutsch gehörte im Jahr 2000 Französisch mit 2,78 % Anteil zu den drei häufigst verwendeten Sprachen.

Religion und Konfessionen[Bearbeiten]

Im Jahre 1529 traten die Bewohner des Ortes zur protestantischen Lehre über.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 182 Bewohnern waren 163 Schweizer Staatsangehörige.

Verkehr[Bearbeiten]

Guarda hat einen eigenen Bahnhof, der allerdings nicht im Dorfzentrum liegt, sondern unterhalb an der Hauptstrasse 27 bei der Fraktion Giarsun. Der Ort wird mit dem Bahnhof durch eine Buslinie und einen steilen Fussweg verbunden. Die Züge der Rhätischen Bahn halten in Guarda.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sgraffito in Guarda;
Text deutsch: „Wir errichten schöne Häuser und wissen, dass wir nicht ewig bleiben; an den Ort, wo wir für immer zu bleiben hingehen, denken wir aber nur selten.“

Guarda ist als eines der am besten erhaltenen Engadiner Dörfer und dadurch sowohl architektonisch als auch geschichtlich interessant. Das Dorf besteht fast ausschliesslich aus den typischen Engadinerhäusern mit zahlreichen Sgraffiti: Haus Jecklin[1], Wohnhaus Könz[2], Wohnhaus Bart[3].

Für seine beispielhafte Pflege des Ortsbildes erhielt das Dorf 1975 den Wakkerpreis.

Guarda ist der Schauplatz des bekannten Kinderbuches Schellenursli, welches von Selina Chönz geschrieben und von Alois Carigiet illustriert wurde. Selina Chönz' Sohn, der Maler Steivan Liun Könz, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Guarda.

Sehenswert im Dorfkern ist die reformierte Kirche. In Giarsun merkwürdig ist ein prähistorischer Steinwall[4]

In der Tradition der Übernamen der Engadiner Dörfer heissen die Einwohner Guardas ils speculants (deutsch «die Spekulanten»).

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
  • Nott Caviezel: Guarda (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 372/373 : Ser. 38). 3. korrigierte Auflage. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1993, ISBN 3-85782-372-0.
  • Simon Bundi: Graubünden und der Heimatschutz. Von der Erfindung der Heimat zur Erhaltung des Dorfes Guarda (= Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte. Bd. 26). Chur 2012, ISBN 978-3-85637-418-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guarda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haus Jecklin
  2. Wohnhaus Könz
  3. Wohnhaus Bart
  4. Prähistorischer Steinwall