Gutedel
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Der Gutedel, der in der Schweiz und Frankreich Chasselas heißt und in Österreich auch Junker genannt wird, ist die meistangebaute Rebsorte der Schweiz und im Markgräflerland.
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[Bearbeiten] Ampelographische Beschreibung
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:
Die Blätter der Pflanze sind mittelgroß, hellgrün, rotgeadert, stark fünflappig, tief gebuchtet und haben einen stumpf gezahnten Rand. Das Holz ist rötlichbraun, deutlich gestreift und dunkel gefleckt. Die Trauben sind groß und lockerbeerig mit zarter Beerenhaut.
[Bearbeiten] Verbreitung
Als Tafeltraube ist der weiße und rote Gutedel weltweit verbreitet. Größtes Anbaugebiet für Tafeltrauben ist die Türkei. Gekeltert wird der Gutedel in der Westschweiz (Bezeichnung Fendant im Wallis, Chasselas in den übrigen Gebieten), im Elsass, im badischen Markgräflerland sowie teilweise auch in Rumänien (ca. 13.000 Hektar), Ungarn (ca. 6000 Hektar) und Tschechien
Hauptanbaugebiet des Gutedels in Deutschland ist das Markgräflerland. Markgraf Karl-Friedrich von Baden brachte die Gutedel-Rebe um 1780 vom schweizerischen Vevey am Genfersee ins badische Markgräflerland, da hier ideale klimatische Bedingungen vorliegen: heiße und trockene Tage im Hochsommer gepaart mit nächtlichen kühlen Fallwinden von den Bergen des Südschwarzwaldes bekommen der Rebsorte gut. Ferner findet man den Gutedel auch an der Unstrut.
Die Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2007) umfasst 1.123 Hektar (= 1,1 % der Rebfläche) [1].
Die bekanntesten Chasselas-Weine der Schweiz (5.249 Hektar bestockter Rebfläche) sind der Fendant, der Aigle, der Epesses (inklusive Calamin und Dézaley), der Mont-sur-Rolle und der Féchy.
[Bearbeiten] Qualität
Der Wein ist ein leichter, süffiger, frischer, fruchtbetonter und anregender Weißwein von blassgelber Farbe, der überwiegend trocken – das heißt nicht süß - ausgebaut wird. Er eignet sich als Begleiter zum Essen, beispielsweise zu Spargelgerichten, aber auch als Zechwein.
Die Trauben des Roten Gutedels ergeben bei einer Maischegärung einen Roséwein, der sich aber ansonsten nicht vom Weißwein unterscheidet.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Gutedel gilt als eine der ältesten Rebsorten. Seinen Ursprung soll der Gutedel in Ägypten haben, wo er seit rund 5.000 Jahren angebaut wird. Mehrere Formen sind noch heute in der Oase Fayyum, rund 70 Kilometer südwestlich von Kairo zu finden. Die Römer sollen die Rebsorte dann nach Europa gebracht haben. Der Vicomte d’Auban, ein französischer Diplomat im Dienste von Franz I. (Frankreich), soll die Rebsorte dann im Jahr 1523 aus dem türkischen Konstantinopel nach Burgund gebracht haben. Im Ort Chasselas, südwestlich von Mâcon, soll der Gutedel dann erstmalig in Frankreich angebaut worden sein. Daher stammt die französische Bezeichnung Chasselas für den Gutedel.
[Bearbeiten] Synonyme
Weitere gebräuchliche Synonyme sind: Weißer Gutedel, Moster (Österreich), Junker, Süßling, Silberling, Frauentraube, Schönedel, Krachmost, Doppelte Spanische, Fendant (Schweiz), Rosmarintraube, Dorin (Waadtland), Terravin, Perlan, Wälscher (Österreich), Valais Blanc, Marzemina bianca, Tribianco tedesco, tribi vognoble, Fehér Fábiánszőlő, Fehér gyöngyszőlő (Ungarn, wörtlich „Perlentraube“), Fabiantraube, Royal Muscadine, Amber Chasselas, Queen Victoria, Chasselas Dore oder Golden Chasselas (Kalifornien und Australien).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008. Mainz 2007.
[Bearbeiten] Literatur
- C. u. F. Lange: Das Weinlexikon, Fischer Verlag 2003, ISBN 3-596-15867-2
- Dagmar Ehrlich: Das Rebsorten ABC, Reben und ihre Weine; Hallwag (Gräfe & Unzer), München, 2005, ISBN 3-7742-6960-2
- Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18
- Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff, Taschenbuch der Rebsorten, Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 2003 ISBN 3-921156-53-x

