Hängt ihn höher

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Filmdaten
Deutscher Titel Hängt ihn höher
Originaltitel Hang ’Em High
Hang em high de.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 114 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Ted Post
Drehbuch Leonard Freeman
Mel Goldberg
Produktion Leonard Freeman
Irving L. Leonard
Robert Stambler
Musik Dominic Frontiere
Kamera Richard H. Kline
Leonard J. South
Schnitt Gene Fowler Jr.
Besetzung

Hängt ihn höher ist ein Western mit Clint Eastwood von Regisseur Ted Post. Der Film startete am 18. Dezember 1968 in den bundesdeutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Oklahoma im Jahr 1889. Der ehemalige Sheriff Jedediah (Jed) Cooper hat von einem Kleinrancher Rinder gekauft und zieht damit durch die Prärie. Plötzlich tauchen neun Männer mit einem Anführer namens „Captain Wilson“ auf und wollen von Cooper den Kaufvertrag der Rinder sehen. Der Kaufvertrag ist nur mit einem Kreuz unterzeichnet, die Männer aber wissen, dass der Rancher schreiben konnte und immer mit seinem Namen unterzeichnete. Auch Coopers Beschreibung des Ranchers passt nicht. Da einer der Männer gerade auf der Ranch war und den Rancher und dessen Frau erschossen aufgefunden hat, glauben die Männer nun sofort, dass Cooper das Ehepaar ermordet und die Rinder gestohlen hat. Anstatt die Sache aber der Justiz zu überlassen, hängen sie ihn am nächsten Baum auf und verschwinden.

Kurz darauf erscheint Marshal Dave Bliss, der gerade mit einem Gefangenentransport unterwegs ist. Er rettet Cooper aus seiner Lage, verhaftet ihn aber und führt ihn vor Richter Adam Fenton, dem man nachsagt, dass er jeden Straftäter am liebsten am Galgen hängen sieht. Glücklichwerweise wurde der wahre Mörder des Rancherpaares vorher gefasst und der Richter und Cooper sehen sich vom Fenster aus dessen Hinrichtung an. Der Mörder hatte Cooper glauben gemacht, der Rancher zu sein, und hatte ihm die Rinder verkauft. Cooper, nun wieder in Freiheit, will unbedingt die neun Männer, die ihn gehängt haben, einer gerechten Bestrafung zuführen. Der Richter ist darüber informiert, dass Cooper in St. Louis Sheriff war, und bietet ihm einen Job als Marshal mit guter Bezahlung an. Cooper nimmt an und trägt von nun an einen Marshalstern. Er kann damit als Vertreter des Gesetzes Jagd auf die neun Männer machen.

Als Cooper bei einem Sheriff einen Gefangenen abholen muss, trifft er zufällig auf einen der neun Männer. Dieser wehrt sich mit seiner Waffe gegen die Festnahme, so dass Cooper ihn in Notwehr erschießen muss. Beim Richter hat sich inzwischen ein weiterer der neun Männer freiwillig gestellt und die Namen der anderen genannt. Er beteuert, alleine dagegen gewesen zu sein, dass man Cooper hängt. Cooper sucht mit den Haftbefehlen für die restlichen sieben Männer den Ort auf, wo diese sich zur Zeit aufhalten sollen. Einen der Sieben, den Schmied Stone, nimmt er fest und lässt ihn beim örtlichen Sheriff einsperren.

Unwillig begleitet der Sheriff Cooper auf der Suche nach den restlichen Männern, als sie unterwegs von einem Farmer um Hilfe gebeten werden. Dem Farmer wurde sein Vieh gestohlen und dabei noch Vater und Bruder ermordet. Wegen Rückenschmerzen weigert sich der Sheriff, weiter mitzukommen und Cooper macht sich mit dem Farmer und dessen Männern auf die Suche nach den drei Mördern, die schließlich aufgespürt werden. Einer der drei, Miller, ist ein weiterer der neun Männer. Die anderen beiden Täter sind zwei noch sehr junge Brüder, die von Miller offenbar zu der Tat überredet wurden und beteuern, dass sie nur am Viehdiebstahl beteiligt waren, nicht aber am Mord.

Der Farmer und seine Leute wollen die drei sofort aufhängen. Cooper verhindert die Lynchjustiz und besteht darauf, dass die Täter vor Gericht gestellt werden. Da ihn keiner begleiten will, geht er das Risiko ein, die drei Männer allein zum Gefängnis zu bringen. Miller kann sich während einer Rast von seinen Fesseln befreien und versucht, Cooper zu überwältigen. Die beiden ungefesselten Brüder beobachten den Zweikampf, ohne einzugreifen oder die Situation zur Flucht zu nutzen. Cooper überwältigt Miller und bindet ihn auf dem Pferd fest. Nach einem langen Ritt bricht Cooper kurz vor dem Gerichtsgebäude erschöpft zusammen, fällt vom Pferd und dem Richter direkt in die Arme, der bereits per Telegramm informiert wurde und Cooper auf der Straße entgegengekommen war. Der Richter schafft Cooper ins örtliche Bordell, wo die Damen dafür sorgen, dass er wieder auf die Beine kommt. Die Überführung der drei Täter spricht sich als Heldentat herum.

