Höhlenmalerei

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Höhlenmalerei aus Altamira, Alt-Magdalénien

Die Höhlenmalerei ist ein Genre der Felsbilder, die an Wänden von Höhlen oder Abris aufgebracht wurden. Solche Felsbilder in Höhlen gehören zur Parietalkunst (frz. art pariétal „zur Wand gehörige Kunst“, von lat. paries „Wand“), ebenso wie Felsbilder außerhalb von Höhlen. Die europäischen Höhlenmalereien stammen aus dem Jungpaläolithikum, von anatomisch modernen Menschen (Cro-Magnon-Mensch).

Die weltweit ältesten Höhlenmalereien finden sich in der spanischen El-Castillo-Höhle (ca. 40.000 BP, frühes Aurignacien) und dem eingestürzten Abri Castanet in Frankreich (Département Dordogne).[1] Die Malereien aus der Chauvet-Höhle (Département Ardèche) werden auf etwa 32.000 BP datiert, die Petroglyphen aus der Grotte von Pair-non-Pair (Département Gironde) auf etwa 30.000 BP.

Den Höhepunkt der Verbreitung erlebte die Höhlenmalerei im Gravettien, Solutréen und Magdalénien in Mittel- und Südfrankreich sowie Nordspanien (siehe frankokantabrische Höhlenkunst). In einigen Teilen der Erde, zum Beispiel in Südafrika und Australien, ist die Ausmalung von Höhlen bis in die Gegenwart belegt (siehe Fundortliste).

Altersbestimmung[Bearbeiten]

Die Höhlenmalerei kann auf verschiedene Weisen datiert werden. Bei allen Datierungsmethoden muss jedoch mit einer gewissen Unsicherheit gerechnet werden, so dass eine Bilderhöhle nie exakt datiert werden kann.

Absolute Datierung (direkte Datierung): Man versucht unter anderem mit Hilfe von Farbpigmenten wie Holzkohle, ein absolutes Datum zu benennen. Das Alter von Höhlenmalereien kann mit einer Variante der Radiokohlenstoffdatierung (AMS-Datierung) ermittelt werden, wobei nur wenige Milligramm Holzkohlen oder organischen Farbauftrags gebraucht werden.

Relative Datierung (indirekte Datierung): Man kann zum Beispiel die Malereien mit den archäologischen Horizonten und den ergrabenen Funden in Beziehung setzen. Diese Methode ist jedoch unzuverlässig, da eine Wandmalerei auch früher oder später entstanden sein kann als eine Bodenschicht oder darin gefundene Objekte.

Andere Methoden der relativen Datierung sind:

  • die Stilanalyse (siehe Kunststile von André Leroi-Gourhan),
  • die Erstellung einer chronologischen Reihenfolge anhand der Überlagerungen von Linien,
  • die Analyse der räumlichen Anordnung der Malereien, aus der sich gegebenenfalls eine zeitliche Reihenfolge ableiten lässt.

Deutung[Bearbeiten]

In der Forschung haben sich verschiedene Deutungsansätze entwickelt (hier nur in einer Auswahl vorgestellt). Die Deutungen sind rein spekulativ und miteinander kombinierbar, daher ist eine endgültige Interpretation nicht möglich.

Religion

Der Felsbildforscher Jean Clottes meint: „Die Menschen haben damals aufgrund ihres Glaubens in Höhlen gemalt und graviert. Höchstwahrscheinlich glaubten sie einfach, dass die unterirdische Welt eine übernatürliche Welt ist. In den Grotten glaubten sie Geistern, Göttern, ihre Vorfahren, Verstorbenen zu begegnen. Die Bilder sollten als Mittler zwischen der hiesigen und der jenseitigen Welt dienen.“[2] Nach Clottes ist die prähistorische Kunst Teil einer schamanistischen Religion.[3] Vermutlich waren die Höhlen auch ein Ort für Initiationsriten und Jagdmagie.

