Háj (Košice-okolie)

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Háj
Wappen Karte
Wappen von Háj
Háj (Slowakei)
Háj
Háj
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Košický kraj
Okres: Košice-okolie
Region: Košice
Fläche: 21,36 km²
Einwohner: 297 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 13,9 Einwohner je km²
Höhe: 270 m n.m.
Postleitzahl: 044 02 (Post Turňa nad Bodvou)
Telefonvorwahl: 0 55
Geographische Lage: 48° 38′ N, 20° 51′ O48.62777777777820.854166666667270Koordinaten: 48° 37′ 40″ N, 20° 51′ 15″ O
Kfz-Kennzeichen: KS
Kód obce: 518123
Struktur
Gemeindeart: Gemeinde
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeisterin: Július Farkas
Adresse: Obecný úrad
Číslo: 112, Háj
044 02 Turňa nad Bodvou
Statistikinformation auf statistics.sk

Háj (ungarisch Áj) ist eine kleine Gemeinde im Osten der Slowakei mit 297 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt im Okres Košice-okolie, einem Teil des Košický kraj.

Geografie[Bearbeiten]

Die 21,36 km² große Gemeinde Háj liegt etwa 25 Kilometer südwestlich der Großstadt Košice und ca. sieben Kilometer nördlich der ungarischen Grenze. Das Gemeindegebiet umfasst einen Abschnitt im Südosten des Slowakischen Karstes. Die Lage des Dorfes Háj ist außergewöhnlich. Es schiebt sich keilförmig in den Ausgang einer tiefen Schlucht, die der Hájsky potok in den kalkhaltigen Untergrund gewaschen hat. Die bis 150 m tiefe Schlucht ist eng und wird von steilen, teilweise überhängenden Felswänden flänkiert. Der Hájsky potok entspringt in Hačava nördlich von Háj und mündet südlich von Háj nach Eintritt in den Kaschauer Talkessel in die Turňa - kurz vor deren Mündung in die Bodva. Das gesamte Gebiet der Gemeinde ist Teil des Nationalparks Slowakischer Karst.

Östlich und westlich der Hájsky potok-Schlucht erstreckt sich das stark bewaldete Hochplateau des Slowakischen Karstes, dessen Reliefdurch bizarre Felsformationen unterbrochen wird. Zu den höchsten Erhebungen in diesem Teil des Gemeindegebietes gehören Bereš 577 m n.m., Čertovosť 683 m n.m. und Šugovský vrch 705 m n.m.. Rin kleiner Teil im Südosten des Gemeindeareales liegt in der von Ackerflächen beherrschten Turňa-Niederung.

Nachbargemeinden von Háj sind Hačava im Norden, Turňa nad Bodvou im Osten und Süden, Zádiel im Südwesten sowie Bôrka im Westen.

Gemeindeverwaltung Háj

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde in ihrer heutigen Form ist noch relativ jung. Sie entstand erst 1990 aus der seit 1964 bestehenden Gemeinde Turnianska Nová Ves, als das große Dorf Turňa nad Bodvou aus der Gemeinde herausgelöst wurde und seither wieder eine eigenständige Gemeinde ist.

Háj wurde 1340 als Ay (ungarisch für Tal bzw. Schlucht) erstmals urkundlich erwähnt. Archäologische Funde deuten aber auf eine frühe Besiedlung der Umgebung während der Broncezeit. Die Bewohner waren Untertanen der Herren der Burg Tornau (Turniansky hrad) im heutigen Turňa nad Bodvou. 1567 zählte man sechs Höfe im Dorf; bis zum 18. Jahrhundert ging die Bevölkerungszahl langsam zurück. Im Jahr 1828 - Herren von Háj war eine Familie Keglevich - hatte das Dorf bereits 85 Häuser. Die Bewohner verdienten damals ihren Lebensunterhalt vorwiegend mit dem Obstbau oder arbeiteten in den umliegenden Kalksteinbrüchen. Nach dem Ersten Wiener Schiedsspruch gehörte auch Háj von 1938 bis 1945 zum ungarischen Komitat Abaúj. ref. Kirche von 19 Jahrhunderts. Fil. ref. Romaine. zb. Zádiel. Allgemeine Bibliothek, Kindergarten, Tennisplatz. Bushaltestelle. Sehenswürdigkeiten: Wasserfälle im Tal und Hájska Kirchhofstatue Engel, der hier nach den Dreharbeiten amerikanischen Film hinter den feindlichen Linien blieb..[1]

Nach dem Ersten Wiener Schiedsspruch gehörte auch Háj von 1938 bis 1945 zum ungarischen Komitat Abaúj.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001 lebten in Háj 307 Einwohner, davon 85 % Ungarn und 10 % Slowaken. 69,4 % der Bewohner bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • bis 150 m tiefe und teilweise nur 10 m breite Schlucht des Hájsky potok mit zahlreichen Stromschnellen und Kaskaden
  • Römisch-katholische Kirche Dt. Joseph (Rímskokatolícky kostol svätého Jozefa) in barockem Baustil aus dem Jahr 1764
  • Reformierte Kirche aus dem 19. Jahrhundert (Reformovaný kostol)
Kirche Dt. Joseph in Háj
Reformierte Kirche Háj

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat ihren ländlichen Charakter bewahrt. Die Bewohner arbeiten in der Landwirtschaft, im Dienstleistungssektor oder pendeln in nahegelegene Industriebetriebe. Im Dorf gibt es ein Lebensmittelgeschäft, eine Bibliothek, einen Kindergarten und einen Tennisplatz.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Unmittelbar südlich von Háj - durch Turňa nad Bodvou - verläuft die Fernstraße 50 (hier auch Teil der Europastraße 58) von Košice über Rožňava nach Bratislava sowie die parallel verlaufende Bahnstrecke Košice-Barca–Rožňava. Von Háj aus führt die einzige Verbindungsstraße in die nördliche Nachbargemeinde Hačava.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dvorníky-Včeláre auf portal.gov.sk. Abgerufen am 30. Mai 2013 (slowakisch).
  2. Statistische Daten auf statistics.sk/mosmis (slowakisch)

Weblinks[Bearbeiten]