Guntur (Distrikt)

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Guntur
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Andhra Pradesh
Verwaltungssitz: Guntur
Fläche: 11.391 km²
Einwohner: 4.889.230 (2011)
Bevölkerungsdichte: 429,2 Ew./km²
Website: Offizielle Website des Distrikts

Der Distrikt Guntur (Telugu:గుంటూరు జిల్లా) ist einer von 23 Distrikten des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh. Hauptort des Distrikts ist Guntur.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Die Bedeutung des Worts Guntur ist nicht eindeutig geklärt. Es kommt entweder von Gundu (Fels), Gunta (Teich) oder von Kunta (Flächenmaß von 1/3 Acre).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Distrikt Guntur ist schon lange besiedelt. Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Er teilt die Geschichte der Region mit zahlreichen Dynastien, die sich in der Regentschaft abwechselten. Während der Kolonialzeit gehörte er zur Regentschaft Madras. Aus dieser entstand nach der Unabhängigkeit der gleichnamige Bundesstaat. Da der Bundesstaat ethnisch gemischt war, wollten die telugusprachigen Bewohner dieses Bundesstaats eine Vereinigung aller telugusprachigen Bewohner Indiens in einem eigenen Bundesstaat. Im Jahre 1953 entstand aus 11 Bezirken (darunter Guntur) der Bundesstaat Andhra. 1956 kamen die telugusprachigen Bewohner des Bundesstaates Hyderabad hinzu, und es entstand das heutige Andhra Pradesh.

Geographie[Bearbeiten]

Der Distrikt liegt im Osten von Andhra Pradesh. Seine nördlichen und nordöstlichen Grenzen zum [Krishna (Distrikt)|Distrikt Krishna] bildet der Fluss Krishna. Im Südosten grenzt Guntur an den Golf von Bengalen, im Süden an den Distrikt Prakasam, im Westen an den Distrikt Mahbubnagar und im Nordwesten an den Distrikt Nalgonda.[1]

Sri Sringeri Muth in Guntur

Guntur gehört mit 11.391 km² zu den mittelgroßen Distrikten des Bundesstaates Andhra Pradesh (4,1 % der Fläche von Andhra Pradesh). Von der Fläche sind 1.619 km 2 (14,2 Prozent) bewaldet.[2] Die wichtigsten Flüsse sind Krishna, Gundlakamma, Chandravanka, Naagileru und Ponnur.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima wird in vier Jahreszeiten aufgeteilt.[3] März bis Mai ist Sommerzeit mit großer Trockenheit und hohen Temperaturen. Der Südwestmonsun von Juni bis Mitte Oktober bringt den ergiebigsten Regen. Der Nordostmonsun von Mitte Oktober bis Ende Dezember bringt etwas geringere, aber immer noch bedeutende Regenmengen. Und Januar und Februar ist Winter mit kühleren Temperaturen. Der langjährige Durchschnitt der Niederschlagsmenge im Distrikt beträgt 881 mm pro Jahr. Der Südwestmonsun bringt 545 mm und der Nordostmonsun 251 mm der jährlichen Regenmenge. Sonst fällt nur noch wenig Regen. Dies führt zur Austrocknung der Anbauflächen in der Trockenzeit, die von Januar bis Mai dauert.[4] Der kälteste Monat ist der Dezember (Durchschnitt 23,37°- Tagesminimum 18°, -maximum 29°), der Wärmste der Mai (Durchschnitt 33,08° - Minimum 27°, Maximum 39°).[5] Während der Mosunzeit herrscht eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent. Diese fällt in der Trockenperiode auf 30 Prozent.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der letzten Volkszählung 2011 wurden 4.889.230 Einwohner gezählt. Davon waren 2.441.128 Männer (49,9 Prozent) und 2.448.102 Frauen. Zu den Dalit gehörten 2001 818.005 (18,3 Prozent), zu den Adivasi 208.157 (4,7 Prozent) Menschen. Von der gesamten Anzahl Bewohner lebten 2011 1.656.745 Personen (33,89 Prozent) in städtischen Gebieten. Somit lebten noch 2 von 3 Einwohnern auf dem Land. Die Mehrheit der Bevölkerung des Distrikts Guntur spricht Telugu. Im ganzen Bezirk gibt es 694 bewohnte Dörfer.[7]

Bevölkerung des Distrikts nach Bekenntnissen[Bearbeiten]

Die Bewohner bekennen sich klarmehrheitlich zum Hinduismus. Bedeutende religiöse Minderheiten sind die Muslime mit beinahe 11 Prozent und die Christen mit fast 3 Prozent der Einwohnerschaft. Eine kleine Minderheit bilden die rund 3.000 Jainas. Die genaue religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung zeigt folgende Tabelle:

Jahr Buddhisten Christen Hindus Jainas Muslime Sikhs Andere keine Angaben Total
Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl %
2001 181 0,00 % 131.713 2,95 % 3.834.204 85,87 % 2.841 0,06 % 487.839 10,92 % 577 0,01 % 166 0,00 % 7.623 0,17 % 4.465.144 100,00 %
Quelle: Volkszählung in Indien 2001

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Wie überall in Indien wuchs die Einwohnerzahl im Distrikt Guntur über Jahrzehnte stark an. Zwar betrug die Zunahme zwischen den letzten beiden Volkszählungen nur noch 9,5 Prozent, ist aber in absoluten Zahlen immer noch bedeutend. Von 2001 bis 2011 nahm die Bevölkerung immer noch um über 420.000 Menschen zu. Die genauen Zahlen verdeutlicht folgende Tabelle:

Bedeutende Orte[Bearbeiten]

Einwohnerstärkste Ortschaft des Distrikts ist der Hauptort Guntur mit mehr als 500.000 Bewohnern. Eine weitere Großstadt ist Tenali. Andere bedeutende Städte mit über 90.000 Einwohnern sind Narasaraopet und Chilakaluripet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Großteil der arbeitenden Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Hauptanbauprodukte sind Reis, Tabak, Baumwolle und Chili. Die Industrie spielt neben der Landwirtschaft eine kleine Rolle. Nebst Zementfabriken und einer Jutemühle wird Tabak und Seide verarbeitet.

Verwaltung[Bearbeiten]

Der Distrikt Guntur umfasst 57 Mandals[8] und 694 politische Gemeinden. Es gibt insgesamt 729 Dörfer und weitere 1036 Weiler.

Der Bezirk ist zudem in 3 Steuerbezirke unterteilt. Dies sind:

  1. Guntur
  2. Nasararaopet
  3. Tenali

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guntur district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://censusindia.gov.in/2011census/maps/administrative_maps/INDIA2011.pdf
  2. http://forest.ap.nic.in/Facts%20and%20Figures/facts_and_figures-2009.pdf Waldbericht, Seite 3
  3. Klima im Hauptort
  4. Klima-durchschnittliche Regenmengen, Seite 1 (PDF; 413 kB)
  5. Daten zum Klima
  6. http://cgwb.gov.in/District_Profile/AP/Guntur.pdf
  7. Basisdaten Volkszählung 2001 (PDF; 54 kB)
  8. AP Online: Distrikt Guntur