Der dienstunwillige Sheriff erscheint bei Cooper und teilt ihm mit, dass er den inhaftierten Schmied Stone erschießen musste. Er hatte ihn tagsüber aus der Zelle gelassen, damit er seiner Arbeit in der Schmiede nachgehen konnte, und musste ihn dann aufsuchen, als er eines Abends nicht freiwillig in die Zelle zurückgekehrt war. Er musste auf ihn schießen, um einen Fluchtversuch zu verhindern, und hat ihn tödlich getroffen. Außerdem übergibt der Sheriff Cooper 800 Dollar, die er von Captain Wilson bekommen hat, also die Summe, die Cooper für die Rinder bezahlt hatte. Der Captain will damit erreichen, dass Cooper nicht mehr Jagd auf ihn und seine Männer macht. Cooper nimmt zwar das Geld an, äußert aber, dass er lediglich, was das Geld betrifft, mit den Männern quitt ist. Der Sheriff reitet zurück und teilt das Captain Wilson mit, worauf dieser sich mit zweien seiner Männer auf den Weg macht, um Cooper zu töten. Der Rest seiner Leute ist aus Angst vor Cooper geflohen.

Die drei Männer, die Cooper vor der Lynchjustiz bewahrt hat, werden vor Gericht gestellt. Cooper setzt sich als Zeuge für die beiden Brüder ein, da er davon überzeugt ist, dass sie nur an dem Viehdiebstahl beteiligt waren. Der Richter ignoriert aber seine Kommentare, wirft ihm Missachtung des Gerichtes vor, brummt ihm eine Strafe von 30 Dollar auf und droht damit, ihn für 30 Tage einzusperren, wenn er sich nicht mit seinen Äußerungen zurückhält. Schließlich werden alle drei zum Tode verurteilt und werden zusammen mit drei weiteren Verurteilten vor einer großen Anzahl Schaulustiger gehängt. Cooper will das Spektakel nicht mit ansehen und zieht sich mit einer der Damen ins Bordell zurück. Er bekommt Zweifel, ob man die Vorgehensweise des Richters überhaupt noch als Gerechtigkeit ansehen kann.

Im Bordell wird Cooper von Captain Wilson und seinen Helfern überfallen und schwer angeschossen. Rachel Warren, eine Witwe, pflegt Cooper aufopfernd wieder gesund. Während eines Ausflugs ins Grüne offenbart sie Cooper, warum sie sich jeden neuen Gefangenen ansieht. Sie und ihr Mann wurden von zwei Männern überfallen, die ihren Mann getötet und sie vergewaltigt haben. Sollten die Männer eines Tages gefasst werden, will sie sich deren Hinrichtung ansehen.

Cooper findet Captain Wilson und dessen übriggebliebene zwei Helfer. Diese tötet er zunächst im Kampf, daraufhin hängt sich Wilson vor Angst auf. Cooper will beim Richter seinen Job als Marshal hinwerfen, aber nach dem treffenden Vorwurf, er habe den Marshal-Stern zur persönlichen Rache gebraucht und der Begnadigung des einen, jetzt alten und kranken Mannes, der sich freiwillig gestellt hatte, nimmt Cooper den Stern wieder an. Bei der Aussprache räumt der Richter ein, manchmal überfordert zu sein und Fehler zu machen, dies aber an dem Mangel von staatlichen Institutionen und Berufungsgerichten in dem sich erst bildenden Staat läge. Cooper heftet sich den Marshal-Stern wieder an die Brust und reitet seinen Aufgaben entgegen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Nachdem die Dollar-Trilogie weltweit enormen Erfolg hatte, kehrte Clint Eastwood nach Amerika zurück. Hängt ihn höher sollte sein erster Film nach seinem künstlerischen Ausflug nach Europa sein.
  • Zitiert wird dieser Film in der deutschen Filmkomödie Die Einsteiger.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: „Ein rachedurstiger ehemaliger Sheriff, der von einer Bande überfallen und beinahe gelyncht wurde, erhält vom Obersten Richter den Auftrag, die Banditen dem Gericht zu überantworten. Spannend inszenierter, gut gespielter Western über den Konflikt zwischen Recht und Unrecht, Rache und Verzeihen in einem noch nicht zivilisierten Land.[2]
  • Prisma Online: „Ted Post begab sich hier auf die Spuren des Italo-Western, dabei legte er aber größeren Wert auf die Darstellung des amerikanischen Rechts und dessen Anwendung. Clint Eastwood lässt auch hier einige seiner zynischen Sprüche ab.
  • Phil Hardy merkt an, der Film sei zwar nominell von Post inszeniert worden, sei aber „Eastwoods triumphale Rückkehr nach Hollywood (…) und der Beginn seiner Karriere als Regisseur“. Eine Neuerung gegenüber den Leone-Western sei die starke Rolle der Filmheldin. Ihre schwierige Beziehung zu Eastwoods Figur sei „der überzeugendste Aspekt des Films.“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF) (PDF; 72 kB) FSK. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  2. Hängt ihn höher im Lexikon des Internationalen Films
  3. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S.303