Gutenstetten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gutenstetten
Gutenstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gutenstetten hervorgehoben
49.61666666666710.616666666667287Koordinaten: 49° 37′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Diespeck
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 21,37 km²
Einwohner: 1310 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91468
Vorwahl: 09161
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 128
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 11
91468 Gutenstetten
Webpräsenz: www.gutenstetten.de
Bürgermeister: Gerhard Eichner (CSU)
Lage der Gemeinde Gutenstetten im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Fürth Landkreis Ansbach Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bamberg Gerhardshofen Bad Windsheim Baudenbach Burgbernheim Burghaslach Dachsbach Diespeck Dietersheim Emskirchen Ergersheim (Mittelfranken) Gallmersgarten Gollhofen Gutenstetten Hagenbüchach Hemmersheim Illesheim Ippesheim Ipsheim Langenfeld (Mittelfranken) Marktbergel Markt Erlbach Markt Nordheim Markt Taschendorf Münchsteinach Neuhof an der Zenn Neustadt an der Aisch Oberickelsheim Obernzenn Osing (Freimarkung) Simmershofen Sugenheim Trautskirchen Uehlfeld Uffenheim Weigenheim Wilhelmsdorf (Mittelfranken) Scheinfeld OberscheinfeldKarte
Über dieses Bild

Gutenstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes.
Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Steinach, Ehebach, Engelsbach und Aisch.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Uehlfeld, Dachsbach, Gerhardshofen, Diespeck und Münchsteinach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gutenstetten besteht aus insgesamt sieben Ortsteilen:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Als erste urkundliche Erwähnung Gutenstettens wird gelegentlich eine Schenkungsurkunde von 772 an das Kloster Fulda angeführt, in der ein Dorf Tuntenstetin genannt wird. Es handelte sich nach dem Textzusammenhang jedoch eindeutig um einen Ort im thüringischen Altgau westlich Sömmerda.[3] Somit bleibt als ältestes Datum, ebenfalls aus der Fuldaer Überlieferung, die Schenkung eines Grafen Ezilo, in der Tutenstete zusammen mit Lonnerstadt, Wachenroth und weiteren Orten des Aisch- und Ebrachgrundes erwähnt wurde.

Dieser Vorgang wird mit dem Aufstand des Grafen Ezilo gegen König Heinrich II. von 1003 in Verbindung gebracht. Die Orte werden in der regio sclavorum, also dem Slawenland lokalisiert. Das Nachbardorf Pahres trägt in der Tat einen slawischen Ortsnamen, doch ist dies der äußerste westliche Rand des Gebiets, in dem sich im 8. bis 10. Jahrhundert Slawen niedergelassen haben. Gerade die Grafen von Schweinfurt, deren vorletzter Repräsentant der genannte Ezilo war, betrieben Landesausbau mit slawischen Siedlern. Die Namensendung -stete rückt Gutenstetten in die Reihe der Ortsnamen auf -stadt, für die ein hohes Alter anzunehmen ist, mit einiger Wahrscheinlichkeit noch vor der fränkischen Landnahme ab 530. Ortsnamen auf -stadt/-stedt finden sich häufig in Thüringen, dagegen kaum in Rheinfranken. Für ein hohes Alter des Ortes spricht auch die Lage am Schnittpunkt der Aischtalstraße mit einer von Burgwindheim herkommenden Nord-Süd-Verbindung sowie das ursprüngliche Kirchenpatrozinium St. Martin. Als grundherrliches Verwaltungszentrum von Tuntenstetin ist ein größerer Gutshof anzunehmen.

1234 rückte der Ort sogar in die Nähe eines Reichsdorfes, als mit königlicher Erlaubnis ein Marktzeichen aufgerichtet wurde. Auf Betreiben benachbarter Fürsten musste es König Heinrich VII. nur wenige Monate später wieder einziehen. 1272 kam Gutenstetten an die Burggrafen von Nürnberg.

