Gudrun Zapf-von Hesse

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Gudrun Zapf-von Hesse (* 2. Januar 1918 in Schwerin) ist eine international bekannte deutsche Typografin und Buchbinderin. Seit 1951 ist sie mit Hermann Zapf verheiratet.

Biografie[Bearbeiten]

Nach einer Buchbinderlehre und Gesellenjahren 1937–1940 bei Otto Dorfner und ihrer Meisterprüfung 1940 arbeitete sie anschließend in einer Berliner Handbucherei. Während ihrer Lehrzeit brachte sie sich autodidaktisch das Schriftschreiben nach Büchern von Edward Johnston und Rudolf Koch bei.[1] 1941 nahm sie Schriftunterricht bei Johannes Boehland an der Meisterschule für grafisches Gewerbe in Berlin.

Von 1946 bis 1954 unterrichtete sie an der Frankfurter Städelschule das Fach Schrift; gleichzeitig (1946–1955) betrieb sie eine eigene Buchbinderwerkstatt in Frankfurt. Sie entwarf für Stempel, Berthold und URW zahlreiche Schriften, aber auch Auftraggeber in den USA wie Hallmark in Kansas City oder Bitstream in Cambridge. 1951 heiratete sie den

Sie ist in den USA bekannter als in Deutschland und wurde 1991 mit dem Frederic W. Goudy Award ausgezeichnet, der dem deutschen Gutenberg-Preis vergleichbar ist und als die höchste amerikanische Auszeichnung auf dem Gebiet der Schrift- und Buchkunst gilt. 2001 wurde ihr und ihrem Mann zu Ehren das Zapfestin San Francisco ausgerichtet und der 2. September von San Franciscos Bürgermeister Willie Brown zum Hermann and Gudrun Zapf Day ausgerufen[2][3]

Sie ist seit 1993 Mitglied der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach (seit April 2013 Ehrenmitglied). Von 1952 bis 2004 wurden ihre Entwürfe im In- und Ausland ausgestellt. Die letzte Ausstellung fand 2010 im Archiv der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach statt.[4] Seit 1972 lebt Gudrun Zapf-von Hesse mit ihrem Mann Hermann Zapf in Darmstadt.

Schriften[Bearbeiten]

Schriftmuster der Diotima und Diotima kursiv; Linotype Library GmbH
  • Diotima, 1952/53 (für Stempel)
  • Smaragd, 1953 (für Stempel)
  • Ariadne, 1954 (für Stempel)
  • Shakespeare, 1968 (für Hallmark)
  • Carmina, 1986 (für Bitstream)
  • Nofret, 1986 (für Berhold)
  • Alcuin, 1991 (für URW)
  • Christiana, 1991 (für Berhold)
  • Colombine, 1991 (für URW)

Ausstellungen und Ehrungen (unvollständig)[Bearbeiten]

  • 1948 – Städel Kunsthochschule, Frankfurt a.M.
  • 1952 – Grafiska Institutet, Stockholm (mit Hermann Zapf)
  • 1970 – Ausstellung, Klingspor-Museum, Offenbach
  • 1985 – Ausstellung, ITC-Center, New York
  • 1991 – Frederic W. Goudy Award, Rochester Institute of Technology, USA
  • 1998 – Hessische Landes- und Hochschulbibliothek, Darmstadt
  • 2001 – Ausstellung »Calligraphic Type Design in the Digital Age: An Exhibition in Honor of the Contributions of Hermann & Gudrun Zapf«, San Francisco Public Library
  • 2001 – Mills College, Oakland, Kanada

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerda Breuer, Julia Meer (Hrsg.): Women in Graphic Design, Berlin 2012, Jovis, ISBN 978-3-86859-153-8, S. 189, 591

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.schreibwerkstatt-klingspor.de/index.php/lebendiges-archiv/vitae/34-gudrun-zapf, Vitae Zapf-von Hesse, abgerufen am 15. April 2015
  2. https://guildofbookworkers.org/sites/guildofbookworkers.org/files/gbwlist/2001/08/msg00010.html Zapfest auf guildofbookworkers.org, abgerufen am 15. April 2015
  3. http://creativepro.com/dot-font-the-other-zapf/ dot-font: The Other Zapf, abgerufen am 15. April 2015
  4. http://www.schreibwerkstatt-klingspor.de/index.php/lebendiges-archiv/vitae/34-gudrun-zapf Vitae Zapf-von Hesse, abgerufen am 15. April 2015