Gutenstetten
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Diespeck | |
| Höhe: | 287 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,37 km² | |
| Einwohner: |
1373 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 64 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91468 | |
| Vorwahl: | 09161 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 75 128 | |
| Gemeindegliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Schulstraße 11 91468 Gutenstetten |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Helmut Reiß (Unabhängige Bürger) | |
| Lage der Gemeinde Gutenstetten im Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim | ||
Gutenstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt in den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes.
Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Steinach, Ehe und Aisch.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Uehlfeld, Dachsbach, Gerhardshofen, Diespeck, Münchsteinach.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Gutenstetten hat sieben amtlich benannte Ortsteile[2]:
- Bergtheim
- Gutenstetten
- Haag
- Kleinsteinach
- Pahres
- Reinhardshofen
- Rockenbach
Geschichte [Bearbeiten]
Als erste urkundliche Erwähnung Gutenstettens wird gelegentlich eine Schenkungsurkunde von 772 an das Kloster Fulda angeführt, in der ein Dorf Tuntenstetin genannt wird. Es handelte sich nach dem Textzusammenhang jedoch eindeutig um einen Ort im thüringischen Altgau westlich Sömmerda.[3]
Somit bleibt als ältestes Datum, ebenfalls aus der Fuldaer Überlieferung, die Schenkung eines Grafen Ezilo, in der Tutenstete zusammen mit Lonnerstadt, Wachenroth und weiteren Orten des Aisch- und Ebrachgrundes erwähnt wurde.
Dieser Vorgang wird mit dem Aufstand des Grafen Ezilo gegen König Heinrich II. von 1003 in Verbindung gebracht. Die Orte werden in der regio sclavorum, also dem Slawenland lokalisiert. Das Nachbardorf Pahres trägt in der Tat einen slawischen Ortsnamen, doch ist dies der äußerste westliche Rand des Gebiets, in dem sich im 8. bis 10. Jahrhundert Slawen niedergelassen haben. Gerade die Grafen von Schweinfurt, deren vorletzter Repräsentant der genannte Ezilo war, betrieben Landesausbau mit slawischen Siedlern. Die Namensendung -stete rückt Gutenstetten in die Reihe der Ortsnamen auf -stadt, für die ein hohes Alter anzunehmen ist, mit einiger Wahrscheinlichkeit noch vor der fränkischen Landnahme ab 530. Ortsnamen auf -stadt/-stedt finden sich häufig in Thüringen, dagegen kaum in Rheinfranken. Für ein hohes Alter des Ortes spricht auch die Lage am Schnittpunkt der Aischtalstraße mit einer von Burgwindheim herkommenden Nord-Süd-Verbindung sowie das ursprüngliche Kirchenpatrozinium St. Martin. Als grundherrliches Verwaltungszentrum von Tuntenstetin ist ein größerer Gutshof anzunehmen.
1234 rückte der Ort sogar in die Nähe eines Reichsdorfes, als mit königlicher Erlaubnis ein Marktzeichen aufgerichtet wurde. Auf Betreiben benachbarter Fürsten musste es König Heinrich VII. nur wenige Monate später wieder einziehen. 1272 kam Gutenstetten an die Burggrafen von Nürnberg.
1525 formierte sich der Bauernaufstand zur Plünderung des benachbarten Klosters Münchsteinach in Gutenstetten. Dies sollte sich bitter rächen, denn noch im gleichen Jahre legten die markgräflichen Reiter das Dorf in Schutt und Asche. Durch die Fürstentümer Ansbach und Kulmbach, Gutenstetten gehörte zum markgräflichen Unterland, kam im Jahre 1528 die Reformation. Seit 1578 gibt es die heutige Schreibweise des Ortsnamens. Als im Dreißigjährigen Krieg 1632 bayerische Truppen einfielen, wurde das Dorf schwer geplündert.
Bei der Verwaltungseinteilung 1797 kam Gutenstetten zum Neustädter Kreisamt, den Sitz der Kapitelsynode und des Dekanats hatte man bereits 1564 nach dort abgeben müssen.
Durch den Pariser Vertrag von 1810 unter Napoleon fiel Gutenstetten als Teil des preußischen Fürstentums Bayreuth im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und wurde 1810 Bayern überlassen.
Mit der Aufnahme des Kraftomnibusverkehres 1895 und der Einrichtung der Aischtalbahn, deren erster Zug am 11. Juli 1904 verkehrte, brach ein neues Zeitalter an. 1976 wurde der Personenverkehr auf dieser Strecke wieder eingestellt.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergtheim und Rockenbach eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Reinhardshofen. Pahres kam am 1. Juli 1972 hinzu.[4]
Religionen [Bearbeiten]
Der Großteil der Gemeindeeinwohner ist protestantisch. Die St.-Johannis-Kirche in Gutenstetten und die Kilianskirche in Reinhardshofen gehören zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gutenstetten.
Politik und Gesellschaft [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder.
