Höchstadt an der Aisch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Höchstadt a.d.Aisch
Höchstadt an der Aisch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Höchstadt a.d.Aisch hervorgehoben
49.70555555555610.805833333333295Koordinaten: 49° 42′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 70,9 km²
Einwohner: 13.162 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91315
Vorwahl: 09193
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 135
Stadtgliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 5
91315 Höchstadt a.d.Aisch
Webpräsenz: www.hoechstadt.de
Bürgermeister: Gerald Brehm (Junge Liste)
Lage der Stadt Höchstadt a.d.Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet) Neunhofer Forst Mark (gemeindefreies Gebiet) Kraftshofer Forst Kalchreuther Forst Geschaidt Forst Tennenlohe Erlenstegener Forst Buckenhofer Forst Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Erlangen Landkreis Ansbach Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Buckenhof Aurachtal Eckental Heroldsberg Kalchreuth Lonnerstadt Möhrendorf Mühlhausen (Mittelfranken) Oberreichenbach (Mittelfranken) Spardorf Uttenreuth Vestenbergsgreuth Weisendorf Wachenroth Röttenbach (bei Erlangen) Marloffstein Höchstadt an der Aisch Heßdorf Herzogenaurach Hemhofen Großenseebach Gremsdorf Bubenreuth Baiersdorf Adelsdorf Dormitzer ForstKarte
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Höchstadt an der Aisch (amtlich: Höchstadt a.d.Aisch) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und nach Herzogenaurach die zweitgrößte Stadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die ehemalige Kreisstadt liegt am Rand des Steigerwaldes zwischen den Städten Erlangen und Bamberg. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hirschaid, Hallerndorf, Adelsdorf, Gremsdorf, Heßdorf, Weisendorf, Uehlfeld, Lonnerstadt, Mühlhausen, Pommersfelden, Frensdorf.

Ehem. Kreisstadt Höchststadt a. d. Aisch[Bearbeiten]

Bis zur Kreisreform im Jahr 1972 war Höchstadt a. d. Aisch die Kreisstadt des Landkreises Höchstadt a. d. Aisch im Regierungsbezirk Oberfranken. Der Landkreis erstreckte sich von Herzogenaurach bis nach Schlüsselfeld (heute Lkr. Bamberg). Fahrzeuge, die im Landkreis Höchstadt a. d. Aisch zugelassen wurden, trugen die Buchstaben HÖS; auch heute sieht man dieses Kennzeichen noch vereinzelt an älteren Fahrzeugen.

Der Versuch, das Kennzeichen für An-/Ummeldungen von historischen Fahrzeugen zurückzugewinnen, scheiterte an der Zustimmung des Landrates Eberhard Irlinger (SPD).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Höchstadt gliedert sich in 25 Stadtteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Höchstadt wurde im Jahr 1003 erstmals urkundlich als Schenkung des Grafen Ezzilo von Schweinfurt ans Kloster Fulda erwähnt. Die Gründung der Stadt erfolgte an einer vorgeschichtlichen Furt über den Fluss Aisch.

Um ca. 1380 wurde Höchstadt das Stadtrecht verliehen. In der Folge wurde der Palisadenring um die Stadt durch zuletzt drei Stadtmauerringe ersetzt. An Stelle der Furt wurde Ende des 14. Jahrhunderts eine Steinbrücke gebaut, die erstmals 1391 erwähnt wurde und erhalten ist.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Höchstadt 1633 durch die Schweden völlig zerstört und später wieder aufgebaut. Während des 18. Jahrhunderts bestand im Ort ein Kapuzinerkloster, von dem sich der Fürstbischof von Bamberg eine Stärkung des Glaubens der katholischen Bevölkerung versprach.

Die Stadt Höchstadt an der Aisch war bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 Sitz eines Obervogtamtes und gehörte zum Hochstift Bamberg, das ab 1500 ein Teil des Fränkischen Reichskreises war. Seit 1803 gehört der Ort zu Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 verloren die Gemeinden Biengarten, Etzelskirchen, Greuth und Zentbechhofen ihre Selbständigkeit und wurden eingemeindet.[3] Am 1. Juli 1974 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Schirnsdorf hinzu. Schwarzenbach und Sterpersdorf sowie der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Boxbrunn folgten am 1. Mai 1978.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2014, 2008 und 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

CSU SPD Junge Liste Höchstadt Überparteilicher Bürgerblock Gesamt
2014[5] 9 5 10 24 Sitze
2008 9 5 9 1 24 Sitze
2002 9 4 10 1 24 Sitze

Zusätzlich gehört der getrennt gewählte Bürgermeister dem Gemeinderat an. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Gerald Brehm (Junge Liste) im ersten Wahlgang mit 58,81 % der abgegebenen Stimmen gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Höchstadt an der Aisch unterhält Partnerschaften zu folgenden Städten:

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt hat einige Schulen und mehrere Berufsschulen.

