Guillaume d’Estouteville

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Kardinal Guillaume d’Estouteville (Gemälde etwa 1483)
Kardinalswappen

Guillaume VII. d’Estouteville OSB (* um 1403 in der Normandie, Frankreich; † 1483 in Rom) war ein französischer Kardinal.

Leben[Bearbeiten]

Guillaume d’Estouteville stammte aus der Familie Estouteville, einer Familie des französischen Hochadels, und trat der Ordensgemeinschaft der Benediktiner in St-Martin-des-Champs bei. Er wurde zum Doktor des Kanonischen Rechts promoviert.

Er wurde 1439 Bischof von Angers, trat das Amt aber nicht an. Kurze Zeit später wurde er Bischof von Digne. Von 1444 bis 1483 war er Abt von Mont-Saint-Michel auf der Klosterinsel vor der normannischen Küste, von 1453 bis 1482 Erzbischof von Rouen. Weiterhin war er Administrator vieler verschiedener Bistümer.

Am 18. Dezember 1439 wurde er während eines Konsistoriums von Papst Eugen IV. zum Kardinal ernannt. 1454 wurde er in den Rang eines Kardinalbischofs des Bistums Porto-Santa Rufina ernannt. 1461 erfolgte die Ernennung zum Kardinalbischof von Ostia; im November 1472 wurde er zum Kardinaldekan ernannt. Er war Camerlengo von 1477 bis zu seinem Tod.

Guillaume d’Estouteville war Leiter der Konklave der Papstwahlen von Nikolaus V. (1447), Paul II. (1464) und Sixtus IV. (1471). Beim Konklave 1458 war er ein Favorit, musste aber Pius II. den Vortritt lassen.[1].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Dendorfer/Ralf Lützelschwab: Geschichte des Kardinalats im Mittelalter, Stuttgart 2011, S.349
Vorgänger Amt Nachfolger
Juan de Segovia Bischof von Saint-Jean-de-Maurienne
1452–1483
Etienne de Morel
Raoul (Rudolf) Roussel Erzbischof von Rouen
1453–1482
Robert IV. de Croixmare