Guy Morin

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Guy Morin (* 4. Dezember 1956) ist ein Arzt und Politiker (Grüne Partei der Schweiz) aus dem Schweizer Kanton Basel-Stadt. Seit 2009 ist er Regierungspräsident des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Berufliche und politische Laufbahn bis 2004[Bearbeiten]

Guy Morin absolvierte von 1978 bis 1984 ein Medizinstudium an der Universität Basel. Es folgte eine Weiterbildung zum Arzt für allgemeine Medizin FMH in verschiedenen Spitälern des Kantons Basel-Stadt. Von 1993 bis 2004 führte er eine eigene Hausarztpraxis im Quartier St. Johann in Basel. Von 1996 bis 2004 war er Präsident der HMO-Hausärztevereinigung.

1984 bis 1986 amtierte Guy Morin als Sekretär und ist seit 1987 Vorstandsmitglied der Schweizerischen Sektion der Ärzte und Ärztinnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW). Seit 1988 ist er Mitglied der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Von 1988 bis 2001 war er Mitglied des Grossen Rates des Kantons Basel-Stadt. Von 1997 bis 2001 präsidierte er dort die Gesundheitskommission.

Regierungsrat und Vorsteher Justizdepartement 2005 bis 2009[Bearbeiten]

Nach seiner Wahl in den Regierungsrat im Jahr 2004 – als erstes Mitglied der Grünen Partei Basel-Stadt überhaupt – war Guy Morin von 2005 bis 2009 der Vorsteher des kantonalen Justizdepartementes. Aufsehen erregt hat er in dieser Legislaturperiode vor allem durch sein starkes Engagement im Bereich Jugendschutz. Als Vorsteher des Justizdepartements zeichnete Guy Morin auch für die Einführung der umfangreichen Regierungs- und Verwaltungsreorganisation verantwortlich, die per 1. Januar 2009 umgesetzt wurde.

Regierungspräsident und Vorsteher Präsidialdepartement seit 2009[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde Guy Morin in stiller Wahl zum ersten Regierungspräsidenten des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt für vier Jahre (Legislatur 2009–2013) gewählt. Er stellte sich für eine weitere Legislatur (2013–2017) als Regierungspräsident zur Wahl und wurde am 28. Oktober 2012 erst ins Regierungsgremium und am 25. November 2012 im zweiten Wahlgang, den er klar vor Baschi Dürr gewann, auch wieder ins Regierungspräsidium gewählt.[1]

Als Regierungspräsident obliegt Guy Morin auch der Vorstand des im 2009 neu geschaffenen Präsidialdepartements mit den Abteilungen Aussenbeziehungen und Standortmarketing, Gleichstellung von Frauen und Männern, Kantons- und Stadtentwicklung, Kultur, das Statistische Amt sowie die Staatskanzlei und das Generalsekretariat.

In seine Zeit als Regierungspräsident und Vorsteher des Präsidialdepartements fiel die Gründung der Metropolitankonferenz Basel am 16. Januar 2012, die Guy Morin präsidiert. Die Metropolitankonferenz Basel, die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft versammelt, bezweckt die gemeinsame Interessenvertretung gegenüber dem Bund und anderen Regionen in Kernthemen, die für den Metropolitanraum von besonderer Bedeutung sind.

Unter seinem Vorstand wurde auch das kantonale Wohnraumfördergesetz ausgearbeitet, das von den basel-städtischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern am 22. September 2013 angenommen wurde. Das Wohnraumfördergesetz soll die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt mittelfristig nachhaltig befriedigen.

Ebenfalls lancierte er das Kulturleitbild des Kantons Basel-Stadt, das die Herausforderungen und Kriterien der staatlichen Förderung des kulturellen Schaffens sowie die kulturpolitischen Ziele und Massnahmen benennt und einen besonderen Akzent bei der Vermittlung kultureller Angebote und bei der Qualitätssicherung setzt.

Guy Morin setzte auch in der staatlichen Museumslandschaft einiges in Bewegung. So kam in dieser Zeit die Planung des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums Basel zustande, der 2016 eröffnet werden soll. Auch konnte der Umbau des Museums der Kulturen Basel vollzogen sowie die Neubauten für das Naturhistorische Museum Basel und das Staatsarchiv initiiert werden.[2] Die Neueröffnung des Naturhistorischen Museums Basel am Bahnhof St. Johann ist auf das Jahr 2022 angesetzt, die Nachnutzung des heutigen Standorts im Berri-Bau ist zurzeit in Diskussion.

Am 21. Mai 2014 hat der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt dem neuen kantonalen Gesetz über die öffentliche Statistik (Statistikgesetz; StatG) zugestimmt. Mit diesem neuen Gesetz wird die Tätigkeit der öffentlichen Statistik im Kanton Basel-Stadt gesetzlich verankert. Dies erfordert das Legalitätsprinzip, das für jede staatliche Tätigkeit eine ausreichende gesetzliche Grundlage bedingt. Der Zeitpunkt für die Erarbeitung eines neuen Statistikgesetzes war optimal. Denn die öffentliche Statistik befindet sich in einem Umbruch, da die für die statistischen Arbeiten erforderlichen Daten immer weniger bei den betroffenen Personen erfragt werden, sondern immer mehr direkt aus den vorhandenen Datenbeständen der öffentlichen Organe bezogen werden. Die direkte Verwertung der vorhandenen Daten stellt deshalb erhöhte Anforderungen an die Organisation der öffentlichen Statistik.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Medienmitteilung der Staatskanzlei Basel-Stadt vom 25. November 2012.
  2. Medienmitteilung der Staatskanzlei Basel-Stadt vom 29. Januar 2013.