Gucci

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Dieser Artikel beschreibt die Modemarke. Der Architekt gleichen Namens wird unter Santi Gucci beschrieben.
Gucci
Gucci Group NV
Logo
Rechtsform Naamloze Vennootschap
(seit 1995)
Gründung 1921
Sitz Amsterdam, Niederlande
(rechtlicher Sitz)
Cadempino, Schweiz[1]
(operativer Sitz)
Mitarbeiter 14.095 (Ende 2007)
(gesamte Gucci Group)
Umsatz 4,010 Mrd. EUR (2010)
(gesamte Gucci Group)
Branche Mode, Luxusgüter
Website www.gucci.com
Gucci Boutique auf dem Kurfürstendamm
Gucci Store in Mailand
Eingang einer Gucci Boutique in der Yorkdale Mall
Gucci Store entlang der Queen's Road in Hongkong
Gucci Boutique auf der Canton Road in Hongkong
Parfum N°. 3

GUCCI (ita. [ˈɡuttʃi]) ist eine international bekannte, italienische Mode-Marke für Damen-, Herren- und Kinder-Bekleidung sowie Accessoires im Luxusgütersegment mit weltweiten Einzelhandelsgeschäften. Die Marke Gucci bzw. die Guccio Gucci S.p.A. gehört seit 2004 vollständig zum französischen Luxusgüter-Konzern PPR / Kering, in welchem weitere Luxus-Marken vertreten sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1921 von Sattlermeister Guccio Gucci als kleine Werkstatt für Lederwaren und Gepäck in Florenz. Nach der Eröffnung weiterer Filialen in Italien lancierte Gucci 1947 – eigentlich als Notlösung aufgrund von Ressourcen-Knappheit – eine Handtasche mit Bambusgriff (Bamboo Bag), welche noch heute ein Verkaufsschlager ist. Das Unternehmen machte sich u. a. mit feinen Lederwaren und luxuriösen Handtaschen – im Design oftmals vom Pferdesport inspiriert – einen Namen.

In den Jahren nach dem Tod des Firmengründers 1953 feierte die Marke große Erfolge und expandierte weltweit. Mitte der 1960er wurde erstmals das bekannte Symbol der beiden miteinander verbundenen Steigbügel bzw. der ineinander verschlungenen „G“ (für Guccio Gucci) benutzt. In den 1970er Jahren wurde eine Bekleidungs-Linie etabliert, die erste Modenschau fand 1981 statt. Aufgrund schwerer interner Besitzstreitigkeiten der Gründerfamilie folgte jedoch in den 80er Jahren ein Verfall des Unternehmens, der 1989 zu einem 50%igen Verkauf an das US-arabische Investmentunternehmen „Investcorp International“ aus Bahrain führte. Gleichzeitig wurde die amerikanische Bergdorf Goodman-Chefeinkäuferin Dawn Mello als erstes Nicht-Mitglied der Gucci-Familie zur Chef-Designerin ernannt. Der Enkel des Firmengründers, Maurizio Gucci, verkaufte 1993, nachdem er die anderen Erben ausbezahlt hatte, die übrigen 50 % des Unternehmens an Investcorp und kam 1995 bei einem Mordanschlag ums Leben, für welchen später seine Ex-Frau Patrizia Reggiani verantwortlich gemacht wurde. Ende 1995 ging die nunmehr von der Familie losgelöste Firma Gucci an die New Yorker, Amsterdamer und Londoner Börse (SEAQ).[2] 1998 wurde der Firmensitz nach London verlegt.[3] Nach einer zwischen 1999 und 2002 vor Gericht ausgetragenen Übernahmeschlacht mit LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton gehört Gucci seit 2004 fast vollständig (99,4 %) zum Luxusgüterkonzern PPR S.A. (ehemals Pinault-Printemps-Redoute S.A.), Paris. Dieser integrierte das Label in die neu kreierte Luxussparte Gucci Group, in welcher weitere Luxus-Marken gebündelt sind. Mitte 2004 wurde demzufolge die Börsennotiz von Gucci dauerhaft eingestellt. Nach der Reorganisation folgte eine Phase des Wachstums.<Einzelnachweis?> 2010 wurde der operative Firmensitz von London nach Cadempino in der Schweiz verlegt.[4] Zum 90. Firmenjubiläum rief der Konzern im Herbst 2011 in Florenz das Gucci-Museum ins Leben, das seitdem namhafte Kunst-Ausstellungen beherbergt. [5]

Die Marke Gucci[Bearbeiten]