Zweckloses Malen

Die Höhlenkunst kann als natürliche Reaktion auf die Umwelt verstanden werden. Die eiszeitlichen Menschen könnten das Erlebte, ihre Träume und Wünsche in den Bildern verarbeitet haben. Vielleicht wollten sie einfach darstellen, was sie gesehen hatten.

Praktische Zwecke

Die Malereien dienten möglicherweise als Symbolsprache, um Erfahrungen mit Jagdwild, Jagdtechniken oder Wanderrouten von Tieren festzuhalten. Sie könnten auch als Demonstration gedient haben, dass man sich in dieser Höhle befunden hat.

Künstlerischer Ausdruck

Teilweise werden Höhlenmalereien als Kunst in einem dem heutigen Kunstbegriff nahen Sinne verstanden. Diese Deutung ist umstritten. Steven Mithen verweist darauf, dass einige der heutigen Naturvölker Felsmalerei betreiben, ohne ein Wort für „Kunst“ in ihrem Wortschatz zu besitzen.[4]

Paläolithische Kunststile nach Leroi-Gourhan[Bearbeiten]

Einen ethnologischen bzw. kunsthistorischen Ansatz verfolgte André Leroi-Gourhan (1911–1986) mit der Unterteilung in paläolithische Kunststile I-IV (vom Aurignacien bis zum Magdalénien).[5][6][7] Wechsel im Malstil fallen nicht mit dem Wechsel der archäologischen Kulturen zusammen. Geographisch bezog sich Leroi-Gourhan auf folgende Regionen, die zugleich das Hauptverbreitungsgebiet darstellen: Asturien, Kantabrien, das französische und spanische Baskenland, die Pyrenäen, das rechte Rhôneufer und die Beckenlandschaften der Loire und der Garonne. Eine besondere Stellung nimmt die franko-kantabrische Region ein, die mit ihren noch heute erhaltenen Bilderhöhlen den größten Teil der prähistorischen Kunst stellt. Die Kunst aus Italien und Russland, besonders hier im Ural, wurden von ihm als isolierte Kunstformen angesehen, stellten jedoch um 20.000 v. Chr. eine Einheit mit Mittel- und Westeuropa dar.

Neben der Höhlenmalerei liegt der Stilunterteilung auch die erhaltene jungpaläolithische Kleinkunst zugrunde.

Stil I

Diese Phase[8] ist durch wenige Ritzzeichnungen aus dem Périgord charakterisiert. Dargestellt wurden Tiere wie das Pferd oder das Mammut, die jedoch meist nur durch Rückenlinien oder durch Kopfdarstellungen angedeutet werden. Umrahmt werden diese meist von Strichen oder Punkten. Teilweise lassen sich auch vulvenartige Figuren erkennen. Eine genaue Datierung kann nicht getroffen werden, jedoch gehören die wenigen Exemplare wie die eingravierten Vulven aus La Ferrassie oder die Darstellungen eines „Pflanzenfressers“ aus Belcayre (beide Fundstellen in der Dordogne ) in die Kulturstufe des Châtelperronien und des Aurignacien.

Stil II

Der zweite Stil[9] beginnt während dem Gravettien bzw. Périgordien und erstreckt sich bis zum Solutréen, wobei sich die beiden Phasen II und III kaum voneinander unterscheiden. Leroi-Gourhan nimmt an, dass in dieser Zeit die ersten Heiligtümer mit Malereien und Gravierungen entstanden sind. Meist sind die Darstellungen noch auf Platten, in den Eingangszonen oder an den Abriwänden. Laut Leroi-Gourhan werden diese noch selten in den „Dunkelzonen“ der Höhlen wie in Gargas angebracht, was dann in der folgenden Phase immer häufiger vorkommen wird. Abhängig von der Periode I entwickelt sich nun ein festes Darstellungsschema: die geschweifte Hals-Rückenlinie. Meist sind die abgebildeten Tiere wie Pferd, Bison und Mammut mit einem übermäßig gekrümmten Vorderteil versehen. Ein bekanntes Beispiel wäre die Höhle Pair-non-Pair, die zahlreiche Gravierungen von Pferden und Mammuts enthält. Auch bei den weiblichen Statuetten lässt sich in dem Gebiet von Spanien bis Russland eine einheitliche Ausführung erkennen. Die Figuren sind alle stilisiert: das Gesicht und die Arme werden nur angedeutet; die Füße fehlen zum Teil ganz. Besonders detailreich sind Hüften, Bauch, Brüste und Rumpf, die bei allen erhaltenen Figuren ob als Plastik wie bei der "Venus von Dolní Věstonice" oder als Relief wie in die Venus von Laussel betont werden. Zudem werden auch die ersten Handabdrücke gefertigt, wie z.B. in Gargas oder in Labatut.

