Höchsten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Höchsten
Areal des Höchsten

Areal des Höchsten

Höhe 837,8 m ü. NHN
Lage Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg
Gebirge Linzgau
Koordinaten 47° 49′ 8″ N, 9° 24′ 9″ O47.8199.4023666666667837.8Koordinaten: 47° 49′ 8″ N, 9° 24′ 9″ O
Höchsten (Baden-Württemberg)
Höchsten
Gipfelbereich

Gipfelbereich

Der Höchsten ist mit 837,8 m ü. NHN[1] die höchste Erhebung im Linzgau in Baden-Württemberg, außerdem die höchste nicht zur Schwäbischen Alb gehörende Erhebung im Landkreis Sigmaringen, die höchste im Bodenseekreis und die höchste zwischen den Hegauvulkanen und dem Allgäu.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Höchsten liegt auf der Grenze zwischen dem Bodenseekreis mit der Gemeinde Deggenhausertal im Süden und dem Landkreis Sigmaringen mit der Gemeinde Illmensee im Norden. Auch die Gemeinde Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg hat Anteile am Berg. Auf dem Höhenrücken liegen die zu Illmensee gehörende geschlossene Ortschaft Glashütten und der zu Deggenhausertal gehörende Weiler Rubacker.

Wasserscheide[Bearbeiten]

Über den Höchsten verläuft die Rhein-Donau-Wasserscheide, die ein Teil der europäischen Hauptwasserscheide ist. Alle Bäche, die vom Berg in Richtung Norden verlaufen, erreichen über den Andelsbach und die Ablach die Donau und damit das Schwarze Meer. Dementgegen fließen erstens die nach Süden und Westen strebenden Fließgewässer über die Deggenhauser Aach und die in Richtung Südwesten verlaufende Linzer Aach (Hintere Aach) sowie zweitens die anfangs nach Osten fließenden Bäche über die in Richtung Süden fließende Rotach jeweils in den Bodensee, damit in den Rhein und schließlich in die Nordsee.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima auf dem Höchsten ist bedingt durch die Höhe und die exponierte Lage deutlich rauer als in den vergleichsweise milden Bedingungen in den Tälern von Deggenhauser Aach und Rotach.

Flora[Bearbeiten]

Der Höchsten ist im Alpenvorland eine der wenigen Erhebungen der letzten Eiszeit (Würmeiszeit), die nicht vollständig von Gletschern überdeckt waren. Auch deshalb haben noch Reste alpiner Vegetation überlebt. Durch die Kulturlandschaft Oberschwabens und deren landwirtschaftliche Bewirtschaftung wurden diese bis auf zum Teil wenige Quadratmeter zurückgedrängt.

Tourismus und Sport[Bearbeiten]

Der Blick auf den Bodensee und die Alpen macht den Höchsten zu einem beliebten Ausflugsziel. Speziell im Spätherbst und Frühjahr wird er von den Bewohnern in den Niederungen des Bodensees genutzt. Vom Wilhelmsdorfer Ortsteil Zußdorf führt ein fünf Kilometer langer Wanderweg durch den Bettenreuter Wald auf den Höchsten.

Am Höchsten befindet sich Deutschlands erste permanente Bergrennstrecke für Radsportler. Der Stoppomat steht auf dem Gemeindeparkplatz Schönemühle bei Urnau. Seit dem Jahr 2006 nutzten etwa 22.000mal Radsportler und Läufer die Stoppomat-Anlagen jährlich. Den Streckenrekord hält der Profi Jörg Ludewig vom Team Wiesenhof.[2][3]

Am 23. Juli 2011 und 21. Juli 2012 trug der FkU e.V. die Deutschen Bergmeisterschaften des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) aus. Dabei wurde in 2011 24 mal eine Fahrzeit unterhalb von 16 Minuten ausgefahren. Der Rekord bei dem einmal im Jahr stattfindenden Lightweight Uphill liegt nun bei 14:47 Minuten (Stand 2011).

