Gutenstein (Niederösterreich)

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Gutenstein
Wappen von Gutenstein
Gutenstein (Niederösterreich) (Österreich)
Gutenstein (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 104,03 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 15° 53′ O47.86666666666715.883333333333481Koordinaten: 47° 52′ 0″ N, 15° 53′ 0″ O
Höhe: 481 m ü. A.
Einwohner: 1.281 (1. Jän. 2013)
Postleitzahlen: 2763, 2770
Vorwahl: 02634
Gemeindekennziffer: 3 23 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 100
2770 Gutenstein
Website: www.gutenstein.at
Politik
Bürgermeister: Johannes Seper (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
14
5
14 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Gutenstein (Niederösterreich) im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wallfahrtskirche Mariahilfberg
Wallfahrtskirche Mariahilfberg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gutenstein ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich mit 1281 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013).

Gutenstein ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort. Bedingt durch seine klimatische Lage ist Gutenstein auch Luftkurort.

Schloss Gutenstein
Waldbauernmuseum Gutenstein

Geografie[Bearbeiten]

Gutenstein liegt im Industrieviertel im Tal der Piesting in Niederösterreich. Das Gebiet gehört zu den Nördlichen Kalkalpen, zu der nach dem Ort benannten Gruppe der Gutensteiner Alpen, deren Kernzone das Piestingtal bildet. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 104,2 km². 91,22 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Gutenstein (367)
  • Hintergschaid (6)
  • Klostertal (157)
  • Längapiesting (129)
  • Steinapiesting (67)
  • Urgersbach (2)
  • Vorderbruck (566)
  • Zellenbach (11)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Gutenstein.

Ortschaften in der Gemeinde
Gutenstein

Erioll world.svg Gutenstein (M)
Erioll world.svg Hintergschaid (ZH)
Erioll world.svg Klostertal (ZH)

Erioll world.svg Aichlmühl (W)
Erioll world.svg Putzenhof (W)
Erioll world.svg Wegscheid (W)

Erioll world.svg Längapiesting (ZH)

Erioll world.svgMariahilfberg (W)
Erioll world.svgÖhlersimmerl (ZH)

Erioll world.svg Steinapiesting (ZH)
Erioll world.svg Urgersbach (ZH)
Erioll world.svg Vorderbruck (D)

Erioll world.svg Blättertal (Sdlg)
Edeltal (R)
Eichberggraben (ZH)

Erioll world.svgZellenbach (ZH)

Legende unter: Topographische Siedlungskennzeichnung
f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Gemeinde: OSM, Google oder Bing

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg, welche Hauptort für das gesamte Nord-Ost-Norikum war.

Unter den Römern lag das heutige Gutenstein dann in der Provinz Pannonia.

1321 wurde Gutenstein von Friedrich dem Schönen zum Markt erhoben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gutenstein (Niederösterreich)
  • Burgruine Gutenstein
  • Schloss Hoyos mit Schlosspark
  • Pfarrkirche
  • Wallfahrtskirche Mariahilfberg: erbaut 1668–1688, barock; als Kirche zur „hilfreichen Jungfrau Maria“ geweiht, im 18. Jahrhundert durch Feuer zerstört, etwas erweitert wieder aufgebaut
  • Raimundgedenkstätte: Gedenkstätte über den Dramatiker Ferdinand Raimund
  • Feuerwehrmuseum
  • Waldbauernmuseum
  • Stiftung Hubert Aratym: Präsentation der Werke des Malers Hubert Aratym

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kultursommer Gutenstein mit den Festspielen Gutenstein (früher: Raimundspiele): Gegründet 1993 durch Peter Janisch. In den Jahren 2000–2007 wurden unter der Regie von Ernst Wolfram Marboe alle acht von Ferdinand Raimund geschriebenen Theaterstücke in einer Reihe von nahezu demselben Ensemble aufgeführt. Die Aufzeichnung der Stücke durch das ORF-Landesstudio Niederösterreich ergab erstmals eine komplette Sammlung der Raimund-Werke, die bereits im ORF und auf 3sat zu sehen war. Ab 2008 wurden auch Werke anderer Autoren wie Tutanchamun – Das Musical gespielt. Die Raimundspiele änderten ihren Namen in Festspiele Gutenstein.
  • Konzerte der Meisterklassen Gutenstein und anderer

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,57 %
(+15,44 %p)
28,43 %
(-15,44 %p)
2005

2010

  • Bürgermeister der Marktgemeinde ist Johannes Seper, Amtsleiter Friedrich Fischer.
  • Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung:
  • ÖVP 14, SPÖ 5, andere keine Sitze.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 waren 80,6 % der Einwohner römisch-katholisch, 3,7 % evangelisch, 3,8 % sind Muslime. 2,2 % gehörten orthodoxen Kirchen an, 7,9 % der Bevölkerung hatten kein religiöses Bekenntnis.


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 85, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 69. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 547. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 40,29 %.

Verkehr[Bearbeiten]

Sowohl die Gutensteiner Straße B 21 als auch die in Gutenstein endende Gutensteinerbahn bilden eine direkte Verbindung in die Hauptstadt des Industrieviertels Wiener Neustadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen mit Beziehung zu Gutenstein[Bearbeiten]

  • Friedrich der Schöne (1289–1330), Herzog von Österreich und Steiermark, 1314–1330 (als Friedrich III.) Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches, verstarb auf Burg Gutenstein, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte.
  • Ferdinand Raimund (1790–1836), österreichischer Dramatiker; Gutenstein ist untrennbar mit Ferdinand Raimund verbunden. Der Dichter und Schauspieler des Biedermeier ist zwar nicht in Gutenstein geboren, ließ sich aber 1834 hier nieder, nachdem er schon in den vorangegangenen Jahren viel Zeit hier verbracht hatte, und ist auch hier begraben.
  • Rudolf Tyrolt (1848–1929), österreichischer Schauspieler und Schriftsteller, in Gutenstein gestorben und begraben.
  • Peter Kempny (1862–1906), österreichischer Insektenkundler
  • Hans Kaltneker (1895–1919), österreichischer Erzähler, Lyriker und Dramatiker, einer der Hauptvertreter des österreichischen Expressionismus, in Gutenstein begraben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Mariahilfberg bei Gutenstein (Niederösterreich). Ein vollständiges Wallfahrtsbüchlein für die Pilger zu diesem Gnadenorte. Gutenstein 1903.
  • Hildtraud Ast, Dreihundert Jahre Gnadenstätte Mariahilfberg, Gutenstein 1968.
  • Hermann Maurer, Zeichenstein und Wunderbaum. Österreichs Kirchen und Klöster in ihren Ursprungslegenden. Stiftsmuseum Klosterneuburg 2000, Kat. Nr. 50 und 51a (Seite 114f.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gutenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Ehrenbürgerschaft für Bgm. a.D. Adi Reuscher gutenstein.at, 23. Juli 2011