Guillaume Philibert Duhesme

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Guillaume Philibert Duhesme

Graf Guillaume Philibert Duhesme (* 7. Juli 1766 in Bourgeuf/Burgund; † 20. Juni 1815 in Genappe) war ein französischer Divisionsgeneral.

Leben[Bearbeiten]

Duhesme studierte Jura. Er wurde 1792 von Charles-François Dumouriez zum Obersten eines Freikorps ernannt, das er aus eigenen Mitteln gebildet hatte. 1793 behauptete er als Kommandant von Roermond den für die Verbindung mit Holland wichtigen Posten von Herstal. Am 18. März 1793 verbrannte er nach der Niederlage bei Neerwinden die Brücke über die Loo, ging dann über die Schelde und brachte in dem Gefecht von Villeneuve (6. Juli) die vor den Österreichern fliehenden Infanteriekolonnen zum Stehen, wofür er zum Brigadegeneral ernannt wurde.

Auch zum Sieg bei Fleurus am 26. Juli 1794 trug er viel bei und belagerte unter Jean-Baptiste Kléber Maastricht, woraufhin er zum Divisionsgeneral ernannt wurde. Er kämpfte 1795 in der Vendée, dann am Rhein, wo er am 20. April 1797 den Rheinübergang bei Diersheim unterhalb Kehl erzwang. 1798 mit einem Kommando in Italien unter Jean-Étienne Championnet betraut, wirkte er im Januar 1799 bei der Einnahme von Neapel mit und beruhigte Kalabrien und Apulien.

Er erhielt dann ein Kommando in den Alpen und im Frühjahr 1800 in der französisch-batavischen Armee unter Charles Pierre François Augereau. Zum Grafen und Ritter der Ehrenlegion erhoben, führte er 1805 die 4. Division der italienischen Armee und nahm wieder an der Eroberung von Neapel teil.

Im Februar 1808 erhielt er das Kommando über das Armee-Korps der Ost-Pyrenäen (Corps d’Armée des Pyrénées Orientales) in Spanien und zeichnete sich durch die Verteidigung Barcelonas aus. Auf die Anschuldigungen Augereaus, mancherlei Ausschweifungen seiner Truppen geduldet zu haben, blieb er von 1810 bis 1814 ohne Anstellung, erhielt dann aber eine Division unter dem Marschall Claude Victor-Perrin und kämpfte mit bei La Rothière, Montereau und Arcis-sur-Aube. Nach Napoleons erster Abdankung wurde er Generalinspektor der Infanterie, ging nach Napoleons Wiederkehr zu demselben über, kämpfte bei Ligny und wurde am 18. Juni 1815 bei Waterloo schwer verwundet. Gegen 2 Uhr morgens am 20. Juni 1815 erlag er im Gasthaus „Au Roi d’Espagne“ in Genappe seinen Wunden.[1]

Werke[Bearbeiten]

Bekannt ist Duhesmes Schrift Essai historique de l'infanterie légère (Lyon 1806; 3. Aufl., Paris 1864; deutsch, Berlin 1829). https://play.google.com/

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 8. Spalte eingetragen.

Quellen[Bearbeiten]

  • Helmut Konrad von Keusgen: Waterloo Lexikon. Napoleons Belgien-Feldzug 1815 von A bis Z. IMK Creativ Verlag, Garbsen, 1999, ISBN 3-932922-05-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Konrad von Keusgen: Waterloo Lexikon

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guillaume Philibert Duhesme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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