Seit 2012 gibt es in Höchstadt die Fachoberschule im Aischgrund, welche einen sozialen und einen wirtschaftlichen Zweig anbietet. Ebenfalls gibt es eine Fachakademie für Sozialpädagogik, eine Volkshochschule, eine städtische Musikschule und eine Kunstschule.

Liste der allgemeinbildenden Schulen[Bearbeiten]

Schule Bild Schulart Anzahl Schüler Angebotene Schulabschlüsse Klassenstufen Zweige/Sprachenfolge Sonstiges Webseite
Anton-Wölker-Volksschule [1] Grundschule ca. 350 1–4 Außenstelle in Etzelskirchen [2]
Grundschule Höchstadt-Süd [3] Grundschule ca. 250 1–4 [4]
Don-Bosco-Schule Sonderschule ca. 22 Klassen Hauptschulabschluss 1-9 [5]
Ritter-von-Spix-Schule [6] Mittelschule ca. 400 (qualifizierender) Hauptschulabschluss, Mittlere Reife 5-9/10 [7]
Staatliche Realschule Höchstadt Realschule Hoechstadt 1.jpg Realschule ca. 1100 Mittlere Reife 5–10 Künstlerischer Zweig; BWR-Zweig; Mathemat. Zweig; Französischer Zweig; Wg. zu hoher Schülerzahl wurden Container für die Mittagsbetreuung aufgestellt [8]
Gymnasium Höchstadt GymnHoechstadt Nordbau Baustelle 2014.jpg Gymnasium ca. 1000 Abitur 5–12 Naturwiss.-techn. und sprachl. Gymnasium
Sprachen: 1. Engl. / 2. Latein o. Franz. / 3. Ital. o. Franz. o. Naturwissenschaftlicher Zweig / 4. Substitution der 2. Sprache durch Spanisch ab 10. Kl. möglich
[9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Altstadtfest
  • Kirchweih
  • Themennächte
  • Weihnachtsmarkt
  • Schlosshof Festival (Hard-Rock Festival)
  • Daycation (Elektronic Music Festival mit hochrangigen Künstlern)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber eine rote Zinnenmauer, belegt mit einem gelehnten silbernen Schild, darin eine rote Fischangel; über der Mauer ein zinnengekrönter roter Rundturm mit goldener Rundbogennische, darin eine mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In den zahlreichen umliegenden Weihern wird intensiv Teichwirtschaft betrieben. Der Aischgründer Spiegelkarpfen ist eine überregional bekannte Spezialität, die in der Regel gebacken oder blau (gekocht) zubereitet wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Durch Höchstadt/Aisch führt die Bundesstraße 470; weiterhin besteht Anschluss an die Autobahn A3 mit den Anschlussstellen Höchstadt-Ost und Höchstadt-Nord.
  • In Höchstadt beginnt die Bundesstraße 505. Sie führt von der Anschlussstelle Pommersfelden der A3 nach Bamberg und ist eine wichtige Umleitungsstrecke zwischen der A 73 (Nürnberg-Suhl) und der A 3 (Würzburg-Nürnberg).
  • bis 1984 war Höchstadt über die Bahnstrecke Forchheim–Höchstadt an das Schienennetz der Deutschen Bundesbahn angeschlossen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Als wichtigste industrielle Ansiedlung ist in Höchstadt ein Zweigwerk der Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG zu nennen. Die Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG ist einer der weltweit führenden Hersteller für Wälz-Nadellager. Im Jahr 1952 wurde der Betrieb in einer kleinen Baracke mit 14 Mitarbeitern aufgenommen. Am Standort Höchstadt sind insgesamt 1700 interne und externe Arbeitskräfte beschäftigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mittelalterlicher Stadtturm
Mittelalterliche Aischbrücke mit Stadtschloss
Hoechstadt Stadtturm

Bauwerke[Bearbeiten]