Stil III

Diese Phase[10] stellt laut dem Wissenschaftler den Höhepunkt der technischen "Kunstfertigkeiten" dar. Die Linien sind feiner ausgeführt worden und man versuchte die Bewegtheit der Tiere darzustellen. Besonders betont wurden die sehr kurzen Beine und der Körper, die im Verhältnis zum Kopf zu groß erscheinen. Auch ist die markante Rückenlinie, die im Stil II konsequent bei jeder Tierart eingehalten wurde, nun abgeschwächt und individuell umgesetzt worden. Die Geweihe und Hörner sind zu ca. 75 % in der „halbverdrehten“ Perspektive wiedergegeben. Zu den häufigsten Abbildungen zählen der Bison und das Pferd, die meist in Kombination auftreten. Begleitet werden sie von weiteren „Nebentieren“: in Lascaux von einem Hirsch und in Pech Merle von einem Mammut. Die Zeichen, die immer bei den Tiergruppen erscheinen, sind meist tektiform wie in La Mouthe oder in Lascaux (hier sind auch die schachbrettförmigen Zeichen zu nennen, die mit verschiedenen Farben ausgemalt wurden). In dieser Phase stehen auch die Menschenabbildungen immer in einem engen Bezug zu den abgebildeten Tieren und anderen Zeichen. Die Schachtszene in Lascaux, mit dem verwundeten Bison und der menschlichen Gestalt ist ein Beispiel für diese Tradition. Weitergeführt werden auch die Handnegative und –positive, wie in Pech Merle, El Castillo und Rocamdour. Datiert wird die Stilphase aufgrund der beiden Fundstellen Roc-de Sers und Bourdeilles in das Solutréen und das frühe Magdalénien. Leroi-Gourhan unterteil diese Phase in vier regionale Gruppen, die sich in einigen Elementen der Darstellungsweisen unterscheiden: im Périgord, im Lot, in Kantabrien und im Ardèche-Tal.

Stil IV

Der vierte Stil[11] stellt den größten Teil der erhaltenen Kunstwerke da (ca. 78 %), wobei die mobilen Gegenstände diese Phase besonders prägen und eine Unterteilung in eine frühe und späte Phase erlauben. Leroi-Gourhan datiert den frühen Stil in das mittlere Magdalénien III und IV, die spätere Phase in das Magdalénien V und VI, doch erwähnt er in seiner Monographie, dass es ebenfalls Abweichungen dieser Unterteilung gibt wie in der Drei-Brüder-Höhle oder in Les Combarelles. Die Umrisslinien zeigen das abgebildete Tier nun in einer sehr realistischen Weise, sodass die Haltung und Bewegung des Tieres deutlich hervorgehoben wird. Hörner und Geweihe werden in ihrem natürlichen Aussehen wiedergegeben. Pferdedarstellungen besitzen eine sehr geschwungene Bauchpartie und zwei Linien auf den Schultern. Bisons, meist mit einem behaarten Kopf, weisen ein „Dreieck“ an den Lenden auf. Diese Details lassen sich auf einem Gebiet von Arcy-sur-Cure bis nach Kantabrien antreffen. Begleitet werden diese Tiere von verschiedenen Zeichen, die Leroi-Gourhan den zwei Unterphasen zuweist, aber auch betont, dass es regionale Unterschiede gibt. Zunächst entwickeln sich aus den rechteckigen Zeichen (meist mit weiblichen Symbolen) „echte“ tektiforme Zeichen. Zur selben Zeit treten die Wundzeichen auf wie in Niaux, doch entwickeln sich aus diesen ovale Symbole zum Beispiel in der Drei-Brüder-Höhle.

