Höfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Höfer (Begriffsklärung) aufgeführt.

52.68138888888910.25194444444461Koordinaten: 52° 40′ 53″ N, 10° 15′ 7″ O

Höfer
Gemeinde Eschede
Wappen von Höfer
Höhe: 61 m
Fläche: 21,87 km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 29361
Vorwahl: 05145
Höfer (Niedersachsen)
Höfer

Lage von Höfer in Niedersachsen

Höfer ist eine Ortschaft der Gemeinde Eschede im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Kriegerdenkmal 1914-1918, mit der Sankt Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 4 km südöstlich von Eschede, 20 km nordöstlich von Celle und 55 km von Hannover entfernt.

Gliederung[Bearbeiten]

Zur Ortschaft gehören folgende Ortsteile:

  • Höfer
  • Ohe
  • Aschenberg

Bildung der neuen Gemeinde Eschede zum 1. Januar 2014[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Eschede mit ihren Mitgliedsgemeinden Eschede, Habighorst, Höfer sowie Scharnhorst und dafür die Neubildung einer Einheitsgemeinde Eschede.[1]

Salzbergbau und Deponie[Bearbeiten]

Förderwagen(Hunt) und Seilscheibe vom Förderturm vor der Grube „Mariaglück“

Im Ort befinden sich Reste der Schachtanlage Mariaglück, in der seit 1911 bis 1969 1,9 Millionen Tonnen Kalirohsalz und bis 1977 11,3 Millionen Tonnen Steinsalz gefördert wurde. Es wurde dabei ein Hohlraum von 5,5 Millionen geschaffen. 1952 hatte das Bergwerk mit 419 Beschäftigten seine höchste Belegschaftsstärke. Der letzte Förderwagen wurde am 8. Juli 1977 zu Tage gebracht.

Helmut Kupczak, ehemaliger Leiter der Werkskapelle Mariaglück

Als das Bergwerk stillgelegt wurde, wurde auch die ab 1953 durch den Berufsmusiker Gero Jahrand geleitete Werkskapelle Mariaglück 1973 aufgelöst. Im selben Jahr initiierte der seit 1960 amtierende Leiter der Kapelle, Helmut Kupczak aus Lachendorf, den Musikzug Celler Knappen e.V. als bis heute (Stand: 12/2013) tätige Nachfolgeorganisation der Werkskapelle.[2][3]

Mittlerweile sind Großteile der Schachtanlage abgerissen. Die untertägigen Abbaukammern erstrecken sich über die Gemarkung der Gemeinde hinaus und waren für die Lagerung von strahlenden Abfällen im Gespräch.

Ab 2001 wurde die Grube geflutet. Im August 2008 (32. Woche) kam an die Öffentlichkeit, dass von der Betreiberin, der Kali und Salz AG (heute: K+S AG), beim Verfüllen der aufgelassenen Schächte von Mariaglück seit Jahren mit radioaktivem Tritium versetzte Lauge – die nach Angabe der Betreiberin unterhalb der Freigabewerte der Strahlenschutzverordnung liegen – aus der Atommüll-Anlage Asse verwendet wurden.[4]

Außer der radioaktiven Lauge wurden auch Salzlösungen aus Müllverbrennungs- und Abfallbeseitigungsanlagen, in denen sich u.a. Schwermetalle befinden, verfüllt. Im April 2009 hat die erste Zivilkammer des Landgerichts Lüneburg eine Einstweilige Verfügung auf Unterlassung des Befüllens des Schachtes Mariaglück mit Laugen aus Müllverbrennungsanlagen erlassen. Ein Höferscher Bürger klagt gegen die Kali & Salz AG auf Unterlassung der weiteren Verbringung von Laugen aus der Müllverbrennung in das Bergwerk.[5] [6]

Geschichte[Bearbeiten]

Um sich ihr Seelenheil zu sichern, schenkten Angehörige oberer gesellschaftlicher Schichten der Kirche reiche Güter. Kaiser Heinrich II. verschenkte um 1022 reichen Güterbesitz nach Höfer (Hovere). Auch die Regierungsgewalt wurde vom Kaiser an die Bischöfe übertragen.[7]

Über einen Brand in Höfer am 6. Dezember 1907, bei dem die Freiwillige Feuerwehr Eldingen Löschhilfe leistete, heißt es in der Celleschen Zeitung am Tag nach dem Unglück: „Höfer. Gestern wurde die Scheune des Hofbesitzers Veth, die vollständig mit Getreide gefüllt war und in der sich auch eine Dresch- und Häckselmaschine befanden, durch ein Schadenfeuer eingeäschert. Der der Brandstiftung verdächtige Knecht B. wurde vom Gendarmerie-Wachtmeister Albers aus Eschede festgenommen und in das Gerichtsgefängnis hierselbst eingeliefert.“

Dieser Brand bei Friedrich „Fritz“ Veth hatte sich um 6 Uhr in der Früh ereignet. Fast sechs Jahre später ereignete sich bei Veth erneut ein Scheunenbrand, zu dem dann die Freiwillige Feuerwehr Beedenbostel ausrückte.[8]

Im April 1934 wurde als Folge des Preußischen Feuerlöschgesetzes in Höfer wie in anderen Orten im Landkreis Celle 1934 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, zuvor bestand seit 1908 eine Pflichtfeuerwehr.[9]

Im Zweiten Weltkrieg wurde in der Schachtanlage Mariaglück im Rahmen der Verlagerung „Löwe“ Bergungsgut verschiedener Bibliotheken und Archive untergebracht.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat bis zur Eingemeindung[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Höfer setzte sich zuletzt aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

CDU SPD Gesamt
2006 4 7 11 Sitze [10]
2011 3 (37,9 %) 6 (62,1 %) 9 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[11]

Bürgermeister bis zur Eingemeindung[Bearbeiten]

Bürgermeister war zuletzt Michael Cruse.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Eschede, Landkreis Celle vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10 vom 25. Juni 2013,S. 164
  2. N.N.: Musikzug Celler Knappen, Lang-Din-Flyer (o.O., o.D., Celle 2013?)
  3. Günter Dreblow (Verantw.): Musikzug Celler Knappen auf der Seite celler-knappen.de, zuletzt abgerufen am 24. Dezember 2013
  4. Michael Bauchmüller, Ralf Wiegand: Verstrahlte Lauge nach Celle transportiert. In: Süddeutsche Zeitung vom 13. August 2008, S. 5
  5. www.landgericht-lueneburg.niedersachsen.de
  6. www.taz.de
  7. Der Speicher – Heimatbuch für den Landkreis Celle, Celle 1930, S. 73 f.
  8. Matthias Blazek: Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Landkreis Celle – Ausgeführt und erläutert am Beispiel der 1910 gegründeten Ortsfeuerwehr Beedenbostel, ibidem, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8382-0147-4, S. 40
  9. Historie der Feuerwehr Höfer
  10. Endergebnis Kommunalwahl 2006.
  11. Endergebnis der Kommunalwahl am 11. September 2011