Höchstpreisregulierung

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Die Höchstpreisregulierung ist eine Methode zur Regulierung von natürlichen Monopolen, die als vergleichsweise praxistauglich gilt. Sie wird, bezogen auf den Einproduktfall, im Englischen auch als price-cap regulation bezeichnet; für den Mehrproduktfall (Warenkorb) kann die price-cap regulation mit Preisobergrenzenregulierung übersetzt werden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Natürliche Monopole entstehen in erster Linie dann, wenn hohe Fixkosten, aber vergleichsweise geringe variable Kosten für die Produktion bzw. das Angebot eines Produktes oder einer Dienstleistung entstehen. Ein Beispiel dafür ist der Telekommunikationsbereich. Hier ist in der Regel ein einziger großer Anbieter Eigentümer über die gesamte Netzinfrastruktur. Dieser Anbieter kann dabei zumindest im Festnetzbereich (Zugang zum Netz und Verbindungen) weitaus kosteneffizienter arbeiten als mehrere kleine Anbieter. Ein unreguliertes Monopol führt in der Regel jedoch zu hohen Preisen, die aus Sicht der Wohlfahrtstheorie nicht optimal und politisch meistens auch nicht gewünscht sind.

Anwendung[Bearbeiten]

Die Höchstpreisregulierung benötigt keine umfangreichen und für Regulierungsbehörden häufig auch nicht erhältlichen Informationen über den Monopolisten. Das zu regulierende Unternehmen bekommt einen Preis oder bei verschiedenen Angeboten, etwa Fern- und Ortsgespräche, einen gewichteten Durchschnittspreis, der regelmäßig angepasst wird. Diese Anpassung orientiert sich an der Inflationsrate (Preisindex) und an einer erwarteten Produktivitätssteigerung. Bei verschiedenen Angeboten bleibt es außerdem dem Monopolisten überlassen, wie er die Preise gestaltet, solange ein vorgegebener Durchschnittspreis erreicht wird. Für das regulierte Unternehmen bedeutet die Höchstpreisregulierung im Gegensatz zu einer Einzelpreisgenehmigung den Vorteil, Preisänderungen flexibler vornehmen zu können.

Siehe auch[Bearbeiten]