Gundermann (Gattung)

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Gundermann
Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann (Glechoma hederacea)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Nepetinae
Gattung: Gundermann
Wissenschaftlicher Name
Glechoma
L.

Gundermann (Glechoma) ist eine Gattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die etwa acht Arten sind natürlich in Eurasien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration des Gundermann (Glechoma hederacea)
Blüte des Gundermann (Glechoma hederacea) im Detail
Habitus des Gundermann (Glechoma hederacea)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Gundermann-Arten sind niederliegende, ausdauerndekrautige Pflanzen. Ihre Stängelblätter sind herzförmig bis elliptisch, auch leicht nierenförmig. Der Blattrand ist gekerbt oder gezähnt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütenstände sind einseitswendige Scheinquirle, die in Blattachseln stehen und zwei bis fünf Blüten enthalten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der schwach zweilippige Kelch ist röhrig-glockenförmig mit 15 Nerven; wobei die Oberlippe drei- und die Unterlippe zweizähnig ist. Die blauviolette Krone ist zygomorph zweilippig. Die Krone ist länger als der Kelch. Die Kronröhre ist gerade, nach vorne stark erweitert und besitzt innen keinen Haarkranz. Die Oberlippe ist flach und ausgerandet, die Unterlippe ist dreispaltig mit einem großen Mittellappen, der ausgerandet und bärtig ist. Von den vier fruchtbaren Staubblättern sind zwei länger und zwei kürzer, dabei sind alle kürzer als die Krone. Die beiden Staubbeutelhälften spreizen auseinander, nähern sich paarweise und bilden ein Kreuz. Der Griffel ist länger als die Oberlippe der Krone.

Ökologie[Bearbeiten]

Blütenökologisch handelt es sich um Lippenblumen mit Nektar, sie sind proterandrisch und werden vorwiegend von Hummeln bestäubt.

Die vegetative Ausbreitung erfolgt über Ausläufer (Stolonen). Die Teilfrüchte werden durch Klebausbreitung (Epizoochorie) ausgebreitet. Die Teilfrüchte werden auch durch Ameisen verschleppt, besitzen jedoch kein Elaiosom, allerdings ein verschleimendes Perikarp.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Glechoma wurde 1753 durch Carl von Linné, mit der Bezeichnung „Glecoma“ aufgestellt.[1] Der Gattungsname Glechoma leitet sich ab vom griechischen glechon, womit die Polei-Minze (Mentha pulegium) bezeichnet wurde. Der Name wurde von Linné auf diese Gattung übertragen, die Gründe sind nicht klar.

Die Gattung Glechoma gehört zur Subtribus Nepetinae aus der Tribus Mentheae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie Lamiaceae. Synonyme für Glechoma L. sind: Chamaecissos Lunell, Chamaeclema Moench, Glechonion St.-Lag., Meehaniopsis Kudô.[2][3]

Die Gattung Glechoma ist natürlich in Eurasien verbreitet. In China kommen fünf Arten vor. In der Neuen Welt werden sie kultiviert.[4] In Europa und auch in Mitteleuropa kommen die drei Arten Gundermann (Glechoma hederacea), Langhaar-Gundelrebe (Glechoma hirsuta), Sardische Gundelrebe (Glechoma sardoa) und eine Naturhybride vor.

Langhaar-Gundelrebe (Glechoma hirsuta)

Es gibt etwa acht Glechoma-Arten:[5][4][2][3]

  • Glechoma biondiana (Diels) C.Y.Wu & C.Chen (Syn.: Dracocephalum biondianum Diels, Meehaniopsis biondiana (Diels) Kudô): Die drei Varietäten gedeihen an fruchtbaren, feuchten Waldrändern und entlang von Fließgewässern in Höhenlagen von 1000 bis 2200 Meter in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Henan, Hubei, Shaanxi sowie Sichuan.[4]
  • Glechoma grandis (A.Gray) Kuprian.: Sie kommt nur in Japan, Taiwan und in der chinesischen Provinz Jiangsu vor.[4]
  • Gundermann (Glechoma hederacea L.): Sie ist von Europa bis zum asiatischen Teil Russlands und in der chinesischen Provinz Xinjiang (nur in Gongliu Xian) verbreitet.
  • Langhaar-Gundelrebe (Glechoma hirsuta Waldst. & Kit.): Die Nordwestgrenze des Areals verläuft durch Südtirol, Süd- und Ostösterreich und Mähren.
  • Glechoma longituba (Nakai) Kuprian.: Sie ist in Russland, Korea und China verbreitet. Sie wird in China als Heilpflanze verwendet.[4]
  • Glechoma ×pannonica Borbás (= Glechoma hederacea × Glechoma hirsuta): Diese Naturhybride kommt in Europa vor.[5]
  • Sardische Gundelrebe (Glechoma sardoa (Bég.) Bég., Syn.: Glechoma hederacea var. sardoa Bég.): Sie kommt in Sardinien und vielleicht auch in Korsika vor.
  • Glechoma sinograndis C.Y.Wu: Sie gedeiht in feuchten Mischwäldern entlang von Fließgewässern in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Meter nur in der chinesischen Provinz Yunnan. Sie wird in China als Heilpflanze verwendet.[4]

Belege[Bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Glechoma bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 24. März 2014.
  2. a b Werner Greuter (Hrsg.): Datenblatt bei Euro+Med PlantBase. letzter Zugriff am 25. März 2014
  3. a b Glechoma im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 25. März 2014.
  4. a b c d e f Xi-wen Li & Ian C. Hedge: Lamiaceae: Glechoma, S. 118 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17 - Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994. ISBN 0-915279-24-X
  5. a b Rafael Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-216203: Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens Kew: Glechoma. letzter Zugriff am 25. März 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gundermann (Glechoma) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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