Gudrun Genest

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Gudrun Genest (links) mit Hildegard Knef in Wie es euch gefällt von William Shakespeare, Schlosspark Theater Berlin (1946)

Gudrun Genest (* 13. August 1914 in Braunschweig; † 6. Februar 2013 in Berlin[1][2]) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben[Bearbeiten]

Genest nahm in Berlin Schauspielunterricht. Sie debütierte 1931 an der Volksbühne Berlin. Es folgten Theaterengagements am Staatstheater Berlin (Spielzeit 1931/1932), an den Städtischen Bühnen Köln (1933–1942) und an der Berliner Soldatenbühne (1943–1944). Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie in Berlin Engagements am Schlosspark Theater Berlin (seit 1945) und am Schillertheater (seit 1951).

Zu ihren Bühnenrollen Anfang der 1950er Jahre in Berlin gehörten am Schlosspark Theater Berlin unter anderem: Eliante in Der Menschenfeind, Fräulein Bürstner in Der Prozeß, die Frau Leonards in Bluthochzeit (alle 1950), Amelia in Bernarda Albas Haus (1952) und Bettina Clausen in Vor Sonnenuntergang (1954).

Am Schillertheater Berlin spielte sie unter anderem Blanche Ducrez in dem Schauspiel Der Gesang im Feuerofen von Carl Zuckmayer (1951), Mathilde in der Posse Die beiden Nachtwandler von Johann Nepomuk Nestroy (1951), Ilse in Der Teufel und der liebe Gott (1952), Doña Musica in dem Schauspiel Der seidene Schuh von Paul Claudel (1952), Doña Belisa in Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie (1953), Lieschen in Faust (1954) und Ann Putnam in Hexenjagd (1954).

Darüber hinaus war Gudrun Genest ein häufiger Gast in Film- und Fernsehproduktionen. Dabei spielte sie in Literaturverfilmungen (Die Ehe des Herrn Mississippi nach Dürrenmatt), ambitionierten Kinofilmen (Semmelweis – Retter der Mütter) oder Familienserien wie als Fräulein (Ilse) Glaubrecht in Die Wicherts von nebenan.

Darüber hinaus war Gudrun Genest seit 1947 umfangreich in der Synchronisation tätig. Dabei lieh sie ihre Stimme prominenten Kolleginnen wie Jane Wyman (Das verlorene Wochenende), Maureen O’Hara (Sindbad, der Seefahrer), (Die Seeteufel von Cartagena) oder gleich zwei verschiedenen Schauspielerinnen in der Rolle von Agatha Christies Miss Marple: Helen Hayes (Das Mörderfoto, Mord mit doppeltem Boden) und Angela Lansbury (Mord im Spiegel; aber auch in Der Hofnarr und Die Zeit der Wölfe). Für den RIAS Berlin war sie auch als Sprecherin in Hörspielen tätig.

Gudrun Genest war auch die Erzählstimme in der TV-Zeichentrickserie Puschel, das Eichhorn.

Gudrun Genest war mit dem Schauspieler Aribert Wäscher verheiratet. Auch ihre Tochter Corinna Genest, die aus einer früheren Verbindung der Mutter mit Rudolf Diels stammt, und ihr Schwiegersohn Karl Schönböck sind in diesem Beruf tätig gewesen. Genest war eine Nichte des Schauspielers Hubert von Meyerinck.

Genest starb im Alter von 98 Jahren in Berlin; sie wurde auf dem Friedhof Dahlem im Urnengrab ihres Ehemannes Aribert Wäscher beigesetzt.[2]

Film und Fernsehen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich – Schweiz. De Gruyter. Berlin 1956, S. 203.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gudrun Genest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Familienanzeige im Tagesspiegel vom 10. Februar 2013, S. 15
  2. a b Gudrun Genest Vita bei steffi-line.de; abgerufen am 12. Juli 2013