Gurob

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Gurob (auch Medinet Gurob, antiker Name: Merwer) ist eine archäologische Ausgrabungsstätte in Ägypten. Sie liegt am Eingang zum Fayum, nicht weit entfernt von El-Lahun und Hawara. Hier fanden sich Reste aus fast allen Epochen pharaonischer Geschichte. Der Ort besteht aus den Resten der eigentlichen Siedlung und einer umfangreichen Nekropole.

Teje (aus Gurob)

Gurob in pharaonischer Zeit[Bearbeiten]

Die ältesten Gräber an diesem Ort datieren in die Zeit der Naqada-Kultur. Aus dem Alten Reich und der Ersten Zwischenzeit stammen Reste eines bescheidenen Friedhofes, der vielleicht einem bäuerlichen Dorf als Bestattungsort diente. Gurob erlangte dann vor allem im Neuen Reich an Bedeutung. Hier wurde unter Thutmosis III. eine bedeutende Palastanlage errichtet. Diese bestand bis in die Ramessidenzeit und scheint eine Anlage gewesen zu sein, in der vor allem die Frauen der Könige lebten. Hier wurde der berühmte, jetzt in Berlin befindliche Kopf einer Statue von Königin Teje gefunden (siehe Bild). Am selben Ort scheint auch die hethitische Gemahlin von Ramses II. Maathorneferure gelebt zu haben, wie Papyri belegen, die sich hier fanden. Obwohl es am Ort zahlreiche Grabungen gab, ist die Palastanlage bisher schlecht erforscht.

Gurob in späterer Zeit[Bearbeiten]

Nach dem Neuen Reich verlor der Ort an Bedeutung, die Nekropolen wurden aber noch bis in die römische Zeit benutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Flinders Petrie: Kahun, Gurob, and Hawara. Paul, Trench, Trübner, London 1890 (online)
  • Flinders Petrie: Illahun, Kahun and Gurob. 1889-1890. Aris Philips, Warminster 1974, ISBN 0-85668-019-2 (Nachdr. d. Ausg. London 1891 (online))
  • Guy Brunton, Reginald Engelbach: Gurob. Quaritch, London 1927 (British School of Archaeology in Egypt and Egyptian Research account; 41).
  • Darlene Gorzo: Gurob. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 358–62.
  • Margaret Serpico: Gurob. In: Janet Picton, Ivor Pridden (Hrsg.): Gurob, Sedment and Tarkhan (Unseen Images. Archive Photographs in the Petrie Museum; 1). Golden House Publ., London 2008, ISBN 978-1-906137-04-5, S. 17-89.

Weblinks[Bearbeiten]

29.230.95Koordinaten: 29° 12′ 0″ N, 30° 57′ 0″ O