Háry János Suite

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Die Háry János Suite ist die Orchesterfassung des ein Jahr zuvor entstandenen Singspiels Háry János von Zoltán Kodály. Sie wurde am 24. Oktober 1927 in Barcelona uraufgeführt.

Satzbezeichnungen[Bearbeiten]

  1. Vorspiel, das Märchen beginnt
  2. Wiener Glockenspiel
  3. Lied
  4. Schlacht und Niederlage Napoleons
  5. Intermezzo
  6. Einzug des kaiserlichen Hofs

Hintergrund[Bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach seinem Dienst in der K&K-Armee, erzählte der Töpfer Háry János von seinen fiktiven Heldentaten im napoleonischen Krieg. Diese Erzählungen wurden von János Garay in einem 1843 erschienenen Epos schriftlich festgehalten und dienten als Grundlage für das Singspiel und die Suite. Die Geschichte des Háry János, dem ausgedienten Soldaten und Bauersmann ist in Ungarn ein bekanntes Volksmärchen aus Simontornya. Gemäß Kodálys Bestreben, die verlorengegangene, unterbliebene Entwicklung der ungarischen Musik nachzuholen, widmete er sich der musikalischen Umarbeitung der Volkssage in ein ungarisches Singspiel. Dort beschränkte er sich auf vier der Abenteuer János´.

Handlung[Bearbeiten]

  1. Abenteuer: János trifft mit seiner Braut Örzse an der Grenze Galiziens zu Russland auf die zweite Gattin Napoleons, Marie-Luise, die Tochter des Kaisers Franz. Die russische Schildwache lässt Marie-Luise nicht passieren und Háry rettet die in der Wachbude zurückgezogene Gesellschaft, indem er die Bude ins kaiserliche Territorium schubst. Marie-Louise will den mutigen Helden für die Leibwache gewinnen und Háry willigt nach kurzer Verhandlung ein. Die Wachbude wird auf russischen Boden zurück gestoßen und die Gesellschaft zieht nach Wien.
  2. Abenteuer: Háry dient als Wachtmeister in der Wiener Burg und erwirbt sich weitere Verdienste. Örzse lässt sich vom ansässigen Ritter Ebelastin nicht beirren und glaubt fest an die Treue Hárys, der sich der Aufmerksamkeit Marie-Luises erfreut. Aus Wut zieht der Ritter Ebelastin die Kriegserklärung Napoleons an Kaiser Franz aus der Tasche.
  3. Abenteuer: Bei Mailand stationiert wird Háry nun als Krieger von General Kruzifix um Rat gebeten und es beginnt „Napoleons Schlacht“, an deren Ende Napoleon jedoch den unbesiegbaren Háry kniend um Gnade bittet. Marie-Luise will sich von Napoleon trennen um Háry zum Gefährten zu nehmen. Daraufhin geraten Örzse und Marie-Luise in Zank. Ihre Hoheit wünscht, dass Örzse in ihre Heimat zurückkehrt und Háry zum Herzog ernannt wird. Örzse weint bitter, bis Háry ihr ins Ohr flüstert, dass er alles in Ordnung bringen werde.
  4. Marie-Luise und ihre Mutter bereiten die Hochzeit am Kaiserlichen Hof vor. Beim Festessen während sämtlicher Gunstbezeigungen trifft Örzse ein, um Abschied von Háry zu nehmen. Er bekennt, dass er sich doch nur nach seiner früheren Braut und seiner Heimat sehne. Die beiden verabschieden sich vom Hof und Háry taucht im Nachspiel in der schmutzigen Dorfschenke wieder auf. In seiner Armut scheint er glücklich zu sein: ein König im Reich seiner Träume.

Weblinks[Bearbeiten]