Neuzeit[Bearbeiten]

1525 formierte sich der Bauernaufstand zur Plünderung des benachbarten Klosters Münchsteinach in Gutenstetten. Dies sollte sich bitter rächen, denn noch im gleichen Jahre legten die markgräflichen Reiter das Dorf in Schutt und Asche. Durch die Fürstentümer Ansbach und Kulmbach, Gutenstetten gehörte zum markgräflichen Unterland und ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis, kam im Jahre 1528 die Reformation. Seit 1578 gibt es die heutige Schreibweise des Ortsnamens. Als im Dreißigjährigen Krieg 1632 bayerische Truppen einfielen, wurde das Dorf schwer geplündert. Der Wiederaufbau nach Ende des Krieges war nicht zuletzt den zahlreichen evangelischen Glaubensvertriebenen aus Österreich zu verdanken, die in Gutenstetten und Umgebung eine neue Heimat fanden.[4]

Bei der Verwaltungseinteilung 1797 kam Gutenstetten zum Neustädter Kreisamt, den Sitz der Kapitelsynode und des Dekanats hatte man bereits 1564 nach dort abgeben müssen.

Durch den Pariser Vertrag von 1810 unter Napoleon fiel Gutenstetten als Teil des preußischen Fürstentums Bayreuth im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und wurde 1810 Bayern überlassen.

Mit der Einrichtung der Aischtalbahn, deren erster Zug am 11. Juli 1904 verkehrte, brach ein neues Zeitalter an. 1976 wurde der Personenverkehr auf dieser Strecke wieder eingestellt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergtheim und Rockenbach eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Reinhardshofen. Pahres kam am 1. Juli 1972 hinzu.[5]

Religionen[Bearbeiten]

Der Großteil der Gemeindeeinwohner ist protestantisch. Die St.-Johannis-Kirche in Gutenstetten und die Kilianskirche in Reinhardshofen gehören zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gutenstetten.

Politik und Gesellschaft[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder.

  • CSU 7 Sitze
  • Unabhängige Bürger 3 Sitze
  • Grüne 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl vom 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Gerhard Eichner, CSU, seit 2014
  • Helmut Reiß, Unabhängige Bürger, 2002 bis 2014
  • Robert Maderer, CSU, 1985 bis 2002
  • Lorenz Schneider, CSU, 1972 bis 1985

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit dem in der französischen Region Limousin gelegenen Saint-Hilaire-les-Places. Die partnerschaftlichen Aktivitäten werden in erster Linie durch den Verein Freunde von St. Hilaire les Places koordiniert. Es finden auch immer wieder deutsch-französische Fußballturniere statt, die der örtliche Sportverein teilweise mitorganisiert.

Dorferneuerung[Bearbeiten]

Für die Ortsteile Gutenstetten, Reinhardshofen und Pahres wurde im Juli 2009 ein Dorferneuerungsverfahren genehmigt. In Rahmen dieses Verfahrens wurde bereits die Ortsdurchfahrt in Pahres und eine Treppe in Reinhardshofen saniert. Weitere Projekte sind Ortsdurchfahrten und Ortsplatzgestaltungen in Gutenstetten und Reinhardshofen, Sanierung eines historischen Gebäudes in der Ortsmitte in Gutenstetten und weitere Sanierungen von Gemeindeplätzen und Straßen in allen betroffenen Ortsteilen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • St.-Johannis-Kirche in Gutenstetten mit bedeutendem Flügelaltar aus dem Jahr 1511
  • Martinskapelle im Friedhof Gutenstetten
  • Fachwerkpfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert in Gutenstetten
  • Museum für Keltenfunde in Gutenstetten (eröffnet im Mai 2008)
  • Kirche St. Kilian in Reinhardshofen
  • Landschloss in Rockenbach aus dem Jahr 1743 (dient als Schulungsstätte des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Land Bayern)
Landschloss Rockenbach um 1970

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Gutenstetten

Tourismus[Bearbeiten]

  • Gutenstetten bietet mit dem Weiherwanderweg, dem Aischtalradweg und dem sogenannten Allianzweg gemeindeübergreifende Wander- und Radwanderrouten.
  • Innerhalb der Gemeinde sind vier verschiedene Rundwanderwege mit verschiedenen Distanzen ausgeschildert
  • Die Gemeinde Gutenstetten ist mit zwei Brauereien ein zentraler Ort an der Aischgründer Bierstraße.
  • Im Landschloss Rockenbach befindet sich eine Jugendbegegnungsstätte der christlichen Pfadfinder.
  • Der Ort liegt an der Steigerwald-Höhenstraße.