  • In der kleinen historischen Altstadt steht die katholische Kirche St. Georg, erbaut Ende des 14. Jahrhunderts, mit Ton-Ölberg aus dem Jahr 1540. In der Kirche wird eine klassizistische Monstranz aus dem Nachlass von Johann Baptist Ritter von Spix aufbewahrt.
  • Am zentralen Marktplatz stehen das Rathaus, ein Brunnen, ein Spix-Denkmal[6] und das Heimatmuseum im Alten Rathaus.
  • Das Spixmuseum, Badgasse 7, ist das Geburtshaus von Johann Baptist Ritter von Spix [7].
  • Höchstadter Schloss, ein barockes Schloss der Bamberger Kurfürsten. Das Gebäude erbaute 1713 Johann Dietzenhofer unter Fürstbischof Lothar von Schönborn.
  • Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Alte Aischbrücke, der Stadtturm, der an der Aisch gelegene Stadtpark (Engelgarten) und die historische Stadtmauer.
  • Der Kellerberg mit der größten Kellervernetzung ganz Europas. Die Anlage ist ca. 400 Jahre alt. Unter 24 so genannten Kellerhäuschen befinden sich über 200 Keller und in den Sandstein gehauene Gänge mit einer Gesamtlänge von rund zwei Kilometern.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Höchstadt an der Aisch

Fortuna Kulturfabrik[Bearbeiten]

Die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ansässige Schuhindustrie hat weitgehend an Bedeutung verloren. Die Fortuna-Manz-Schuhfabrik zog im Jahr 2004 in die Nachbargemeinde. Das Gebäude blieb als Industriedenkmal erhalten und wurde in die Fortuna-Kulturfabrik umgebaut. Dort befinden sich ein großer Konzertsaal, ein Jugendtreff, eine Bücherei, Cafés, die Musikschule, die Volkshochschule und andere Einrichtungen. Regelmäßig finden Veranstaltungen wie Konzerte, Kabarett/Comedy, Lesungen etc. statt, die meist von ortsansässigen Vereinen und Arbeitskreisen gestaltet und durchgeführt werden. Auch hochrangige Künstler treten in der Fortuna-Kulturfabrik auf. Besonders die Veranstaltungsreihe Lachnacht ist stets mit bekannten Comedians/Kabarettisten besetzt. [8]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Höchstadt finden regelmäßig Kulturwochen und Kulturnächte statt, bei denen auch hochrangige Künstler zu Gast sind. Veranstaltungsort ist meist die Fortuna Kulturfabrik. Young & Free, das größte deutsche Schülerfestival (2003 weit über 40.000 Schüler), wurde in Höchstadt entwickelt und fand 2003 und 2004 auf den Aischwiesen statt. Ab 2005 findet es an unterschiedlichen Orten statt, wie z. B. im Münchener Olympiastadion.

Des Weiteren findet jedes Jahr das Schlosshof-Festival, ein Folkmusikfest verbunden mit einem Mittelaltermarkt, im Schlosshof statt.

Seit 2013 findet in Höchstadt am Freibad die Daycation statt, ein Electronic Musikfestival mit meist national und international bekannten Akts.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Höchstadt an der Aisch ist eines der letzten deutschen Vorkommen der in Gewässern lebenden fleischfressenden Pflanzenart Bremis Wasserschlauch zu finden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Nikolaus Haas (1779–1855), katholischer Geistlicher, Historiker, Landtagsabgeordneter und Deputierter für die Ständeversammlung
  • Johann Baptist von Spix (1781–1826), deutscher Naturwissenschaftler
  • Leonhard Romeis (1854–1904), Architekt und Professor an der Kunstgewerbeschule in München
  • Dr. jur. Georg Karl Schätzel (1873–1934), Mitglied der Bayerischen Volkspartei (BVP), war Reichsminister für das Postwesen von 1927 bis 1932 und gehörte drei Kabinetten an
  • Alois Reinhardt (* 1961), ehemaliger Nationalspieler
  • Dominik Reinhardt (* 1984), Fußballspieler (nicht in Höchstadt geboren, hat dort aber in seiner Kindheit gelebt und gespielt)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1390&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111027/182701&hodie=20111027/182701
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711 und 712.
  5. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB)
  6. http://helmutkunkel.wordpress.com/2009/05/02/spix-denkmal-hochstadtaisch/
  7. http://www.qype.com/place/801481
  8. http://www.fortuna-kulturfabrik.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höchstadt an der Aisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien