Gundemar

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Statue von Gundemar in Madrid (1753).

Gundemar († Februar/März 612 in Toledo) war König der Westgoten von April 610 bis Februar/März 612.

Gundemar verwaltete unter seinem Vorgänger Witterich die Provinz Septimanien. Nach der Ermordung Witterichs, der einer Verschwörung des Hofadels zum Opfer fiel, kam Gundemar an die Macht; ob ein Wahlakt stattfand, ist unbekannt.

In seiner Regierungszeit spitzte sich der austrasisch-neustrische Konflikt im Nachbarreich der Franken zu. Dabei nahm Gundemar Partei für Austrasien unter König Theudebert II., dem er finanzielle Unterstützung zusagte. Eine solche westgotische Einmischung in innerfränkische Konflikte war sehr ungewöhnlich.

Gundemar kämpfte gegen die Basken und Byzantiner. Unter seiner Herrschaft wurde im Jahre 610 die Reichshauptstadt Toledo von einer Provinzialsynode zum Metropolitansitz der Kirchenprovinz Carthaginiensis erhoben; dieser Umstand war politisch bedeutsam, denn Cartagena, der frühere Metropolitansitz, befand sich in der Hand der Byzantiner.

Gundemar starb 612; seine Gemahlin Hildoara war schon während seiner Herrschaft gestorben. Nachfolger wurde Sisebut.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Witterich König der Westgoten
610–612
Sisebut