Gustav Ferdinand Hertz

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Gustav F. Hertz 1904

Gustav Ferdinand Hertz (* 2. August 1827 als David Gustav Hertz in Hamburg; † 8. September 1914 ebd.) war ein Hamburger Jurist und Senator.

Leben und Politik[Bearbeiten]

Hertz studierte Rechtswissenschaften in Kiel, Bonn, Berlin und Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1847 Mitglied der Burschenschaft Alemannia Bonn. Er ließ sich 1850 in Hamburg als Anwalt nieder, wobei er sich mit Siegfried Albrecht zu Anwaltssozietät Dres. Albrecht & G. Hertz zusammenschloss. Von 1857 bis 1861 war Hugo Roeloffs als Schreiber bei der Sozietät angestellt. 1876 wurde Hertz zum Obergerichtsrat am Hamburger Obergericht ernannt. Nach Umwandlung dieses Gerichtes zum Hanseatischen Oberlandesgerichts wirkte er dort weiter bis zu seiner Berufung in den Senat.

Von 1859 bis 1877 war Hertz Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.

Vom 14. Dezember 1887 bis zum 1. Januar 1904 war Hertz Mitglied des Hamburger Senates und leitete dort die Justizverwaltung. Während seiner Tätigkeit als Leiter der Justizverwaltung war er hauptsächlich mit der Einführung des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches zum 1. Januar 1900 und den dadurch bedingten Anpassungen der Hamburger Verwaltungen beschäftigt.

Glaube und Familie[Bearbeiten]

David Gustav Hertz entstammte einem jüdischen Elternhaus, er selbst war jedoch seit 1834 getaufter Protestant und nahm dabei den Namen Gustav Ferdinand Hertz an. Sein ebenfalls konvertierten Eltern waren Heinrich David Hertz (geborener Hertz Hertz) und Bertha Hertz (geb. Betty Oppenheim), einer Tochter von Salomon Oppenheim junior, dem Gründer des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim. Als der gleichen Oppenheim-Familie entstammen u.a. auch ihre Geschwister Abraham, Simon und Dagobert Oppenheim.

Einige von Gustav Ferdinand Hertz’ Nachkommen traten als Physiker in Erscheinung. Sein Sohn Heinrich Rudolf Hertz war einer der bekanntesten deutschen Physiker und der Entdecker der elektromagnetischen Wellen. Sein Enkel Gustav Ludwig Hertz erhielt für die 1912–1913 durchgeführten Elektronenstoßversuche 1925 den Nobelpreis für Physik. Auch dessen Sohn Carl Helmut Hertz war ein bedeutender Physiker auf dem Gebiet der Sonografie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 2: F–H. Heidelberg 1999, S. 314.
  • Hans-Günther Freitag: Von Mönckeberg bis Hagenbeck. 2 Auflage, 1973 Hamburg, ISBN 3-90421-20-5 (formal falsche ISBN); S. 160