Gustav IV. Adolf (Schweden)

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Per Krafft d. J.: Gustav IV. Adolf, 1809
Per Krafft d. Ä.: Gustav IV. Adolf, 1793
Per Krafft d. Ä.: Gustav IV. Adolf, 1785

Gustav IV. Adolf (* 1. November 1778 in Stockholm; † 7. Februar 1837 in St. Gallen) war König von Schweden von 1792 bis 1809.

Leben[Bearbeiten]

Gustav IV. Adolf war der älteste Sohn von Gustav III. von Schweden und dessen Gemahlin Sophie von Dänemark.

Als sein Vater ermordet wurde, war Gustav dreizehn Jahre alt. Er übernahm widerwillig die Regierung, die bis 1796 unter der Vormundschaft seines Onkels Karl stand. Als Vertrauter des Herzogs Karl hatte aber Graf Gustaf Adolf Reuterholm in diesen ersten Jahren bedeutenden Einfluss und führte das sogenannte „Regime Reuterholm“.[1]

Gustav lernte Latein und auch Finnisch. 1797 heiratete er Prinzessin Friederike Dorothea von Baden.

Der tief religiöse Gustav sah Napoleon als Antichristen und wurde auch bald in einen Krieg mit dem französisch-russischen Bündnis verwickelt. In diesem Krieg, bei dem sich Gustav an Großbritannien orientierte, verlor er Finnland und Pommern, was ihm das Misstrauen der schwedischen Öffentlichkeit einbrachte. Bei einem Staatsstreich wurde er am 13. März 1809 im Schloss Gripsholm gefangen gesetzt und am 29. März fand er sich zur Abdikation gezwungen.[2][3] Am 10. Mai setzte ihn der Ständereichstag formell ab und schloss ihn und seine Nachkommen von der Thronfolge aus.[2] Sein Onkel wurde als Karl XIII. am 6. Juni neuer König.[4]

Gustav wurde des Landes verwiesen. Er zog über Kopenhagen nach Deutschland und 1810 nach Basel. Er logierte dort als Graf von Gottorp in einem von ihm als Kajüte bezeichneten Zimmer über dem als Kloake dienenden, stinkenden Birsig. Zwischenzeitlich verließ er wieder die Stadt und lebte in Deutschland. Nach der Scheidung von seiner Frau im Jahr 1812 benutzte er auch andere Namen wie Herzog von Holstein-Eutin oder Oberst G. A. Gustafsson. 1815 erwarb er die Ruine der Itterburg und nannte sich zeitweise Herr oder Graf von Itter. 1818 kehrte er zum zweiten Mal nach Basel zurück und kaufte für 12.000 Franken das Haus St.Johanns-Vorstadt 72, das heute mit einer Gedenktafel versehen ist. Im selben Jahr wurde er für 1.500 Franken Basler Bürger, nachdem er vor versammeltem Rat auf alle Vorrechte von Geburt und Stand verzichtet hatte. Er fand aber keinen bürgerlichen Frieden, denn Oberst Gustafsson fühlte sich geplagt, nicht ernst genommen und erregte sich am „unaufhörlichen Geschrei der calvinistischen Kinder beim sommerlichen Baden im sogenannten Entenloch am Rhein.“ Als ihm auch noch die Stelle eines Zeughausverwalters verweigert wurde, sandte er am 4. Februar 1822 den Basler Bürgerbrief ans Rathaus zurück und erreichte nach weiteren Jahren eines unsteten Wanderlebens kreuz und quer durch Europa 1834 St. Gallen. Dort fand er im Wirtshaus zum Weissen Rössli Asyl und lebte höchst bescheiden drei Treppen hoch in zwei kleinen Stuben des Wirtshauses.

Dort starb er drei Jahre später an einem Schlaganfall. Am 28. Februar wurde der Sarg Gustavs IV. von St. Gallen nach Schloss Eichhorn in Mähren geleitet, wo sein Sohn, der österreichische Feldmarschalleutnant Gustav, Prinz von Wasa, lebte. 1884 wurde Gustav IV. zusammen mit seinem Sohn in die Riddarholmskirche nach Stockholm überführt und dort beigesetzt.

Trivia[Bearbeiten]

Es wurde auch behauptet, dass der Graf Adolf Friedrich Munck von Fulkila Gustavs Vater war. Dieser soll Gustav III. in dessen erster Liebesnacht mit der Königin Beistand geleistet haben, als jener in sexuelle Schwierigkeiten geraten war.

Bibliothek[Bearbeiten]

Seine Bibliothek wurde im Jahre 1924 durch die Hamburger Buchhandlung L. Friedrichsen & Co versteigert (Die Wasa-Bibliothek. Vorwort von Fedor von Zobeltitz). Bis zu ihrem Verkauf wurde sie in Dresden, im sog. Georgenbau des Residenzschlosses, verwahrt. Die Bemühungen einer Rückführung in schwedischen Besitz scheiterten. „Die umfangreiche Sammlung ist ein Spiegelbild des geistigen Lebens ihres ersten Besitzers. König Gustav war vielleicht selbst ein Bibliophile […] Ein großer Teil der Bücher ruht in kostbaren Einbänden […]. Den Hauptstamm der Sammlung bildet Geschichtliches und Geographisches, Deutschsprachiges ist wenig vorhanden, schwedische Literatur gar nicht, ungemein reichhaltig dagegen die französische […]. Da es nun leider das Schicksal der Wasabibliothek zu sein scheint, auseinandergerissen zu werden, so wird dieser mit besonderer Sorgfalt hergestellte Katalog ein dauerndes Bild eines königlichen Sammlergeistes bleiben“ (Vorwort).

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Gustav war von 1797 bis 1812 mit Friederike Dorothea von Baden verheiratet, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Gustav (* 9. November 1799; † 4. August 1877), Kronprinz von Schweden, trug nach dem Sturz seines Vaters den Titel „Prinz von Wasa“
  • Sophie Wilhelmine (* 21. Mai 1801; † 6. Juli 1865) ∞ 1819 Leopold, Großherzog von Baden
  • Karl Gustav (* 2. Dezember 1802; † 10. September 1805), Großherzog von Finnland
  • Amalie Marie (* 22. Februar 1805; † 31. August 1853), Prinzessin von Schweden
  • Cäcilie (* 22. Juni 1807; † 27. Januar 1844) ∞ 1831 August, Großherzog von Oldenburg.

Nach 1812 zeugte er mehrere uneheliche Kinder, die er größtenteils nicht anerkannte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gustav IV. Adolf (Schweden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörgen Weibull: Reuterholm, 1994. In: K. Marklund et al. (Hrsg.) Nationalencyklopedin (schwedisch). Bokförlaget Bra Böcker AB, 1989-96. ISBN 91-7024-620-3
  2. a b J. Weibull: Gustav IV Adolf, 1992. In: K. Marklund et al. (Hrsg.) Nationalencyklopedin (schwedisch). Bokförlaget Bra Böcker AB, 1989-1996, ISBN 91-7024-620-3
  3. Spencer C. Tucker (Hrsg.):A Global Chronology of Conflict: From the Ancient World to the Modern Middle East. ABC-CLIO LLC, 2010. ISBN 978-1-85109-667-1
  4. J. Weibull: Karl III, 1993. In: K. Marklund et al. (Hrsg.) Nationalencyklopedin (schwedisch). Bokförlaget Bra Böcker AB, 1989-1996, ISBN 91-7024-620-3
Vorgänger Amt Nachfolger
Gustav III. König von Schweden
1792–1809
Karl XIII.