Maltechniken[Bearbeiten]

Die Menschen der ausgehenden Altsteinzeit konnten „schon perspektivisch zeichnen, kannten verschiedene Maltechniken und vermochten das Verhalten von Tieren naturgetreu wiederzugeben“.[12]

Als Anstrichmittel wurden Eisenoxide für rote und Manganoxide oder Holzkohle für schwarze Farben verwendet. Durch unterschiedlich erhitzten Ocker konnte die Farbpalette vergrößert werden, doch wird im Allgemeinen angenommen, dass auch diverse Gesteine, Erze und Feldspat sowie Blut, Kalkstein, Pflanzenharz, Milch und Pflanzensäfte zur Farbherstellung benutzt wurden. Das aus diesen Rohstoffen gewonnene Material, vermutlich in Puderform, wurde mit Wasser, Speichel oder Fetten vermischt und anschließend mit verschiedenen Techniken auf die Wandfläche aufgetragen. Neben Pinseln aus angekauten Zweigen, Stempel und den eigenen Fingern, wurde die Farbe mit Hilfe des Mundes oder eines Röhrchens auf die Fläche gesprüht. Bei diesem Vorgang wurden teilweise Schablonen oder auch die Hände so eingesetzt, dass „saubere Kanten“ beim Auftragen entstanden sind. In der Chauvet-Höhle wurde die Verwischtechnik angewandt. Flachreliefs entstanden durch das Abmeißeln der umliegenden Fläche. Die Höhlenmaler bezogen teilweise die dreidimensionale Wirkung von Rissen und Vorsprüngen des Felsuntergrunds in das Bild mit ein (z. B. in Font-de-Gaume, Altamira). Auffallend häufig treten Überschneidungen auf, die in der Forschung verschieden ausgelegt werden.
Zu den weiteren Hilfsmitteln zählen Steinlampen, die u.a. mit Tierfett und einem Wacholderzweigdocht Licht in die dunkle Höhle brachten, und Feuersteingeräte wie Kratzer, Sticheln oder auch Klingen, mit denen die Gravierungen ausgeführt wurden. In Lascaux haben sich Spuren von Gerüsten und Seilen erhalten, doch könnten auch weitere Personen dem Maler geholfen haben die höher gelegenen Stellen zu bemalen.

Elektronenrastermikroskopie und Mikrosondentechnik dienen zur Analyse der chemischen Bestandteile von Farbaufträgen.

Handnegative[Bearbeiten]

Meist wird die Hand als Schablone auf die Wand gelegt und mit der (oben beschriebenen) Versprühtechnik wird Farbe aus Holzkohle, Rötel oder Ocker (mit Wasser angerührt) auf die Wand gesprüht.

Alle mittels der Radiokohlenstoffdatierung eindeutig datierten Handnegative stammen aus dem Gravettien. Nur die Handnegative aus der Chauvet-Höhle sind möglicherweise in die vorangehende Epoche des Aurignacien zu datieren. Die bekanntesten Fundstellen sind die Chauvet-Höhle, die Höhlen von Pech Merle, die Grotte Cosquer und die Höhle von Gargas (alle Aquitanien).[13] Die Handnegative weisen oft verstümmelte Fingerglieder auf. Die Tatsache, dass in der polnischen Oblazowa-Höhle (Westkarpaten) mehrere isolierte Fingerglieder in Gravettien-Schichten gefunden wurden, wird als Beleg der bewussten Verstümmelung von Händen in dieser Höhle gedeutet.[14]

Die Handnegative der Cueva de las Manos in Argentinien sind wesentlich jünger als ihre europäischen Pendants (7.000 bis 1.000 v. Chr.).

