Högl (Chiemgauer Alpen)

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Högl
Der Högl vom Salzburger Plainberg gesehen

Der Högl vom Salzburger Plainberg gesehen

Höhe 827 m ü. NHN [1]
Lage bei Anger; Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern (Deutschland)
Gebirge Flyschalpen
Koordinaten 47° 48′ 28″ N, 12° 54′ 0″ O47.80777777777812.9827Koordinaten: 47° 48′ 28″ N, 12° 54′ 0″ O
Högl (Chiemgauer Alpen) (Bayern)
Högl (Chiemgauer Alpen)
Gestein Sandstein

Der Högl im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ist ein maximal 827 m ü. NHN[1] hoher Höhenzug mit Gipfellage nahe Anger. Als dicht bewaldeter Teil der Flyschalpen liegt er in der Flyschzone zwischen den Nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland. Auf der Anhöhe befindet sich eine Sendeanlage für Hörfunk und Fernsehen. Das Gebiet ist durch Wanderwege erschlossen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Högl liegt in den östlich der Chiemgauer Alpen befindlichen Flyschalpen in der Kulturlandschaft Rupertiwinkel. Er erstreckt sich auf rund 8 Kilometer (km) Länge in nordwest-südöstlicher Richtung und ist maximal etwa 4 km breit. Sein östlicher Ausläufer endet an der Saalach, die hier einen Abschnitt der Grenze von Deutschland und Österreich bildet. Am Högl haben Anteil die Gemeinden (von West nach Ost) Teisendorf, Anger, Ainring und Piding; sein Gipfel liegt im Gemeindegebiet von Anger.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Der Högl bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Flyschalpen (Nr. 94) und in der Haupteinheit Westliche Salzburger Flyschalpen (944) die Untereinheit Högl (944.3).[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Früher wurde am Högl der Högler Sandstein abgebaut. In der Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert verwendete man den Stein bei zahlreichen Sakral- und Profanbauten in der nahen Stadt Salzburg (z. B. Erhardkirche und Salzburger Residenz). Daneben wurden im bäuerlichen Bereich Türstöcke und Fenstergewände aus Högler Sandstein gefertigt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Abbau zum Erliegen. Einen restaurierten Sandsteinbruch kann man in der Gemeinde Ainring nahe dem Schützenhaus Ulrichshögl besichtigen.

Etwa 50 Meter Luftlinie vom höchsten Punkt des Högls befindet sich auf etwa 778 m Höhe der Sender Högl der Deutschen Telekom, über den auch österreichische Fernsehsender ausgestrahlt werden. Der 157 m hohe Mast ist das höchste Bauwerk im Landkreis Berchtesgadener Land.

Verkehr[Bearbeiten]

Entlang der Südseite des Högls führt die Staatsstraße 2103 sowie die Bundesautobahn 8 (München–Salzburg). Entlang der Nordseite führt die Kreisstraße 10. Der Berg selbst ist durch die Kreisstraße 7 (auf der Südseite) und einige Fahrstraßen erschlossen. Über den östlichen Ausläufer führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 20. In nächster Nähe dazu liegt entlang dieses Vorbergs und parallel zur Saalach die Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden mit dem nächsten Halt im Ainringer Ortsteil Hammerau.

Kultur und Bauten[Bearbeiten]

Filialkirche St. Ulrich in Ulrichshögl

Im Osten des Bergrückens liegt auf dem Johannishögl (700 m; Gemeinde Piding) die gotische Kirche St. Johann. Nahe dem Johannishögl befindet sich die zu Ainring gehörende Ortschaft Ulrichshögl mit der Filialkirche St. Ulrich. Im Dorf gibt es einige Häuser mit alten Türstöcken, die noch aus Högler Sandstein gefertigt sind, so etwa einer aus dem Jahre 1908 am Eingang eines Steinmetzbetriebs.

Unmittelbar am Nordostfuß des Högls in Ainring liegen die Kirche St. Laurentius und einige weitere denkmalgeschützte Gebäude. Am Beginn des Aufstiegs existiert auf dem Weg nach St. Ulrich seit 2007 der Ainringer Kreuzweg, der Papst Benedikt XVI. gewidmet wurde.

Unweit des südlichen Bergfußes befindet sich in der Gemeinde Anger das Kloster Höglwörth.

Freizeit[Bearbeiten]

Der Högl ist durch etliche ausgeschilderte Wanderwege erschlossen. Als beliebter Ausflugspunkt gilt unter anderem auf 753 m Höhe die Gaststätte Strobl-Alm mit Aussicht auf die Chiemgauer Alpen. Von den Kirchen Johannishögl und Ulrichshögl gibt es weite Panoramablicke auf das deutsch-österreichische Grenzgebiet − im Bereich der Stadt Salzburg und bis in das Innviertel.

In Ainring kann nächst des Kreuzwegs eine Kneippanlage in Anspruch genommen werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Klaus Hormann: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 190 Salzburg. Naturräumliche Gliederung, Bl. 190/196, Salzburg (März 1974); Ausgabe 1975 → Online-Karte (PDF; 6,15 MB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Enzinger: Högl. Bauernland und Sandsteinbrüche. Ainring (Gemeindeverwaltung) 2006, ISBN 978-3-902317-06-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Högl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien