Guillaume Amontons

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Guillaume Amontons

Guillaume Amontons (* 31. August 1663 in Paris; † 11. Oktober 1705 ebenda) war ein französischer Physiker und Statthalter von Lille. Er ist bekannt für seine Arbeiten zu Reibung und Temperaturmessung.[1]

Leben[Bearbeiten]

Guillaume Amontons wurde 1663 geboren. Sein Vater war ein Rechtsanwalt aus der Normandie, der sich in Paris niedergelassen hatte.[2] Schon in jungen Jahren war er hochgradig schwerhörig. Er sah sich dadurch jedoch nicht stark beeinträchtigt, sondern betrachtete es als einen Vorteil, der ihm erlaubte, sich stärker auf seine wissenschaftlichen Arbeiten zu konzentrieren.[3] Obwohl er keine universitäre Ausbildung besaß, befasste er sich mit Mathematik, Naturwissenschaften und Astronomie. Weiterhin zeichnete er und beschäftigte sich mit Kartografie und Architektur.[2]

Er entdeckte die bei idealen Gasen gültige Proportionalität von Druck und Temperatur bei konstantem Volumen, das Gesetz von Amontons (ideales Gasgesetz) und verbesserte die Konstruktion von Thermometern, Hygrometern und Barometern. Amontons postulierte das Vorhandensein eines absoluten Nullpunktes anhand der Abnahme des Gasvolumens bei abnehmender Temperatur.[4] Das später entwickelte Konzept des absoluten Nullpunktes basiert jedoch auf Energie und kann nicht anhand des Volumens hergeleitet werden.

Fälschlicherweise wird ihm häufig auch die Formulierung der als Amontonssche Gesetze bekannten Gesetze zur Reibung zugeschrieben, die er 1699 entdeckt haben soll. Seine Arbeit dagegen umfasste nur Haftreibung, also die Reibung von ruhenden Körpern.[1] Sie basiert zu großen Teilen auf der von ihm wiederentdeckten Arbeit von Leonardo da Vinci (1452–1519), der als Erster das moderne Konzept von Reibung einführte.[5]

Im Jahr 1688 erfand Guillaume Amontons einen optischen Telegraphen, der tauben Menschen helfen sollte, und präsentierte ihn dem König. Der Telegraph bestand aus einer Windrad, dessen Flügel jeweils mit einem Buchstaben beschrieben waren. Ein Beobachter an einem weiter entfernten Windrad beobachtete die Abfolge der Buchstaben mit einem Teleskop und konnte so die Nachricht weitergeben.[3] Im Jahr 1695 baute er dann eine optische Telegrafenstrecke von Meudon nach Paris.

Der Mondkrater Amontons wurde nach ihm benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Guillaume Amontons. In: Enzyklopedia Britannica. Abgerufen am 7. März 2014.
  2. a b Richard S. Westfall: Amontons, Guillaume. In: The Galileo Project. Abgerufen am 8. März 2014.
  3. a b  Michael Allaby: A Chronology of Weather. Infobase Publishing, 2004, S. 91 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4.  David Lindley: Degrees Kelvin: A Tale of Genius, Invention, and Tragedy. National Academies Press, 2004, S. 99 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Ernst Meyer (Hrsg.): Nanoscience: Friction and Rheology on the Nanometer Scale. World Scientific, 2002, S. 1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).