Liste der Fundorte mit Höhlenmalerei[Bearbeiten]

Fundorte in Europa[Bearbeiten]

Von den zahlreichen Bilderhöhlen in Frankreich (ca. 150) und Nordspanien (ca. 125) werden nachfolgend nur die wichtigsten genannt. Eine ausführliche Darstellung siehe Frankokantabrische Höhlenkunst.

Frankreich

Stil Höhle Region Koordinaten Beschreibung Epoche/Alter Zugänglichkeit
Stil I Abri Cellier und Le Ruth Dordogne 44° 59′ 38″ N, 1° 3′ 36″ O44.9938888888891.06 gravierte Platten im untersten Aurigancien-Horizont
Stil I Abri Castanet Dordogne 44° 59′ 57″ N, 1° 6′ 5″ O44.999221.101418 gravierte Platten Aurignacien I und II, 35.000–37.000 v. Chr.
Stil I Abri de Belcayre Dordogne eine gravierte Platte
Stil I La Ferrassie Dordogne 44° 57′ 6,5″ N, 0° 56′ 17″ O44.9518055555560.93805555555556 gravierte Platten aus dem Aurignacien IV
Stil II Laussel Dordogne 44° 56′ 50″ N, 1° 6′ 25″ O44.9472222222221.1069444444444 vier Reliefs weiblicher Figuren und einer männlichen Figur, ein steinerner Phallus und die Plastik einer ithyphallischen Person Venus von Laussel (Venus à la corne) ist ca. 25.000 Jahre alt
Stil II Pair-non-Pair Gironde 45° 2′ 20″ N, 0° 30′ 6″ W45.038978-0.50178 mehrere Felsgravierungen vor 33.000 bis 26.000 Jahren
Stil II La Grèze Dordogne 44° 57′ N, 1° 8′ O44.9436111.133889 (Marquay) Gravierungen und eine jüngere Bisondarstellung
Stil II La Mouthe Dordogne vier Rinder und ein Pferd (Gravierungen)
Stil II Gorge d'Enfer Dordogne Gravierungen schlecht erhalten, Fisch in Hochrelief (1,05 m)
Stil II Höhle von Gargas Hautes-Pyrénées 43° 3′ 19″ N, 0° 32′ 10″ O43.0552780.536111 Handnegative, gravierte Steinplatten, Ausgestaltung der Zonen "Mäander" und ein Teil des "Divertikels", gravierte Zeichen und die "Muschel"; (Entdeckung von Höhlengemälden 1902) Datierung etwa 25.000 BP
Stil II Cussac Dordogne (Entdeckung 2000) etwa 28.000 Jahre alt
Stil III Roc-de-Sers Charent 45° 34′ 30″ N, 0° 19′ 46″ O45.5750.329444 Werkzeuge, Parietalkunst Aurignacien, Solutréen
Stil III Bourdeilles bzw. Fourneau du Diable Dordogne 45° 20′ 4″ N, 0° 35′ 39″ O45.3345830.594167
Stil III Höhle von Lascaux Dordogne 45° 3′ 14″ N, 1° 10′ 15″ O45.0538061.170833 Alter zwischen 17.000 und 10.000 Jahre, Entdeckung 1940 nicht öffentlich zugänglich, Nachbildung Lascaux II
Stil III Le Gabillou Dordogne
Stil III Villars-Höhle Dordogne 45° 26′ 32″ N, 0° 47′ 7″ O45.442260.78518
Stil III La Mouthe Dordogne
Stil III Saint-Cirq Dordogne 44° 55′ 34″ N, 0° 58′ 3″ O44.9261110.9675
Stil III Pech Merle Lot 44° 30′ 29″ N, 1° 38′ 40″ O44.5080561.644444 (Entdeckung 1922) etwa 20.000 Jahre alt
Stil III Cougnac Lot
Stil III Le Portel Ariège
Stil III Höhle von Isturitz Basses-Pyrénées 43° 21′ 10″ N, 1° 12′ 22″ W43.352778-1.206111
Stil IV Bernifal Dordogne 44° 55′ 52″ N, 1° 4′ 3″ O44.9311111.0675
Stil IV Limeuil (Fundstätte) Dordogne 44° 53′ 0″ N, 0° 53′ 18″ O44.8833330.888333
Stil IV Höhle von Teyjat Dordogne 45° 35′ 10″ N, 0° 34′ 17″ O45.5861110.571389
Stil IV Saut du Perron Loire
Stil IV La Colombière Ain
Stil IV Angles-sur-l'Anglin Vienne
Stil IV La Chaire à Calvin Charente
Stil IV Saint-Germain-la-Rivière Gironde
Stil IV Le Cap Blanc (Abri) Dordogne 44° 56′ 44″ N, 1° 5′ 49″ O44.9455561.096944 öffentlich zugänglich
Stil IV Commarque Dordogne
Stil IV Abri Reverdit Dordogne 44° 59′ 53″ N, 1° 6′ 4″ O44.9980561.101111
Stil IV La Magdelaine Tarn
Stil IV Les Combarelles Dordogne 44° 56′ 37″ N, 1° 2′ 32″ O44.9436111.042222
Stil IV Font-de-Gaume Dordogne 44° 56′ 5″ N, 1° 1′ 44″ O44.9347221.028889
Stil IV La Mouthe Dordogne
Stil IV Höhle von Rouffignac Dordogne 45° 0′ 31″ N, 0° 59′ 16″ O45.0086110.987778
Stil IV Arcy-sur-Cure Yonne Tierdarstellungen (Entdeckung der Malereien 1990)
Stil IV Pergouset Lot
Stil IV Labastide Hautes-Pyrénées
Stil IV Le Portel Ariège
Stil IV Höhle von Niaux Ariège 42° 49′ 15″ N, 1° 35′ 37″ O42.8208331.593611 Erforschung seit 1906 Datierung etwa 14.000–13.000 BP,
Stil IV Grotte Les Trois-Frères Ariège 43° 1′ 56″ N, 1° 12′ 42″ O43.0322221.211667
Stil IV Höhle von Tuc d'Audoubert Ariège 43° 1′ 56″ N, 1° 12′ 8″ O43.0322221.202222
Stil IV Höhle von Mas d'Azil Ariège 43° 4′ 10″ N, 1° 21′ 17″ O43.0694441.354722
Stil IV Montespan Haute-Garonne
La Marche
Chauvet-Höhle bei Vallon-Pont-d’Arc an der Ardèche 44° 21′ 0″ N, 4° 29′ 24″ O44.354.49 über 400 Einzelbilder, (Entdeckung 1994 durch Jean-Marie Chauvet) Datierung der älteren Gruppe zwischen 33.000–30.000 BP, derjüngeren Gruppe 27.000–22.000 BP
Henry-Cosquer-Höhle bei Marseille 43° 12′ 10″ N, 5° 26′ 57″ O43.2027785.449167 der Eingang liegt 37 Meter unter dem Meeresspiegel; Zeichnungen von Seehunden, Fischen und großen Meeresvögeln (Entdeckung 1985 durch Henry Cosquer) Datierung ca. 27.000 BP;
Grotte d'Aurignac Midi-Pyrénées 43° 13′ 21″ N, 0° 51′ 55″ O43.22250.865278
La Madeleine Dordogne 44° 58′ 1″ N, 1° 2′ 11″ O44.9669441.036389 Steppenwisent auf Elfenbein Magdalénien
Grotte de Gouy Seine-Maritime 49° 21′ 40″ N, 1° 7′ 49″ O49.3611111.130278 Kreideschnitzereien (12.050 ± 130 Jahre v. Chr.)
Bayol-Höhle Collias, Languedoc-Roussillon 43° 57′ N, 4° 29′ O43.9547224.477778 Malereien fast 20000 Jahre alt
Höhle von Enlène Midi-Pyrénées 43° 1′ 51″ N, 1° 13′ 2″ O43.0308331.217222 sehr reich an Kleinkunstobjekten „art mobilier“/ Alltagskunst und gravierten Sandsteinplaketten (Bodenfliesen?, Schneidebrettchen?). Magdalénien, Gravettien
(Volp-Höhlen) Ariège 43° 1′ 56″ N, 1° 12′ 8″ O43.0322221.202222
Höhle von Font-Bargeix, Puyrignac, La Grange aux Putes (Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier) Dordogne 45° 28′ N, 0° 35′ O45.4741670.579444
Höhle von Jovelle Dordogne 45° 21′ 37″ N, 0° 25′ 48″ O45.3602780.43 Ritzzeichnungen eines Mammuts, eines Steinbocks und eines Pferdes
Rochereil Dordogne 45° 18′ 8″ N, 0° 32′ 7″ O45.3023060.535139 4000 Steinartefakt- und Knochenfunde, Grabstätte eines männlichen Erwachsenen Magdalénien VI, Azilien
Laugerie-Basse Dordogne 44° 57′ 3″ N, 0° 59′ 57″ O44.9509720.999167 mehrere Kunstwerke Magdalénien öffentlich zugänglich
Höhle von Puymartin (bei Marquay) Dordogne 44° 57′ N, 1° 8′ O44.9436111.133889 (Marquay)
Gisement préhistorique moustérien de la Gane bei Groléjac Dordogne 44° 49′ N, 1° 18′ O44.8172221.295556 (Groléjac) Prähistorischer Abri - Monument historique Moustérien


Nordspanien

Stil II

Stil III

  • Las Chimeneas (Kantabrien)
  • Höhle von Altamira (Kantabrien) – über 150 Wandbilder, die zwischen 14.000 und 16.000 Jahre alt sind; (Entdeckung 1868)
  • La Pasiega (Kantabrien)
  • El Castillo Covalanas (Kantabrien)
  • Covolanas (Kantabrien)
  • La Haza (Kantabrien)

Stil IV

Italien

Russland

Fundorte in Afrika[Bearbeiten]

Die Felskunst der Sahara gehört nicht mehr zur Eiszeitkunst, da sie ausschließlich im Holozän entstand. Sie weist jedoch einige formale Parallelen vor allem zur mesolithischen und spätneolithischen Kunst Ostspaniens und Italiens auf und ist in ihrer späteren Phase neolithisch. Auch die Felskunst im übrigen Afrika, die wie die der Sahara fast nie Höhlenkunst ist, entstand nach der Eiszeit und ist nur der Kulturstufe nach paläolithisch.

Ägypten

Algerien

Höhlenmalerei in Laas Geel

Libyen

Somalia

Namibia

Südafrika

Fundorte in Amerika[Bearbeiten]

Mexiko

Brasilien

Argentinien

Fundorte in Asien, Australien und Ozeanien[Bearbeiten]

