Gustav von Lauer

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Gustav von Lauer, porträtiert von Adolph Menzel.
Gustav Adolph von Lauer, 1878

Gustav Adolph von Lauer (* 10. Oktober 1808 in Wetzlar; † 8. April 1889 in Berlin) war preußischer Generalstabsarzt und Leibarzt des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm I..

Leben[Bearbeiten]

Unterricht in grundlegenden Fächern erhielt Gustav Adolph Lauer bis 1817 von seinem Vater. Von 1817 bis 1825 besuchte er das Gymnasium in der Arnsburgergasse in Wetzlar („Arnsburger-Hof“), aus dem die heutige Goethe-Schule Wetzlar hervorging. 1825 schloss er das Gymnasium mit dem Abitur ab.

Ab dem 24. April 1825 war Lauer Student des Medicinisch-chirurgisches Friedrich-Wilhelm-Instituts in Berlin. In dieser Einrichtung zur Ausbildung von Militärärzten wurde der mittellose „Eleve“ Gustav Adolph Lauer auf Staatskosten ausgebildet, bei gleichzeitiger Verpflichtung zu einem achtjährigen Dienst als Militärchirurg.

1830 wurde er Kompaniechirurg, 1836 Pensionärarzt im Friedrich-Wilhelm-Institut und in dieser Funktion an das allgemeine Krankenhaus in Hamburg abkommandiert. 1839 kehrte er als Stabsarzt an die Charité zurück und wurde 1843 als Regimentsarzt nach Schwedt versetzt.

Wenig später kehrte er mit gleichem Rang nach Berlin zurück und wurde vom Prinzen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I., 1844 zu seinem Leibarzt ernannt. Als solcher begleitete er Wilhelm auf allen Reisen und Feldzügen.

1845 habilitierte Lauer als Privatdozent an der Berliner Universität, 1854 wurde er Professor der Semiotik und allgemeinen Therapie an der medizinisch-chirurgischen Akademie.

1864 stieg Lauer zum Generalarzt des Gardekorps auf; 1866 wurde er geadelt und hieß fortan von Lauer. Zu seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläums ernannte ihn die Universität zum ordentlichen Honorarprofessor. 1879 wurde er als Nachfolger Heinrich Gottfried Grimms Generalstabsarzt der Armee, Chef des Militärmedizinalwesens und der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums und Direktor der militärärztlichen Bildungsanstalten. 1881 erhielt er den Rang eines Generalleutnants.

1888 wurde ihm zu seinem Dienstjubiläum eine so genannte Jubelgabe von 30.000 Mark überreicht, die für eine Lauerstiftung zur Unterstützung der Hinterbliebenen von Sanitätsoffizieren bestimmt war.

Gustav von Lauer starb am 8. April 1889 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Columbiadamm. Er ist Ehrenbürger seines Geburtsortes Wetzlar.

Familie[Bearbeiten]

Gustav Adolph Lauer war der zweite Sohn des evangelischen Dompfarrers von Wetzlar, Peter Christoph Lauer (1773–1831), und dessen Frau Henriette Wilhelmine Salome Lauer, geb. Amend (1771–1821). Er wurde auf den vollständigen Namen Johann Friedrich Christian Gustav Adolph getauft. Er hatte einen älteren Bruder, Johann Dietrich Eduard Lauer (* 1805), und, aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Caroline Charlotte Wilhelmine von Honorst († 1871), einen Stiefbruder Karl Leopold Ludwig Richard Lauer (1826–1863).

Der 1866 geadelte Lauer heiratete am 11. März 1843 Georgine Ermeler (1825–1902), die Tochter des Geheimen Kommerzienrates Wilhelm Ermeler. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Klara (1844–1885), Antonie (1845–1896), Kurt (1849–1870) und Arnold von Lauer (1854–1888).

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Schäfer: Gustav Adolf von Lauer (1808–1889) : Reformer des Preussisch-Deutschen Militär-Sanitätswesens. Marburg 1988 (Dissertation)
  • Lauer, Gustav von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 602.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gustav Adolph von Lauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien