Gyrasehemmer

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Gyrasehemmer sind chemische Verbindungen, die die Aktivität von Gyrase-Enzymen bremsen oder ganz verhindern. Gyrasen dienen bei Prokaryoten zum Supercoiling der DNA, womit sowohl ein Platzgewinn, als auch eine bessere partielle Ablesbarkeit der DNA erreicht wird. Durch Hemmung der Gyrase verliert die DNA ihre kompakte Struktur und expandiert, was schließlich zum Platzen der Zelle führt. Die Hemmung von bakterieller Gyrase ist das Wirkungsprinzip einiger Antibiotika.

Grundstruktur der Gyrasehemmer, hier Chinolon-Antibiotika: der blau gezeichnete Rest R ist meist Piperazin; enthält die Verbindung Fluor (rot), ist es ein Fluorchinolon

Chemischer Ausgangspunkt der Entwicklung der Gyrasehemmer war die Nalidixinsäure. Gemeinsam ist allen Vertretern der Gyrasehemmer eine heterocyclische Struktur mit einem Stickstoffatom im Ring (Position 1), einer Carboxygruppe an Position 3 sowie einer Ketogruppe an Position 4. Gyrasehemmer wirken - je nach Höhe der Dosis - sowohl bakteriostatisch als auch bakterizid.

Gruppen von Girasehemmern[Bearbeiten]

Chemische Unterscheidung[Bearbeiten]

Chemisch gesehen unterscheidet man vier Gruppen:

Unterscheidung nach Wirkungsweise[Bearbeiten]

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft unterscheidet nach der Wirkungsweise auch vier Gruppen:[1]


Selten kann es bei allen Gyrasehemmern – auch nach kurzzeitiger Einnahme – zu Schäden (etwa: Rissen) an großen Sehnen, z. B. zur Achillessehnenruptur kommen. Dies betrifft häufiger ältere Personen und Patienten, die Corticoide einnehmen, kann aber auch bei jungen Menschen auftreten. Erklärt wird das mit einer erhöhten Wirksamkeit von Matrix-Metalloproteinasen, die die Festigkeit der Sehnen herabsetzen können.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://n.ethz.ch/~mograf/Sem.%205&6/med.%20Chemie/I/otto_gyrasehemmer.pdf
  2. H. Vyas, G. Krishnaswamy: Quinolone-associated rupture of the Achilles' tendon. In: New England Journal of Medicine 2007. Artikel 357 (20), S. 2067.