Musik[Bearbeiten]

Musikalische Aktivität betreiben der Männergesangverein Gutenstetten, ein gemischter Chor, ein Frauenchor in Rockenbach und Bergtheim und ein Posaunenchor.

Sport[Bearbeiten]

Das Sportgelände des SV Gutenstetten

Der Sportverein Gutenstetten e.V. wurde im Jahr 1949 gegründet. Mit ca. 400 Mitgliedern ist er der größte Verein der Gemeinde Gutenstetten. Der SV Gutenstetten trat ab 1999 für die breite Öffentlichkeit in der Region Franken in Erscheinung, als der Verein von der A-Klasse bis in die Bezirksoberliga aufstieg. Seit Sommer 2012 ist die Fußballabteilung ausgegliedert und bildet zusammen mit den Fußballern des SVS Münchsteinach die SpVgg Steinachgrund 2012 e.V.. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisklasse, die zweite Mannschaft ist in der B-Klasse Kreis Nünrberg-Frankenhöhe beheimatet (Stand 2013).[6]

In den Ortsteilen Bergtheim und Kleinsteinach gibt es jeweils einen Sportschützenverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Am ersten Juliwochenende feiert der Ortsteil Reinhardshofen Kirchweih.
  • Am zweiten Wochenende im Juli, jedoch nie vor dem 10. Juli als Kirchweihsonntag, feiert der Hauptort Gutenstetten Kirchweih. Es handelt sich hier um eine typisch fränkische Wirtshauskirchweih, die bereits am Donnerstag mit der Schlachtschüssel beginnt.
  • Am ersten Augustwochenende feiert der Ortsteil Pahres Kirchweih. Durch die dortige Brauerei ist diese Kirchweih weit über die Grenzen der Region bekannt.
  • Am zweiten Augustwochenende feiert der Ortsteil Kleinsteinach Kirchweih.
  • Am ersten Septemberwochenende feiert der Ortsteil Bergtheim Kirchweih

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Gutenstetten liegt im Tarifgebiet des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Seit der Einstellung der Aischtalbahn ist Gutenstetten mit einer Buslinie des OVF an den an der Bahnstrecke Nürnberg-Würzburg gelegenen Bahnhof in Neustadt an der Aisch angebunden. Auf dieser Linie finden seit April 2008 im Sommerhalbjahr Fahrten im Rahmen der Freizeitlinie „Aischgründer Bierexpress“ statt.[7]

Gutenstetten liegt direkt an der Bundesstraße 470, über die auch die Bundesautobahn 3 an der Anschlussstelle Höchstadt-Ost, sowie die Bundesautobahn 7 an der Anschlussstelle Bad Windsheim erreicht werden kann.

Gutenstetten war ein Haltepunkt der ehemaligen Aischtalbahn

2009 wurde der Solarpark Haag in Betrieb genommen. Dort werden jährlich 5.500.000 Kilowattstunden Strom erzeugt.[8]

Unternehmen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Andreas Deininger, (1852 - 1934), Bürgermeister, Mühlenbesitzer, Landwirt, Abgeordneter des Bay. Landtag von 1893 - 1911
  • Johann Joachim Schlegel (1821–1880), Braumeister, Gründer der Schlegel Brauerei AG (aus dem Ortsteil Bergtheim)
  • Gabi Schmidt (1968), Landtagsabgeordnete (aus dem Ortsteil Kleinsteinach)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gutenstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1456&attr=590&modus=automat&tempus=20110609/175435&hodie=20110609/181753
  3. Die angebliche Erstnennung von Gutenstetten im Jahre 772 in: http://www.wolfgangepple.de/
  4. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 536
  6. Von Erzrivalen zu Kameraden in: br.de/franken
  7. Informationen des VGN zum „Aischgründer Bierexpress“
  8. Offizielle Inbetriebnahme des Solarparks Haag in Gutenstetten (PDF-Datei; 106 kB) gehrlicher.com, abgerufen am 8. August 2012.
  9. http://brauerei-windsheimer.de/index.php?page=ueberuns