Guido Holzknecht

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Skulptur von Josef Josephu, 1932
Urnennischen von Guido Holzknecht, Rudolf Kraus und Friedrich Knauer
Denkmal in Klosterneuburg

Guido Holzknecht (* 3. Dezember 1872 in Wien; † 30. Oktober 1931 ebenda) war ein österreichischer Arzt, Universitätsprofessor an der Universität Wien und ein Pionier der Radiologie.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Als epochal bezeichnet wird sein Lehrbuch Röntgenologische Diagnostik der Erkrankung der Brusteingeweide (1901) sowie Röntgendiagnostik des Magenkrebses (1905). Er schrieb über einen „Röntgenlichtmeßapparat“, Themen zur Strahlentherapie und ein Handbuch der allgemeinen und speziellen Röntgenkunde, es erschienen über 250 Publikationen. Nach ihm sind der Holzknecht-Raum und der Holzknecht-Löffel (ein einfaches Instrument zur Kompression des Abdomens)[1] benannt.

Holzknecht war mit Robert Kienböck Begründer der Wiener Röntgengesellschaft sowie Vorstandsmitglied und Kongresspräsident der Deutschen Röntgengesellschaft. Das Institut Holzknecht, die von ihm gegründete Röntgenschwesternschule und die Röntgentechnische Versuchsanstalt sind Bestandteil des Allgemeinen Krankenhauses Wien geblieben.

Die schädigende Wirkung der Röntgenstrahlen wurde den damaligen Pionieren erst langsam bewusst. Guido Holzknecht erkannte jedoch, dass die Schädigung der Haut von der verabreichten Strahlendosis abhängt. Infolge dieser Erkenntnis konstruierte er erstmals ein Gerät, das die Menge der abgegebenen Strahlung annähernd bestimmen konnte: das Chromoradiometer. Mit diesem einfachen, jedoch nicht sehr verlässlichen Gerät, das er 1902 vorstellte, konnten die Strahlenschäden an seiner Abteilung um fast 90 Prozent reduziert werden. Holzknecht wurde dennoch Opfer seines Berufes. Wie viele andere Persönlichkeiten der ersten Röntgenära starb er an den Folgen eines Strahlenschadens. Die zuerst an seinen Händen auftretende Radiodermatitis führte 1910 zur Amputation eines Fingers, zahlreiche Operationen an Händen und Armen folgten. Diese Behandlungen nahm er mit stoischem Gleichmut hin. Eigens angefertigte Armprothesen ermöglichten ihm weitere Entwicklungsarbeiten. Nach jahrzehntelangem Leiden und vierundsechzig verstümmelnden Operationen starb Holzknecht am 31. Oktober 1931 an Röntgenkrebs.

In Anerkennung seiner großen Leistungen wurde im Arne-Carlsson-Park in Wien am 6. November 1932 ein Holzknecht-Denkmal enthüllt. Ebenfalls 1932 wurde die Holzknechtstraße in Wien-Favoriten nach ihm benannt.

Sein ehrenhalber gewidmetes Grab (Abteilung ALI, Nummer 60) befindet sich im Urnenhain der Feuerhalle Simmering.

Schriften[Bearbeiten]

  • Röntgenologische Diagnostik der Erkrankung der Brusteingeweide (1901)
  • Röntgendiagnostik des Magenkrebses (1905)
  • Röntgenologie, 2 Bände (1918/24)
  • Röntgentherapie (1924)
  • Einstellung zur Röntgenologie (1927)
  • Handbuch der theoretischen und klinischen Röntgenkunde, 2 Bände (1929)

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daniela Claudia Angetter: Guido Holzknecht: Leben und Werk des österreichischen Pioniers der Röntgenologie. Band 1 der Schriften zur Geschichte der Medizin. Eichbauer 1998, ISBN 3-901699-08-2

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]