Höllentalangerhütte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Höllentalangerhütte
DAV-Hütte Kategorie I
alte Höllentalangerhütte (2006)
alte Höllentalangerhütte (2006)
Lage Höllental; Bayern, Deutschland
Gebirgsgruppe Wettersteingebirge
Geographische Lage 47° 26′ 17″ N, 11° 1′ 29″ O47.43805555555611.0247222222221387Koordinaten: 47° 26′ 17″ N, 11° 1′ 29″ O
Höhenlage 1387 m ü. NHN
Höllentalangerhütte (Bayern)
Höllentalangerhütte
Besitzer Sektion München
Erbaut 1893, 1925 erweitert
Hüttentyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Seit September 2013 wegen Ersatzbaus geschlossen
Beherbergung 0 Betten, 80 Lager
Weblink www.hoellentalangerhuette.de
Hüttenverzeichnis DAV

Die Höllentalangerhütte (1387 m ü. NHN) war eine bewirtschaftete Hütte des Deutschen Alpenvereins im Wettersteingebirge, zugehörig zum Bezirk Garmisch-Partenkirchen. Die Hütte im schmalen Taleinschnitt zwischen Höllental-Blassen- und Waxenstein-Riffelwand-Kamm war von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet und verfügte über 80 Schlafplätze.

Sie wurde im September 2013 abgerissen, um einem kompletten Neubau zu weichen. Der Ersatzbau der Höllentalangerhütte entsteht 2014 und 2015, eine Neueröffnung ist ab Mitte 2015 geplant.

Geschichte[Bearbeiten]

Alte Höllentalangerhütte[Bearbeiten]

Nachdem die Wege ins Höllental seit 1882 durch die Sektion München des Deutschen Alpenvereins ausgebaut wurden, errichtete diese 1893/94 die erste Höllentalhütte. Die Blockhütte bot auf 40 m² Grundfläche 6 Matratzen und 16 Heulager und wurde am 16. Juni 1894 eröffnet. 1907 wurde unterhalb der Hütte ein Wirtschaftsgebäude errichtet, dieses wurde bereits 1909 durch Anhebung des Daches um ein Dachgeschoss erweitert. 1924 folgte übergangsweise eine Baracke, die 1925 durch einen weiteren Erweiterungsbau ersetzt wurde, der am 26. Juli 1925 eingeweiht wurde. Dabei wurden die bisherigen Gebäude miteinander verbunden und die Hütte erhielt ihr letztes Aussehen bis zum Abriss 2013. Auch eine Stromversorgung durch eine Wasserturbine wurde errichtet. 1954 wurden neue Wasch- und Toilettenräume angebaut und eine Kläranlage errichtet. Dieser in Leichtbauweise erstellte Anbau wurde im Frühjahr 1963 durch den Luftdruck einer Staublawine zerstört und daraufhin in Massivbauweise wieder errichtet. 1964 ersetzte ein Dieselaggregat das Kleinwasserkraftwerk und seit 1968 versorgte eine Materialseilbahn die Hütte. Zuletzt bot die Hütte 80 Lagerplätze.

Neue Höllentalangerhütte[Bearbeiten]

Aus Sicht des Alpenvereins war ein Ersatzbau unumgänglich, da die Hütte der Kategorie I in wesentlichen Punkten nicht mehr den heutigen Anforderungen an Brandschutz, Arbeitsstättenrichtlinien oder den hygienischen Anforderungen aus dem Lebensmittelrecht entspräche. Seit Ende der 1990er-Jahre wurde der Ersatzbau mit erweiterten Übernachtungskapazitäten und moderner, umweltfreundlicher Infrastruktur geplant und dessen Kosten auf über 4,5 Millionen Euro geschätzt.

Der Ersatzbau – mit unkonventionellem Pultdach anstelle eines Satteldachs – trägt der großen Lawinengefahr im Höllental und den damit verbundenen versicherungsrechtlichen Vorgaben sowie den umfangreichen behördlichen Auflagen bezüglich Brandschutz, Arbeitsstättenrichtlinien und den hygienischen Anforderungen aus dem Lebensmittelrecht Rechnung.[1] Im Rahmen des vollständigen Abrisses 2013 wurde das Blockhaus, die „Urzelle“ der Hütte, in den Garten des Alpinen Museums München verbracht.

Zustiege[Bearbeiten]

Blick von der Höllentalangerhütte in Richtung Talschluss, Höllentalferner und Zugspitzmassiv

Touren[Bearbeiten]

  • Auf die Zugspitze (2962 m) über den Höllentalferner (Gletscherbegehung) in 5 Stunden,
  • auf die Alpspitze (2628 m) über das Matthaisenkar und die Grieskarscharte in 4 Stunden,

Für beide Touren ist Klettersteigerfahrung notwendig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Bindl (Hrsg.): 80 Jahre Höllentalhütte 1894–1974. München 1974 (Digitalisat; PDF 843 KB)
  • Sektion München des Deutschen Alpenvereins (Hrsg.): 1994 – 100 Jahre Höllentalangerhütte, 125 Jahre DAV Sektion München. München 1994 (Digitalisat; PDF 3,8 MB)
  • Stefan Beulke: AVF Wetterstein. Bergverlag Rother, Ottobrunn, ISBN 978-3-7633-1119-4.
  • Helmut Pfanzelt: GF Wetterstein und Mieminger Kette. Bergverlag Rother, Ottobrunn, ISBN 978-3-7633-3129-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höllentalangerhütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zum Ersatzbau der Höllentalangerhütte. DAVplus.de, abgerufen am 4. September 2013.