Seit 2007 trägt der Freundeskreis Uphill am Neujahrstag eine Saisoneröffnung des Stoppomat aus. Die ansonsten im Winter geschlossene Zeitmeßstation wird für 2 Stunden geöffnet und die Teilnehmer an der Zielstation in einem beheizten Festzelt mit heißen Getränken empfangen. Im Jahr 2014 wurde mit 324 Zeitnahmen ein weiterer Teilnehmerrekord[4][5] erzielt.

Wintersport kann in Form von Langlauf auf verschiedenen Loipen betrieben werden. Aufgrund der topographischen Lage gehören sie seit rund 30 Jahren zu den abwechslungsreichsten in der Region. Insgesamt haben die Langlaufloipen am Höchsten 21 Kilometer in vier Schleifen. Dazu kommt noch eine Übungsschleife mit der Länge von einem Kilometer.[6] Startpunkte gibt es in Oberhomberg, Limpach, Glashütte, dem Berggasthof Höchsten und am Aussichtspunkt Höchsten. Die Strecke Homberg–Limpach ist die Route mit den meisten Höhenmetern. Bei gutem Wetter und entsprechender Schneelage kommt eine Panorama-Route hinzu, die auf vier Kilometer Länge zu der Aussichtsreichsten in Richtung Bodensee gehört.[7] Die Loipen haben wegen der pulvrigen Schneekonsistenz zuweilen Bodenkontakt und auf den Hochflächen kommt es vereinzelt zu Verwehungen. Aufgrund der geographischen Lage wird für das Spurenziehen ein Schneemobil mit angehängtem Spurgerät verwendet, das die Gemeinde Illmensee und Deggenhausertal, der Förderverein Deggenhausertal und die Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee finanziert hat.[8]

Mundartgrenze[Bearbeiten]

Aussichtspavillon im Gipfelbereich

Bodenseealemannisch wird südlich, Schwäbisch nördlich des Höchsten gesprochen.[9] Der Berggasthof Höchsten unterhält rund um den Aussichtspavillon den schwäbisch-alemannischen Mundartweg mit Prominentenpfad. Auf Schautafeln können sich die Wanderer über die Sprachgrenze informieren und schwäbische bzw. alemannische Begriffe und Redewendungen kennenlernen. Zudem finden sich auf dem Rundweg die Fußabdrücke von Erwin Teufel und anderen Prominenten in Beton. Der Mundartweg wird auch im Winter möglichst frei gehalten[8].

Sender Ravensburg[Bearbeiten]

Auf dem Höchsten befindet sich der 171 Meter hohe Sender Ravensburg.

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Auf dem Gipfel des Höchsten steht eine Skulptur des von dem Kunstschmied Peter Klink aus Denkingen realisierten Wasserscheidenprojekts.
  • Auf den Nordwest-Ausläufern des Höchsten, an der Abbruchkante zum Deggenhauser Tal, befinden sich die langgestreckten Rappenfelsen.
  • Pavillon: Etwas südlich der höchsten Stelle des Höchsten steht ein Aussichtspavillon. Eine 2007 installierte Panoramatafel dient dazu, sich im Alpenvorland und Alpenpanorama zurechtzufinden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höchsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Deutschlands größtes Bergzeitfahren im BDR-Kalender seit 2006
  3. TOUR StoppOmat Challenge
  4. [1] Bericht Schwäbische Zeitung, 2. Januar 2013.
  5. Wolf-Dieter Guip: Teilnehmerrekord bei Stoppomat-Eröffnung am Höchsten. In: Südkurier Online-Dienst. 3. Januar 2014.
  6. Skigebiete in unserer Region. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Dezember 2010
  7. Winterspaß für Langläufer. In: Südkurier vom 13. Januar 2010
  8. a b Angelika Troll: Langlaufloipen am Höchsten gespurt. In: Südkurier vom 1. Dezember 2010
  9. Berggasthof Höchsten (Hrsg.): Schwäbisch-alemannischer Mundartweg. Faltblatt von ca. 2011.