Ile Kére Kére, Osttimor

Museen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • André Leroi-Gourhan: Prähistorische Kunst. Breisgau. 1971.
  • Ansel Adams: The Camera. Little, Brown and Company, Boston 1980.
  • Norbert Aujoulat: Lascaux: Movement, Space, and Time [Trans. Martin Street]. Abrams, New York 2005.
  • Emmanuel Anati: Art of Beginnings. In: Diogenes. No. 185, Vol. 47/1, 1999.
  • Emmanuel Anati: Höhlenmalerei.. Albatross, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96060-6.
  • Paul G. Bahn: Prehistoric Art. Cambridge University Press, Cambridge 1998.
  • Paul G. Bahn und Jean Vertut: Journey Through the Ice Age. University of California Press, Berkeley 1997.
  • Paul G. Bahn: Pyrenean Prehistory: A Palaeoeconomic Survey of the French Sites. Aris & Phillips, Warminster 1985.
  • Ditte Bandini-König: Die Felsbildstation Hodar. Materialien zur Archäologie der Nordgebiete Pakistans, Band 3. Hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philipp von Zabern, Mainz 1999, mit Beiträgen von G. Fussman, H. Hauptmann, O. von Hinüber, Th. O. Höllmann, R. Schmelzer und H. Völk. ISBN 3-8053-2560-6
  • Geoffrey Batchen: ::Burning with Desire: The Conception of Photography. MIT Press, Cambridge 1997.
  • Count Henri Bégouën: The Magic Origin of Prehistoric Art. In Antiquity. 1929.
  • John Berger: Secrets of the Stone. In: Guardian. 16. November 1996.
  • Gerhard Bosinski: Die Gravierungen des Magdalénien-Fundplatzes Andernach-Martinsberg. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. 41, 1994, S. 19–58.
  • Gerhard Bosinski: Die Ausgrabungen in Gönnersdorf 1968–1976 und die Siedlungsbefunde der Grabung 1968. Der Magdalénien-Fundplatz Gönnersdorf. Volume 3. Steiner, Wiesbaden 1978.
  • Gerhard Bosinski und Gisela Fischer: Mammut- und Pferdedarstellungen von Gönnersdorf. Der Magdalénien-Fundplatz Gönnersdorf. Volume 5. Steiner, Wiesbaden 1980.
  • Jean Clottes: Kunst im Morgenlicht der Menschheit. In: Reinhard Breuer u.a.: Moderne Archäologie. (Spektrum der Wissenschaft Spezial, Jg. 12, H. 2). Spektrum der Wissenschaft VG, Heidelberg 2003, S. 6–9.
  • Michel Lorblanchet, Gerhard Bosinski: Höhlenmalerei. Ein Handbuch. Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-9025-0.
  • Martin Meister: Höhlenkunst. In: Geo. 22. Jg., Juni 1997.
  • Wolfgang Schürle und Nicholas J. Conard (Hrsg.): Zwei Weltalter. Eiszeitkunst und die Bildwelt Willi Baumeisters. Ostfildern-Ruit 2005.
  • Rolf Schulte: Farbe und Maltechnik. In: Gerhard Rietschel u.a.: Lascaux. Höhle der Eiszeit. Zabern, Mainz 1982, ISBN 3-8053-0593-1, S. 60–63. (Ausstellungskatalog des Roemer- und Pelizaeus-Museums)
  • Toni Hildebrandt: Bild, Geste und Hand. Leroi-Gourhans paläontologische Bildtheorie, IMAGE 14 (September 2011)."Bild, Geste und Hand. Leroi-Gourhans paläontologische Bildtheorie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höhlenmalerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weltweit älteste Höhlenmalerei entdeckt welt.de, 14. Mai 2012
  2. Entdeckung der Eiszeit-Kultur: Höhlenmalereien zeugen von entwickelten Völkern Terra X, 31. August 2008
  3. Schamanen in der Höhlenwelt: Bildergeschichten und Gegenstände mit spiritueller Symbolkraft Terra X, 31. August 2008
  4. The prehistory of the mind: A search for the origins of art, religion, and science. London 1996, ISBN 0-500-05081-3.
  5. André Leroi-Gourhan: Treasures of Prehistoric Art. Abrams, New York 1967.
  6. André Leroi-Gourhan: Le Symbolisme des Grandes Signes dans l’art Parietal Paléolithiques. In: Bulletin de la Société Préhistorique Française. 55 (3), 1958, S. 307–321.
  7. Leroi-Gourhan 1971, S. 245ff.
  8. Leroi-Gourhan 1971, S. 248
  9. Leroi-Gourhan 1971, S. 248-250
  10. Leroi-Gourhan 1971, S. 250-253
  11. Leroi-Gourhan 1971, S. 382
  12. Jean Clottes: Kunst im Morgenlicht der Menschheit. In: Reinhard Breuer u.a.: Moderne Archäologie. (Spektrum der Wissenschaft Spezial, Jg. 12, H. 2). Spektrum der Wissenschaft VG, Heidelberg 2003, S. 6–9
  13. Émile Cartailhac, Henri Breuil: Gargas, Cne D’Aventignan (Hautes-Pyrénées). L’Anthropologie XXI, 1910, S. 129-150
  14. Pawel Valde-Nowak: Obłazowa Cave: New light on Gargas-Hands? Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. Proceedings of the 45th Annual Congress, Santander, 2003