Höllenmaschine

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Höllenmaschine (frz. machine infernale, engl. infernal machine) war vor allem im 19. Jahrhundert eine Bezeichnung für militärisch oder terroristisch eingesetzte Sprengladungen, die durch Zeitzünder oder Sensoren zur Detonation gebracht werden. Im scherzhaften, heute noch aktuelleren Sinn ist es ein Ausdruck für unheimliche und zugleich faszinierende Maschinen aller Art, aufgrund ihrer anscheinenden Unberechenbarkeit, ihrer Geschwindigkeit oder der von ihnen ausgehenden Gefährdungen. So wurden die ersten dampfbetriebenen Eisenbahnen ebenso als Höllenmaschinen angesehen wie heute besonders schnelle (und laute) Motorräder oder überdurchschnittlich leistungsstarke Computer.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Barocktheater wurde die Hölle häufig mit Hilfe einer komplizierten Bühnenmaschinerie dargestellt, bei Freilichtaufführungen auch mit Feuerwerk.

Im pfälzischen Erbfolgekrieg 1693 sandten die Engländer ein mit Schießpulver und sonstigem brennbarem Material beladenes Schiff (Brander) gegen die Mauern der Festung St. Malo. Man nannte diesen Schiffstyp infernal machine.

Im 19. Jahrhundert wurden Bomben mit Zeitzünder besonders in Großbritannien und Russland, aber auch in Frankreich zur Durchführung von Attentaten eingesetzt, zum Beispiel denjenigen auf Napoléon Bonaparte am 24. Dezember 1800 und auf König Louis Philippe durch Joseph Fieschi am 28. Juli 1835.

Jean Cocteau entwickelte in seinem Drama Die Höllenmaschine (1932) nach dem Ödipus-Mythos die Vorstellung einer Höllenmaschine als tragisches Geschehen ohne Götter.

Literatur[Bearbeiten]

  • F.M. Feldhaus: Die Technik der Vorzeit, der geschichtlichen Zeit und der Naturvölker. Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig und Berlin 1914