Turmbolzen

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Trigonometrischer Punkt (Turmbolzen) an der Erlöserkirche in Iserlohn-Wermingsen

Ein Turmbolzen ist eine spezielle Art von Höhenfestpunkten (HFP) in der Landesvermessung und Geodäsie. Er besteht aus Eisen, Messing oder Stahl und wird waagrecht in das Mauerwerk eines Kirchturms oder eines sonstigen stabilen Gebäudes eingebracht.

Die Bolzen sind 2–3 cm stark und etwa 20 cm lang; sie besitzen ringförmige Verdickungen, um dauerhaft und unverändert im Mauerwerk oder der Mörtelfuge zu bleiben. Dieser Querschnitt entspricht etwa jenem der Rillen von Schrauben, die in Faserplatten eingeschlagen werden, nur wesentlich dicker.

Auf der Vorderseite – die einige Zentimeter aus der Wand hervorragen – ist der Bolzen etwas verdickt und hat eine runde, zylindrische Auflagefläche für die Messlatte oder für eine hängende Speziallatte des Nivellements. In der Mitte des Bolzenkopfes wird meist eine etwa mm-große Bohrung angebracht, in die für das Präzisionsnivellement ein Glasmaßstab eingehängt werden kann.

Da moderne Nivellements auch auf längere Strecken eine Genauigkeit von wenigen Zehntelmillimetern haben, werden an die Stabilität der Gebäude, auf denen Höhenbolzen angebracht werden, sehr hohe Anforderungen gestellt. Aus Verwaltungs- und Sicherheitsgründen werden hierfür öffentliche Gebäude und Kirchen bevorzugt, die gleichzeitig meist eine lange Bestandsdauer haben und keine Setzungen im Baugrund mehr aufweisen.

Im Vermessungsamt liegen neben der Höhenangabe meist auch Lagekoordinaten (Gauß-Krüger-Koordinaten) des Bolzenzentrums auf. Zur Kontrolle können sie durch eine örtliche Einmessung leicht mit der Lage der Turmspitze oder des Knaufs verglichen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]