Gustav Renker

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Gustav Renker (* 12. Oktober 1889 in Wien; † 23. Juli 1967 in Langnau im Emmental, Schweiz) war ein deutschsprachiger Journalist und Schriftsteller, der für seine Berg– und Heimatromane bekannt war.

Leben[Bearbeiten]

Als Kind des Zürchers Heinrich Martin Renker und der Wienerin Maria Katharina Schimmer wuchs Renker in Bodensdorf (Ortschaft von Steindorf am Ossiacher See) auf. In Wien studierte er Musik und Musikgeschichte, erwarb das Kapellmeisterdiplom und promovierte dort in Musik und Musikgeschichte. In der Folge war er in Wien, Graz und Nürnberg als Kapellmeister und Komponist tätig, ehe er sich in den Zwanziger Jahren dem Journalismus zuwandte. 1918 heiratete er Margarete Helene Schulzke.

Als Schriftsteller wurde er erstmals durch einen Bericht über seine alpinistischen Erlebnisse im Ersten Weltkrieg bekannt. Literarisch hatte Renker bereits 1918 mit dem Roman Als Bergsteiger gegen Italien debütiert, in welchem er seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg schilderte. Diesem Erstling folgten über fünfzig Berg- und Heimatromane.

Renker wurde Redakteur in Wien, Hamburg und Bern. Von 1919 bis 1929 war Renker Redaktor des Berner Tagblatts in Bern. Von 1929 bis 1931 lebte er als freier Schriftsteller in Kärnten. Nach einer kurzen Phase als freier Schriftsteller liess er sich definitiv in der Schweiz nieder und übernahm 1931 die Chefredaktion des Emmenthaler Blatts in Langnau im Emmental, eine Stelle, die er bis 1945 innehatte. 1943 schrieb er das Buch Bienlein und seine Tiere, das er seiner Tochter Verena widmete.

Ein Teilnachlaß Renkers (eine Archivbox mit Korrespondenzen und Fotos) befindet sich im Kärntner Literaturarchiv.[1]

Literarisches Schaffen[Bearbeiten]

Renker veröffentlichte über sechzig Romane, die meisten davon Heimatromane, wie Schicksal in der Nordwand (1938) oder Schrattenfluh (1940). Dazu zählen auch Erzählungen, und Erlebnisberichte, unter anderem von seinen Reisen in Europa und Nordafrika. Renker verfasste auch einige selbstkomponierte und selbst getextete Lieder; eines seiner bekanntesten Lieder ist Du liebes, altes Bern von 1925.

„Renker war einer der meistgelesenen Heimatautoren im deutschsprachigen Raum. Seine Werke sind der antimodernen Provinzliteratur der Zwischenkriegszeit zuzuordnen. Obwohl in der Thematik monoton bleibend, verfügte Renker über einen sicheren und soliden Schreibstil, der zwar etwas romantisierend wirkt, jedoch durch seinen Instinkt für spannende Handlungsabläufe aufgewertet wird.“

Christian Bieri, Bruno Tresch, Carmen Suter[2]

Seine Stoffe wurden wiederholt verfilmt.

Neben seinen Heimat- und Bergromanen hat Gustav Renker eine Reihe phantastischer Romane und Kurzgeschichten verfasst, die teilweise in der alpinen Bergwelt, teilweise in für die damalige Zeit exotischen Gefilden (Afrika, Asien) spielen. Dabei behandelt er das Atlantis-Motiv (Das geheimnisvolle Schiff) ebenso wie die seinerzeit in Mode befindliche Hohlwelttheorie (Das Geheimnis des Simon Hard) und das in der Romantik beliebte Motiv des auf magische Kräfte vertrauenden Künstlers (Die wandelnde Flamme).

Auffallend bei Renker ist der - für deutschsprachige phantastische „Populär“-Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher ungewöhnliche - Pazifismus: der Krieg wird als „irrsinniger Taumel von Patriotismus und Hass“ bezeichnet (Zitat aus Der Herold des Todes, 1923).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Als Bergsteiger gegen Italien. 1918
  • Einsame vom Berge. 1919
  • Heilige Berge. 1921
  • Der Abend des Heinrich Biehler. 1921
  • Bauernnot. 1922
  • Der sterbende Hof. 1923
  • Der Herold des Todes. Ein phantastischer Roman. 1923
  • Irrlichter. Seltsame Geschichten. 1924
  • Das Volk ohne Heimat. 1925
  • Der See. 1926
  • Der sterbende Hof. 1928
  • Der Hexenvogt. 1929
  • Die Stadt der Jugend. 1929
  • Feuer im Osten. 1930
  • Bergkristall. 1930
  • Symphonie und Jazz. 1931
  • Das verlorene Tal. 1931
  • Der pochende Berg. Erzählungen. 1931
  • Das Tier im Sumpf. Ein Roman aus Afrika. 1932
  • Finale in Venedig. Ein Richard Wagner Roman. 1933
  • Der Heimliche im schwarzen Grund. Erzählungen. 1934
  • Ein Schiff steuert in die Urzeit.
  • Fünf Männer bauen einen Weg: Ein Alpenroman. 1935
  • Dichter um Heinrich Merk. 1935
  • Bergkrieg. Kriegstagebuch eines Bergsteigers. Styria, Graz 1936. Das Buch wurde in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[3]
  • Franzosengold. Ein Alpenroman. 1936
  • Der Herr der wilden Reiter. Eine Pizzaro-Chronik aus alter Zeit. 1937
  • Die wandelnde Flamme. 1937
  • Das Dorf ohne Bauern. Roman aus der Kärntner Franzosenzeit. 1938
  • Die Stadt in der Wüste. Abenteuer-Roman. 1938
  • Schicksal in der Nordwand. 1938
  • Die Frau im Eis. 1938
  • Der Herr der wilden Reiter. 1939
  • Schrattenfluh. 1940
  • Der Weg über den Berg. 1942
  • Nordische Legende. Die Geschichte einer grossen Liebe. 1942
  • Bienlein und seine Tiere. Tiergeschichten. 1943 (2. Auflage 1945)
  • Das Geheimnis des Simon Hard. Ein phantastischer Roman. 1943
  • Schicksal am Piz Orsalia. 1945
  • Der Mönch von Ossiach. 1948
  • Das geheimnisvolle Schiff. Ein utopischer Roman. 1949
  • Abenteuer in Albanien. 1951
  • Das Rätsel von Ayesa. Abenteuer-Roman. 1954
  • Der Teufel von Saletto. 1956
  • Licht im Moor. 1957
  • End’ der Welt. 1963

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • Das blaue Licht. 1932 (nach Renkers Roman Bergkristall)
  • Das verlorene Tal. 1934

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der Bestände des Kärntner Literaturarchivs
  2. Renker Gustav
  3. http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-q.html