Zum begehrten Luxuslabel wurde die Marke Gucci erst wieder Mitte der 1990er Jahre, als der seit 1990 als Damenmode-Designer bei Gucci tätige und 1994 als Nachfolger von Dawn Mello bestellte US-amerikanische Designer Tom Ford, welcher ab 1999 auch die Prêt-à-porter-Linien von Yves Saint-Laurent entwarf, internationale Anerkennung für seine Arbeit bei Gucci erhielt. Ford verließ Gucci nach 13 Jahren im November 2003. Seine Nachfolge bei Gucci traten seine langjährigen Mitarbeiter Alessandra Facchinetti (Damen-Mode), Frida Giannini (Accessoires) und John Ray (Herren-Mode) an. 2005 übernahm Giannini zusätzlich die Position der ausscheidenden Facchinetti und 2006 auch die Aufgaben von Ray, seither ist sie alleinige Kreativ-Chefin der Marke Gucci.[6]

Die Marke Gucci bietet lediglich eine Hauptlinie, jeweils für Damen- und Herrenmode, sowie in großer Bandbreite dazugehörige Accessoires im oberen Preissegment an. Darüber hinaus werden Düfte, Brillen, Schmuck und Uhren (seit 1997) von Gucci verkauft. Seit 2011 besteht zudem eine hochpreisige Gucci-Kinderkollektion für 0- bis 8-Jährige.[7]

Gucci in Deutschland[Bearbeiten]

Im Januar 2014 gibt es in Deutschland insgesamt 12 sogenannte „Gucci-Stores“, drei davon in Berlin (KaDeWe, Kurfürstendamm, Galeries Lafayette), einen in Düsseldorf (Königsallee), zwei in Frankfurt (Goethestraße, Flughafen), drei in München (Maximilianstraße, Oberpollinger, Flughafen), einen in Köln (Mittelstraße), einen in Hamburg (Neuer Wall) und einen in Kampen/Sylt (Braderuper Weg).[8]

Gucci-Konzern[Bearbeiten]

2007 erzielte die Gucci Group einen Gesamtumsatz von 3,867 Milliarden Euro. Davon entfielen 56,3 % auf das eigentliche Gucci-Label, der Rest verteilte sich auf YSL Beauté (16,8 %), Bottega Veneta (9,5 %), das Label Yves Saint Laurent (5,7 %) sowie sonstige Marken (11,7 %). Sonstige Marken des Konzerns waren bis 2011 die Mode-Labels Alexander McQueen (seit Ende 2000), Stella McCartney (seit Anfang 2001) und Balenciaga (seit Mitte 2001), die Schuh-Marke Sergio Rossi (seit Ende 1999) sowie der Schmuck- und Uhren-Hersteller Boucheron (seit Mitte 2000). Die Marke Yves Saint-Laurent (Mode und Kosmetik) war Ende 1999 von Sanofi Beauté abgekauft worden, eine Aktienmehrheit bei Bottega Veneta wurde Anfang 2001 gesichert und der 2000 erworbene Uhrenhersteller Bédat & Co. wurde 2009 wieder abgestoßen. YSL Beauté wurde 2008 an L’Oréal verkauft. Die Lizenzrechte für die eigene Duftreihe von Gucci verwaltet die zum Procter & Gamble Konzern gehörende Wella-Tochter Cosmopolitan Cosmetics. Insgesamt beschäftigte die Gucci Group rund 14.000 Mitarbeiter. Ende 2010 betrieb das Unternehmen weltweit 317 Gucci-Stores sowie zahlreiche Boutiquen der übrigen zur Gucci Group gehörenden Marken.[9] 2011 löste Kering die Gucci Group auf. Seither ist Gucci neben den ehemals in der Gucci Group gebündelten Marken eine gleichwertige Tochtergesellschaft innerhalb des Kering-Konzerns.

Trivia[Bearbeiten]

  • Regisseur Ridley Scott kündigte 2006 eine bislang nicht verwirklichte Verfilmung der Geschichte der Gucci-Dynastie an, an der auch Angelina Jolie in der Rolle der Patrizia Reggiano beteiligt sein sollte.[10] Seit 2012 heißt es, dass Scotts Tochter Jordan die Regie des Filmes übernehme und Penelope Cruz die Hauptrolle spielen werde.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gucci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einträge im Handelsregister auf moneyhouse.ch
  2. New York Times: Gucci Group Stock Offering vom 29. September 1995
  3. London Evening Standard: Blow to London as Gucci bosses quit for Switzerland vom 8. Juni 2010
  4. Drapers: Gucci to close London office vom 8. Juni 2010
  5. Europolitan: Gucci Museum zeigt frühe Werke von Cindy Sherman vom 31. Dezember 2012
  6. Gucci: Gucci Geschichte > 2000 abgerufen am 20. Juli 2012
  7. Textilwirtschaft: Gucci-Kindermode: Total-Look für Jungs und Mädchen, 10. Juni 2010
  8. Gucci Stores in Deutschland, abgerufen am 17. Januar 2014
  9. Textilwirtschaft: Gucci eröffnet ersten Store in Rumänien, 16. März 2011
  10. Blokster.de: "Biopic: “Gucci” mit Leonardo DiCaprio und Angelina Jolie" vom 24. Oktober 2009
  11. Express: Penelope Cruz in talks to play Gucci murderess, 13. Oktober 2012