Gunther Gerzso Wendland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gunther Gerzso Wendland (* 17. Juni 1915 in Mexiko-Stadt; † 21. April 2000 ebendort) war ein mexikanischer Maler, Szenenbildner und Kostümbildner.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war ein Uhrenmacher aus Budapest und seine Mutter eine deutsche Sängerin aus Berlin, beide jüdischer Abstammung. Sein Vater starb als er sechs Monate alt war . Seine Mutter heiratete bald darauf einen deutschen Auswanderer und die Familie zog für kurze Zeit nach Europa als das Juweliergeschäft das Stiefvaters pleiteging nach Anfang der mexikanischen Revolution. Zurück in Mexiko ließ sich die Mutter scheiden und sie schickte ihren Sohn zu ihrem Bruder, einen Kunsthistoriker und Sammler, ansässig in der Schweiz. Dort kam er zum ersten Mal in Verbindung mit Künstlern und dem Theater.

Am Anfang galt sein Interesse dem Entwerfen von Szenenbildern und Kostümen fürs Theater. Von 1935 bis 1940 arbeitete er fürs Cleveland Playhouse in Ohio. In dieser Zeit fing er an zu malen. Später arbeitete er für Filmproduzenten wie Luis Buñuel und John Ford. 1944 lernte er die surrealistischen Maler Leonora Carrington und Wolfgang Paalen kennen und schloss sich deren Gruppe von Malern an, zu denen auch Remedios Varo gehörte.

Werk und Bedeutung[Bearbeiten]

Bekannt wurde er in Mexiko nach seinen Ausstellungen: 1950 in der Galería de Arte Mexicano und 1963 für das Instituto Nacional de Bellas Artes. Es folgten internationale Ausstellungen: 1965 in São Paulo, Brasilien, 1970 in Phoenix, Arizona und 1981 in Paris.

Gerzso wurde 1978 ausgezeichnet mit dem Premio Nacional de Ciencia y Artes (Nationalpreis für Wissenschaft und Kultur). Octavio Paz nannte ihn einer der größten lateinamerikanischen Maler.

Sein Stil ist eine Kombination der Darstellung präkolumbischer Geschichte oder mexikanischer Landschaft und abstrakter Malerei, in der man auch einen kubistischen Einfluss sehen kann. In vielen seiner Bilder benutzte er lebhafte Farben, oft blaue, grüne und rote Töne auf einem dunklen, meist schwarzen Hintergrund. Man kann in seiner Benutzung geometrischer Formen eine gewisse Ähnlichkeit mit den Werken Modiglianis und Klees sehen.

Im Jahr 2000 erhielt er den Goldenen Premio Ariel für sein Lebenswerk.

Weblinks[Bearbeiten]