Gutsherr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gutsherrschaft)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Gutsherr und Gutsbesitzer überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Siehe-auch-Löscher (Diskussion) 08:24, 5. Okt. 2014 (CEST)

Gutsherr ist die Bezeichnung für den Eigentümer einer dörflichen Herrschaftsform, die vom 15. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Mittel- und Osteuropa zu finden war. Der Gutsherr verfügte nicht nur über weiträumigen Landbesitz (Gutsbezirk, Rittergut), sondern hatte, bedingt durch seine beherrschende Stellung im Dorfverband, in vollem Umfang politische Obrigkeit inne (Gutsherrschaft).

Erst um die Jahrhundertwende erlosch diese Funktionsweise allmählich und wurde in Deutschland und Österreich in den 1920er Jahren gesetzlich abgeschafft. Die deutschen Gutsbezirke wurden 1927 endgültig aufgelöst. In Hessen bestehen bis in die Gegenwart gemeindefreie moderne Gutsbezirke fort.

Redewendung[Bearbeiten]

Die Redewendung „etwas nach Gutsherrenart tun“ bedeutet, nach eigenen Gutdünken zu handeln.

Der Ausdruck nimmt Bezug auf die Stellung der Gutsherren im 19. Jahrhundert, die – auch noch nach der Bauernbefreiung – aufgrund des Landrechts die polizeiliche und gerichtliche Herrschaft über ihre Untergebenen hatten. Der Gutsherr durfte daher nach eigenem Ermessen entscheiden, was aber nicht selten den Charakter von Willkür und Arroganz annahm.

Im deutschen Sprachraum findet er vor allem im politischen Journalismus Verwendung, ist aber stilistisch umstritten. In der Werbung für Lebensmittel sind Gerichte gemeint, die mit kräftigen Gewürzen, Speck u. a. zubereitet sind, wie es in der gehobenen ländlichen Küche üblich ist. Diese Redewendung weist darauf hin, dass der Gutsherr von allem, was er von seinem Gut erntete, das Beste für sich nahm.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Belege[Bearbeiten]