Gulbarga (Distrikt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Distrikt Gulbarga
ಗುಲ್ಬರ್ಗ ಜಿಲ್ಲೆ
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Gulbarga
Verwaltungssitz: Gulbarga
Fläche: 10.508 km²
Einwohner: 2.175.102 (2011)
Bevölkerungsdichte: 207 Ew./km²
Website: gulbarga.nic.in

Der Distrikt Gulbarga (Kannada: ಗುಲ್ಬರ್ಗ ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungssitz ist die namensgebende Stadt Gulbarga.

Geografie[Bearbeiten]

Der Distrikt Gulbarga liegt im Nordosten Karnatakas an der Grenze zu den Nachbarbundesstaaten Telangana und Maharashtra. Nachbardistrikte sind Bidar (Karnataka) im Norden, Medak im Nordosten, Rangareddy im Osten, Mahbubnagar im Südosten (alle Telangana), Yadgir im Süden, Bijapur im Südwesten (beide Karnataka) sowie Solapur und Osmanabad im Nordwesten (beide Maharashtra).

Mit einer Fläche von 11.008 Quadratkilometern ist der Distrikt Gulbarga der zweitgrößte Distrikt Karnatakas. Sein Gebiet gehört zum Hochland von Dekkan und hat eine Höhe von durchschnittlich 400 bis 600 Metern über dem Meeresspiegel. Im Norden an der Grenze zum Distrikt Bidar durchzieht eine Hügelkette das Distriktgebiet, ansonsten stellt sich das Terrain als flache Hochebene dar. Der wichtigste Fluss im Distrikt Gulbarga ist der Bhima, ein Nebenfluss des Krishna.

Der Distrikt Gulbarga ist in die sieben Taluks Aland, Afzalpur, Gulbarga, Chincholi, Sedam, Chitapur und Jevargi unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Freitagsmoschee von Gulbarga (Foto von 1880) wurde 1367 unter dem Bahmani-Sultanat fertiggestellt.

Das Gebiet des heutigen Distrikts Gulbarga stand im Laufe seiner frühen Geschichte unter der Kontrolle wechselnder Herrscherdynastien. Anfang des 14. Jahrhunderts begann in Gulbarga durch die Eroberung durch das Sultanat von Delhi die muslimische Herrschaftsperiode. 1345 spaltete sich das Bahmani-Sultanat mit Gulbarga als Hauptstadt vom Sultanat Delhi ab und entwickelte sich zu seinem wichtigen Machtfaktor auf dem Dekkan. Um die Wende von 15. zum 16. Jahrhunderts zerfiel das Bahmani-Sultanat aber durch innere Konflikte und spaltete sich in die fünf Dekkan-Sultanate auf. Das Gebiet von Gulbarga kam dabei an das Sultanat Bijapur, ehe es 1657 unter Aurangzeb vom Mogulreich erobert wurde. 1724 kam Gulbarga wiederum zu Hyderabad, das sich unter Asaf Jah I. vom Mogulreich abgespalten hatte. Während der britischen Kolonialzeit wurde Hyderabad zu einem nominell unabhängigen Fürstenstaat unter britischer Oberhoheit.

Der Distrikt Gulbarga entstand 1873 als Verwaltungseinheit des Fürstenstaates Hyderabad. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 wurde Hyderabad als Bundesstaat in Indien eingegliedert. Als 1956 die indischen Bundesstaaten durch den States Reorganisation Act neugegliedert wurden, kam der südwestliche Teil Hyderabads mit dem Distrikt Gulbarga an den nach den Sprachgrenzen des Kannada geschaffenen Bundesstaat Mysore (1973 umbenannt in Karnataka). 2010 verkleinerte sich das Gebiet des Distrikts Gulbarga, als aus seinem Südteil der Distrikt Yadgir gebildet wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Gläubige am Eingang einer Dargah (Sufi-Schrein) in Gulbarga

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Gulbarga 2.564.892 Einwohner. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 17,9 Prozent und damit etwas schneller als im Mittel Karnatakas (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte liegt mit 233 Einwohnern pro Quadratkilometer aber deutlich unter dem Durchschnitt des Bundesstaates. (319 Einwohner pro Quadratkilometer). Mit Gulbarga beherbergt der Distrikt die viertgrößte Stadt Karnatakas, abseits von Gulbarga-Stadt ist der Distrikt aber weitgehend ländlich geprägt. So liegt die Urbanisierungsquote mit 32,5 Prozent immer noch unter dem Mittelwert Karnatakas (38,6 Prozent). Die Alphabetisierungsquote ist unterdurchschnittlich: Nur 65,7 Prozent der Einwohner des Distrikts können lesen und schreiben (der Durchschnitt Karnatakas beträgt 75,6 Prozent).[1]

Nach der Volkszählung 2001 stellten im Distrikt Gulbarga in seinen damaligen Grenzen (inklusive des heutigen Distrikts Yadgir) Hindus mit 76,1 Prozent die Bevölkerungsmehrheit. Daneben gibt es eine größere muslimische Minderheit von 17,6 Prozent. Die muslimische Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf die Städte: Hier stellen sie ein Drittel der Einwohner. 4,9 Prozent der Einwohner des Distrikts Gulbarga sind Buddhisten.[2] Hierbei handelt es sich um Anhänger des im 20. Jahrhundert vom Sozialreformer B. R. Ambedkar begründeten Dalit-Buddhismus, der seine Basis im Nachbarbundesstaat Maharashtra hat, aber auch in den nördlichsten Distrikten Karnatakas verbreitet ist.

Neben Kannada, der Hauptsprache Karnatakas, werden im Distrikt Gulbarga auch Telugu und Marathi, die Sprachen der beiden Nachbarbundesstaaten Andhra Pradesh und Maharashtra, sowie Urdu, das wie in den meisten Teilen des Bundesstaates unter der muslimischen Bevölkerung verbreitet ist, gesprochen. Wegen des hohen Bevölkerungsanteils seiner Sprecher besitzt das Urdu im Distrikt Gulbarga den Status einer beigeordneten Amtssprache.[3]

Städte[Bearbeiten]

Die folgende Liste enthält auch die Städte, die 2010 zum neugegründeten Distrikt Yadgir kamen.

Stadt Einwohner
(2001)[4]
Afzalpur 19.114
Aland 35.308
Bhimarayanagudi 4.791
Chincholi 17.158
Chitapur 26.974
Gulbarga 427.929
Gurmatkal 16.927
Jevargi 19.174
Kurgunta 8.584
Sedam 31.529
Shahabad 50.587
Shahabad ACC 6.974
Shahpur 29.556
Shorapur 43.591
Wadi 30.038
Wadi ACC 4.706
Yadgir 58.802

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF; 1,7 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF; 1,3 MB)
  2. Census GIS India.
  3. A. R. Fatihi: "Urdu in Karnataka", in: Language in India 2 : 9 December 2002.
  4. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Version vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 12: Einme to Gwalior. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 375–381, Stichwort: Gulbarga District.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Distrikt Gulbarga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien