Höhenruder

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Durch Höhenruder ausgelöste Bewegung

Das Höhenruder dient zur Drehung eines Flugzeuges oder auch Luftschiffes um seine Querachse. Beim Flugzeug verändert sich dadurch der Anstellwinkel der Tragfläche und damit der dynamische Auftrieb.

Es handelt sich dabei im Regelfall um eine bewegliche horizontale Fläche am Heckleitwerk, die sich mittels des Steuerknüppels oder Steuerhorns um eine Querachse nach oben oder unten bewegen lässt. Das Höhenruder kann auch an anderen Stellen des Flugzeuges angebracht sein. Das Flugzeug der Gebrüder Wright war eine so genannte Canard-Konstruktion (Entenflügler) und hatte das Höhenruder vorn.

Das Höhenruder wird durch Anbringung einer Trimmung, z. B. eines Trimmruders, auch zur Längstrimmung eines Flugzeuges verwendet.

Wird das Höhenruder nicht mehr angeströmt, kann es nicht mehr zur Steuerung beitragen (Deep Stall). Dies kann zum Kontrollverlust und bei niedriger Flughöhe zum Absturz des Flugzeuges führen. Da Flugzeuge mit T-Leitwerk (wie z. B. bei Boeing 727 oder Tupolew Tu-154) in kritischen Flugphasen eher zum Deep Stall neigen, wird diese Anordnung des Leitwerks bei neuen Verkehrsflugzeugen nur noch sehr selten angewendet.

Pendelhöhenruder[Bearbeiten]

F-16 Fighting Falcon: Das ausgelenkte Pendelhöhenruder ist gut zu erkennen

Ein Pendelhöhenruder ist eine spezielle Ausführungsform des Höhenruders. Bei dieser Bauart wird die gesamte Leitfläche um eine Achse gedreht, die durch deren Druckpunkt verläuft. Durch die Drehung um diese Achse wird der Anstellwinkel und somit den Auftrieb verändert.

Das Pendelhöhenruder wird wegen seiner einfachen Bauweise vor allem im Flugmodellbau eingesetzt, wo die auftretenden Steuerkräfte gering sind. Vereinzelt wird es auch bei Segelflugzeugen eingesetzt, beispielsweise bei der Schleicher ASW 15. Auch beim Jagdflugzeug General Dynamics F-16 wird ein Pendelhöhenruder verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Götsch: Luftfahrzeugtechnik. Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8.