Höchstädt im Fichtelgebirge

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Höchstädt i.Fichtelgebirge
Höchstädt im Fichtelgebirge
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Höchstädt i.Fichtelgebirge hervorgehoben
50.10194444444412.086944444444565Koordinaten: 50° 6′ N, 12° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Thiersheim
Höhe: 565 m ü. NHN
Fläche: 14,95 km²
Einwohner: 1139 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95186
Vorwahl: 09235
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 126
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
V.-Waldenfels-Platz 2
95186 Höchstädt i.Fichtelgebirge
Webpräsenz: www.95186-hoechstaedt.de
Bürgermeister: Rudolf Reichel (CSU)
Lage der Gemeinde Höchstädt i.Fichtelgebirge im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-Süd Meierhöfer Seite Weißenstadter Forst-Süd Weißenstadter Forst-Nord Tröstauer Forst-West Tröstauer Forst-Ost Selb Neubauer Forst-Süd Kaiserhammer Forst-Ost Vordorfer Forst Selb Selb Hohenberg an der Eger Hohenberg an der Eger Marktleuthen Thierstein (Fichtelgebirge) Selb Selb Wunsiedel Weißenstadt Tröstau Thiersheim Schönwald (Bayern) Schirnding Röslau Marktredwitz Kirchenlamitz Hohenberg an der Eger Höchstädt im Fichtelgebirge Arzberg (Oberfranken) Bad Alexandersbad Nagel (Fichtelgebirge) Tschechien Landkreis Tirschenreuth Landkreis Bayreuth Landkreis Hof Kaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Höchstädt im Fichtelgebirge (amtlich Höchstädt i.Fichtelgebirge) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Thiersheim.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Höchstädt ist in sechs Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wurde die Siedlung 1298 erstmals erwähnt. Höchstädt zählte zu den ersten Erwerbungen der Burggrafen von Nürnberg im späteren Sechsämterland, die im Amt Hohenberg/Wunsiedel zusammengefasst wurden. Die Vorbesitzer waren wahrscheinlich die Herren von Hohenberg. Im Ort gab es zwei Rittergüter, die beide von den Burggrafen von Nürnberg, beziehungsweise den späteren Markgrafen zu Brandenburg zu Lehen gingen: Oberhöchstädt und Unterhöchstädt. Das Rittergut Oberhöchstädt befand sich von 1398 bis 1559 in den Händen der egerländischen Reichsministerialenfamilie Rorer. Auf diese folgten die aus Thüringen stammenden Herren von Witzleben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Rittergut Oberhöchstädt weitestgehend zerstört und seine Besitzer kamen ihren Lehenspflichten nicht mehr nach. Deshalb wurde es durch Markgraf Christian zu Brandenburg-Kulmbach als verwirkt eingezogen und 1644 für 6200 Gulden an die Wunsiedler Hospitalstiftung verkauft. Diese erwarb zumindest die Rittergutsgebäude im Jahr 1982 von der Familie Rohrer zurück, sie befinden sich heute wieder in den Händen von Nachkommen der spätmittelalterlichen Besitzer. Diese betreiben dort neben einer Kunstgalerie auch das Schlossmuseum Höchstädt. Das Rittergut Unterhöchstädt besaß um 1370 die Familie von Uttenhofen, kam dann an die Niederadelsfamilie Santner und wurde 1413 von den ursprünglich von der Burg Rabeneck bei Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz stammenden Herren von Rabenstein erworben. Diese waren bis 1534 im Besitz des Rittergutes, dann folgten ihnen die Herren von Haidenaab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Unterhöchstädt in arge Mitleidenschaft gezogen; 1668 gelangte das Rittergut an die Herren von Waldenfels, die das Schloss bis 1847 bewohnten. Bald darauf ging das durch Brand beschädigte Schloss Unterhöchstädt in den Besitz der Gemeinde über. Nach einer langjährigen Nutzung als Schulhaus dient es heute als Sitz der Gemeindeverwaltung und zu Wohnzwecken.

Im Jahre 1791 war Höchstädt mit dem Markgrafschaft Bayreuth an Preußen gelangt. 1806 besetzten es französische Truppen, 1810 kam der Ort zu Bayern. 1818 entstanden die Gemeinden Unter- und Oberhöchstädt, 1821 erfolgte die Vereinigung zur Gemeinde Höchstädt. Im Jahre 1923 wurde Tännig eingemeindet. 1995 wurde der Ortsname von Höchstädt bei Thiersheim in Höchstädt im Fichtelgebirge geändert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Neudes mit damals etwa 100 Einwohnern eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

CSU SPD Parteilose Liste/Freie Wahlgemeinschaft Gesamt
2008 5 4 3 12 Sitze
CSU SPD Parteilose Liste/Freie Wahlgemeinschaft Gesamt
2002 6 4 2 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist aus dem Wappen der Familie Rohrer (unterer Teil) und der Familie von Hohenzollern (schwarz-weiße Vierung) zusammengesetzt.

Die Familie Rohrer ist wegen ihrer langen Tradition auf dem Schloss Oberhöchstädt im Wappen vertreten. Die Familie von Hohenzollern herrschte 500 Jahre über das Sechsämterland, in dem Höchstädt liegt. Um an diese Verbindung zu erinnern, wurde die schwarz-weiße Vierung in das Wappen aufgenommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Evangelische Peter- und Paul-Kirche
  • Rathaus
  • Schlossmuseum
  • Töpferhof, eine Erlebnistöpferei
  • Stoakirch’n, eine Felsformation auf dem Schlosshügel
  • Hofmühle
  • Adelsmühle
  • Gasthof zur Hölle (unverändert seit 1902)
  • Berggaststätte Schlosshügel (seit 1910)
  • Gasthof Einhorn

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Höchstädt im Fichtelgebirge

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik Höchstädt im Fichtelgebirge – 1298–1998 – 700 Jahre. Höchstädt 1998.
  • Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredtwitz. Die Kunstdenkmäler von Bayern, VIII. Regierungsbezirk Oberfranken, Band 1. München 1954. ISBN 3-486-41941-2. S.123-129.
  • Martin Schikora: 100 Jahre ATV Höchstädt - vom politischen Turnverein zum Familiensportverein mit Kultur. Höchstädt 2011.
  • Harald Stark: Das Rittergut Oberhöchstädt. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Band 78. Bayreuth 1998. S.41–112.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höchstädt im Fichtelgebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/170446&attr=OBJ&val=1300
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700.