Gute Reise

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Film Gute Reise, für das gleichnamige Album siehe Gute Reise (Album)
Filmdaten
Deutscher Titel Gute Reise
Originaltitel Bon Voyage
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 26 Minuten
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch Angus MacPhail,
J.O.C. Orton
Produktion Ministry of Information (UK)
(Sidney Lewis Bernstein)
Musik Benjamin Frankel
Kamera Günther Krampf
Besetzung

Gute Reise (Originaltitel: Bon Voyage) ist ein Propagandafilm, der von Alfred Hitchcock im Jahre 1944 nach einer Idee von Arthur Calder-Marshall gedreht wurde. Er ist einer von zwei Filmen, die Hitchcock auf Vermittlung eines Freundes für das britische Informationsministeriums in England drehte, um einen Beitrag zu den Kriegsanstrengungen der Alliierten zu leisten und der französischen Résistance gegen die Besatzung durch das nationalsozialistische Deutschland seine Reverenz zu erweisen. Der zweite dieser Filme ist Aventure Malgache.

Handlung[Bearbeiten]

Der junge Schotte John Sandy Dougall ist im Zweiten Weltkrieg Pilot der Royal Air Force. Nach seiner erfolgreichen Flucht aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager wird er in London zu den Umständen seines Entkommens befragt. In einer Rückblende wird nun aus der Sicht Dougalls erzählt, wie er mit einem polnischen Begleiter, mit dem zusammen er aus dem Lager floh, durch das besetzte Frankreich flüchtete.

Es begann damit, dass beide ein Café in Reims aufsuchen wollten, um dort mit Hilfe eines Codeworts einen Kontakt zur Résistance herzustellen. Der Pole überzeugt Dougall jedoch, alleine das Café aufzusuchen, da sich der Schotte durch seinen Akzent verraten könnte. Er kommt, selbst am Arm verletzt, mit einem Ehepaar aus der Résistance zurück. Er erzählt, dass er bei der Flucht einen Nazi töten musste. Die beiden jungen Männer nutzen die Kontakte, um mit falschen Papieren zur Küste zu gelangen, wo ein Flugzeug nach England auf sie wartete. Da das Flugzeug nur einen Passagier aufnehmen konnte, verzichtete der Pole und übergab dem Schotten einen Brief, den dieser in England einem Kontaktmann übergeben sollte.

Der britische Offizier fragt nach dem Namen des Adressaten, den Dougall jedoch aufgrund eines Ehrenworts gegenüber dem Polen nicht nennen möchte. Nun erzählt der Offizier, was es tatsächlich mit dem Polen auf sich hat. Er ist in Wahrheit ein Nazi, der die Identität eines ähnlich aussehenden Polen angenommen hat, der sich noch immer in deutscher Kriegsgefangenschaft befindet. Er wollte sich in Dougalls Vertrauen einschleichen, um die Verbindungen innerhalb der Résistance in Erfahrung zu bringen.

Eine weitere Rückblende zeigt, dass der Nazi nicht das vereinbarte, sondern ein völlig anderes Café aufsuchte. Der Nazi traf sich dort mit einem Ehepaar aus der Résistance, das jedoch bereits enttarnt war. Ein Kollaborateur, der bereits wartete, folgte den dreien und der Nazi schlug ihn nicht nur nieder (wie offensichtlich vereinbart) sondern tötete ihn, wie er es später dem Schotten berichtet hatte, jedoch lediglich um seine Tarnung zu perfektionieren.

Nachdem er dieses erfahren hatte, gibt Dougall dem britischen Offizier den Namen des Adressaten des Briefs.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Alfred Hitchcock verwendet in Bon Voyage ein ähnliches erzählerisches Motiv wie Akira Kurosawa in seinem berühmten Film Rashomon, indem er eine Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt,
  • Hitchcock inszenierte Bon Voyage, abgesehen von der Hauptfigur, mit in England lebenden französischen Flüchtlingen, die sich zu einer Theatergruppe namens Molière Players zusammengeschlossen hatten.
  • Hitchcock erhielt als Honorar während der Dreharbeiten 10 Pfund pro Woche.
  • Bon Voyage wurde ebenso wie Aventure Malgache in französischer Sprache gedreht.
  • Bei den Dreharbeiten wurde Hitchcock von diversen französischen Angehörigen der freien Streitkräfte Frankreichs beraten, die ihm nicht nur teilweise in den Film hineinredeten, sondern zudem untereinander konkurrierten, stritten und sich uneinig waren. Diese Situation war laut Hitchcock eine der Inspirationen für seinen zweiten Propagandafilm, Aventure Malgache, in dem die Uneinigkeit innerhalb der französischen Widerstandsbewegung eines der Hauptmotive ist.
  • Beide Filme liefen auf ARTE mit deutschen Untertiteln. Beide Filme sind in den USA auf einer DVD erschienen. Ende Juni 2011 erschien in Deutschland innerhalb der Doppel-DVD Alfred Hitchcock XXL eine DVD, die neben der Originalfassung auch eine deutsch synchronisierte Fassung der beiden Filme enthält.

Weblinks[Bearbeiten]