(Stand: Kommunalwahl vom 2. März 2008)
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit dem in der französischen Region Limousin gelegenen Saint-Hilaire-les-Places. Die partnerschaftlichen Aktivitäten werden in erster Linie durch den Verein Freunde von St. Hilaire les Places koordiniert. Es finden auch immer wieder deutsch-französische Fußballturniere statt, die der örtliche Sportverein teilweise mitorganisiert.
Dorferneuerung [Bearbeiten]
Für die Ortsteile Gutenstetten, Reinhardshofen und Pahres wurde im Juli 2009 ein Dorferneuerungsverfahren genehmigt.
In Rahmen dieses Verfahrens wurde bereits die Ortsdurchfahrt in Pahres und eine Treppe in Reinhardshofen saniert. Weitere Projekte sind Ortsdurchfahrten und Ortsplatzgestaltungen in Gutenstetten und Reinhardshofen, Sanierung eines historischen Gebäudes in der Ortsmitte in Gutenstetten und weitere Sanierungen von Gemeindeplätzen und Straßen in allen betroffenen Ortsteilen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- St.-Johannis-Kirche in Gutenstetten mit bedeutendem Flügelaltar aus dem Jahr 1511
- Martinskapelle im Friedhof Gutenstetten
- Fachwerkpfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert in Gutenstetten
- Museum für Keltenfunde in Gutenstetten (eröffnet im Mai 2008)
- Kirche St. Kilian in Reinhardshofen
- Landschloss in Rockenbach aus dem Jahr 1743 (dient als Schulungsstätte des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Land Bayern)
Baudenkmäler [Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Gutenstetten
Tourismus [Bearbeiten]
- Gutenstetten bietet mit dem Weiherwanderweg und dem sogenannten Allianzweg Wander- und Radwanderrouten.
- Die Gemeinde Gutenstetten ist mit zwei Brauereien ein Ort an der Aischgründer Bierstraße.
- Im Landschloss Rockenbach befindet sich eine Jugendbegegnungsstätte der christlichen Pfadfinder.
- Der Ort liegt an der Steigerwald-Höhenstraße.
Musik [Bearbeiten]
Musikalische Aktivität betreiben der Männergesangverein Gutenstetten, ein gemischter Chor, ein Frauenchor in Rockenbach und ein Posaunenchor.
Sport [Bearbeiten]
Der Sportverein Gutenstetten e.V. wurde im Jahr 1949 gegründet. Mit ca. 400 Mitgliedern ist er der größte Verein der Gemeinde Gutenstetten. Der SV Gutenstetten trat ab 1999 für die breite Öffentlichkeit in der Region Franken in Erscheinung, als der Verein von der A-Klasse bis in die Bezirksoberliga aufstieg. [5]
In den Ortsteilen Bergtheim und Kleinsteinach gibt es jeweils einen Sportschützenverein.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Am ersten Juliwochenende feiert der Ortsteil Reinhardshofen Kirchweih.
- Am zweiten Wochenende im Juli, jedoch nie vor dem 10. Juli als Kirchweihsonntag, feiert der Hauptort Gutenstetten Kirchweih. Es handelt sich hier um eine typisch fränkische Wirtshauskirchweih, die bereits am Donnerstag mit der Schlachtschüssel beginnt.
- Am ersten Augustwochenende feiert der Ortsteil Pahres Kirchweih. Durch die dortige Brauerei ist diese Kirchweih weit über die Grenzen der Region bekannt.
- Am zweiten Augustwochenende feiert der Ortsteil Kleinsteinach Kirchweih.
- Am ersten Septemberwochenende feiert der Ortsteil Bergtheim Kirchweih
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Gutenstetten liegt im Tarifgebiet des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Seit der Einstellung der Aischtalbahn ist Gutenstetten mit einer Buslinie des OVF an den an der Bahnstrecke Nürnberg-Würzburg gelegenen Bahnhof in Neustadt an der Aisch angebunden. Auf dieser Linie werden seit April 2008 im Sommerhalbjahr Fahrten im Rahmen einer Freizeitlinie „Aischgründer Bierexpress“ gefahren.[6]
Gutenstetten liegt direkt an der Bundesstraße 470, über die auch die Bundesautobahn 3 an der Anschlussstelle Höchstadt-Ost, sowie die Bundesautobahn 7 an der Anschlussstelle Bad Windsheim erreicht werden kann.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Roland Meinl Musikinstrumente (Herstellung von Schlagzeugen und Percussioninstrumenten)
- Privatbrauerei Hofmann
- Familienbrauerei Windsheimer
- Firma Weninger (Sanitär/Heizung/Spenglerei/Solartechnik)
- Einrichtungs Allee (Küchen und Möbel)
- Promatec-CNC (Wartung, Service von Drehmaschinen)
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1456&attr=590&modus=automat&tempus=20110609/175435&hodie=20110609/181753
- ↑ Die angebliche Erstnennung von Gutenstetten im Jahre 772 in: http://www.wolfgangepple.de
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 536
- ↑ Von Erzrivalen zu Kameraden in: br.de/franken
- ↑ Informationen des VGN zum „Aischgründer Bierexpress“
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Gemeindefreies Gebiet: Osing