Gyromitrin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Gyromitrin
Allgemeines
Name Gyromitrin
Andere Namen
  • N-Methyl-N-formylacetaldehydhydrazon
  • N'-Etyliden-N-metylformhydrazid
Summenformel C4H8N2O
CAS-Nummer 16568-02-8
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle bzw. Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 100,2 g·mol−1
Dichte

1,05 g·cm-3[1]

Schmelzpunkt

19,5 °C[1]

Siedepunkt

143 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Gyromitrin ist eine giftige und vermutlich karzinogene chemische Verbindung, die unter anderem in der Frühjahrslorchel, einem in Europa und Nordamerika heimischen Giftpilz, enthalten ist. Gyromitrin ist flüchtig und wasserlöslich. Die Verbindung ist schon oberhalb von −25 °C sehr oxidationsempfindlich und hydrolysiert leicht in Gegenwart von Säuren und Basen.[1]

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) – enthält Gyromitrin

Im menschlichen Körper wird Gyromitrin zu Monomethylhydrazin umgewandelt. Anfangssymptome nach Aufnahme des Stoffes sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühle. In großen Mengen, wie sie in der Regel bereits in einer einzigen Frühjahrslorchel vorkommen, führt Gyromitrin zunächst zu Leberversagen und schließlich zum Tod. Die letale Dosis für den Menschen liegt bei 30 bis 50 mg Gyromitrin pro Kilogramm Körpergewicht. Aufgrund der Flüchtigkeit von Gyromitrin reicht schon die bloße Präsenz der Giftpilze in einem schlecht gelüfteten Raum aus, um eine Vergiftung über die Atemwege hervorzurufen.

Die Therapie bei oralen Gyromitrinvergiftungen besteht aus der Gabe von Aktivkohle, um Reste der giftstoffhaltigen Nahrung aus dem Organismus zu entfernen, sowie Vitamin B6 als Antidot.

Es gibt Anzeichen aus der Forschung, dass bereits kleine Dosen von Gyromitrin eine kumulative krebserregende Wirkung haben können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Gyromitrin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Juni 2013.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Eintrag Gyromitrin bei ChemIDplus.

Weblinks[Bearbeiten]