Höhenfreiheit

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Von Höhenfreiheit, auch Niveaufreiheit, Kreuzungsfreiheit oder Planfreiheit, einer Kreuzung wird im Verkehrswegebau gesprochen, wenn sich zwei oder mehr Verkehrswege nicht in derselben Ebene kreuzen. Dabei wird eine Strecke mit mindestens einer Brücke oder einem Tunnel über bzw. unter der anderen hinweggeführt.

Eine höhenfreie Kreuzung kann mit oder ohne Anschlussstelle ausgeführt werden. Typische Beispiele für die Ausführung ohne Anschlussstelle sind Feldwegbrücken über Autobahnen. Höhenfreie Kreuzungen unterschiedlicher Verkehrsträger sind immer ohne Anschlussstelle.

Bekannteste Beispiele für höhenfreie Kreuzungen mit Anschlussstelle sind Autobahnkreuze und Autobahndreiecke. Damit von einer Straße auf die andere gewechselt werden kann, sind die beiden Straßen über Rampen miteinander verbunden.

Bei der Eisenbahn befinden sich höhenfreie Kreuzungen und Einmündungen mit Überwerfungsbauwerken vor allem im Bereich von Hochgeschwindigkeitsstrecken und großen Eisenbahnknotenpunkten. Auch Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen mit Über- und Unterführungen werden als höhenfrei bezeichnet. Die §§ 2 und § 3 Eisenbahnkreuzungsgesetz (Gesetz über Kreuzungen von Eisenbahnen) sehen für Deutschland den Ausbau des Anteils höhenfreier Kreuzungen vor und schreiben vor, dass neue Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen als Überführungen herzustellen sind.

Teilhöhenfreiheit[Bearbeiten]

Von einer teilhöhenfreien Kreuzung spricht man, wenn es weiterhin notwendig ist, auf mindestens einer der kreuzenden Straßen links abzubiegen oder links einzubiegen. Ein typisches Beispiel ist eine Autobahnanschlussstelle. Diese Bauform ist kostengünstiger, da weniger Verbindungsrampen notwendig sind. Die Vollständigkeit der Höhenfreiheit wird durch das Verhältnis der entfallenen Linksabbieger zu Verkehrsrichtungen angegeben. Eine Anschlussstelle mit sechs Rampen ist folglich ¾-höhenfrei.

Höhengleichheit[Bearbeiten]

Auf dem Flughafen Gibraltar kreuzen sich eine Straße und die Landebahn des Flughafens höhengleich

Im Gegensatz dazu spricht man von Höhengleichheit (auch Plangleich oder Niveaugleich) einer Kreuzung, wenn sich zwei Verkehrsachsen in derselben Höhe kreuzen und somit eine Vorfahrtsregelung (gegebenenfalls mit baulichen Maßnahmen wie Beschrankung von Bahnübergängen) notwendig machen. Das einfachste Beispiel ist eine gewöhnliche Straßenkreuzung, aber auch jeder Bahnübergang stellt eine höhengleiche Kreuzung dar. Auch zwei Schienenstrecken können sich höhengleich kreuzen. Eine Fähre über eine künstliche Wasserstraße stellt ebenfalls eine höhengleiche Kreuzung dar. Eine der ungewöhnlichsten höhengleichen Kreuzungen der Welt findet sich in Gibraltar, wo eine viel befahrene Straße quer über die Landebahn des dortigen Flughafens verläuft. Eine beschrankte Ampelanlage sperrt die Straße bei Flugbewegungen ab.

Teilhöhengleichheit[Bearbeiten]

Teilhöhengleiche oder teilplangleiche Verkehrsknoten sind in den Richtlinien für die Anlage von Straßen (RAS) definiert mit höhenfrei kreuzenden Straßen, die jeweils plangleich miteinander verbunden sind.[1]

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile höhenfreier Kreuzungen[Bearbeiten]

  • Hohe Kapazität
  • Hohe Geschwindigkeiten möglich
  • Große Sicherheit
  • Kürzere Wartezeiten der nachrangigen Verkehrsteilnehmer, teilweise kein Anhalten erforderlich

Nachteile höhenfreier Kreuzungen[Bearbeiten]

  • Hohe Bau- und Unterhaltskosten
  • Großer Platzbedarf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen am KIT: Entwurf und Bau von Straßen – Teil: Straßenentwurf. (PDF; 8,44 MB) Abgerufen am 7. September 2013.