Hörtendorf

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15. Klagenfurter Bezirk
Hörtendorf
slow. Trdnja vas
Fläche 11,87 km²
Geografische Lage 46° 38′ N, 14° 24′ O46.6410914.400363333333465Koordinaten: 46° 38′ N, 14° 24′ O
Höhe 465 m ü. A.
(Pfarrkirche)
Einwohner 2296 (Stand: 2006)
193 Einwohner je km²
Postleitzahl 9020, 9029
Karte der Bezirke von Klagenfurt
Karte der Bezirke von Klagenfurt

Hörtendorf (slow.: Trdnja vas)[1][2][3][4][5]ist der 15. Bezirk der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee (Österreich).

Geografie[Bearbeiten]

Hörtendorf liegt im Osten von Klagenfurt und wird von der Raba durchflossen. Der Stadtteil wird im Westen durch die Alte Stadtgrenze und die St. Jakober Straße und im Osten durch die Gurk begrenzt. Weiters grenzt Hörtendorf an die Gemeinden Maria Saal, Magdalensberg, Poggersdorf, Grafenstein und Ebenthal in Kärnten.

Geschichte[Bearbeiten]

1973 wurde Hörtendorf zusammen mit einem Teil der Gemeinde Ebenthal in Kärnten (südlich der Völkermarkter Straße) und einem Teil der Gemeinde Poggersdorf (östlich der Gurk) in das Stadtgebiet von Klagenfurt eingemeindet.

Filialkirche Heilige Margaretha
Pfarrkirche Heiliger Jakobus der Ältere
Winterliche Ortschaft Hörtendorf
Einzelbaum inmitten der Fluren nördlich der Ortschaft Hörtendorf

Gasthof Pauker in Pokeritsch[Bearbeiten]

Anton Tscharre (1849–1905)[6][Bearbeiten]

Der Gutsbesitzer und Politiker der Deutschen Volkspartei wurde am 12. September 1849 in Pokeritsch bei St. Jakob an der Straße geboren. Anton Tscharre besuchte in Klagenfurt die Realschule, diente beim Landwehr-Infanterieregiment Nr. 4 und quittierte mit 32 Jahren als Oberleutnant seinen Dienst. Er befand sich dann als Gutsverwalter bei einem Baron in der Untersteiermark, ehe er sich in Graz als Weinhändler betätigte. 1885 übernahm er in Pokeritsch den Paukerhof seiner Eltern und baute ihn zu einem Musterbetrieb aus. 1900 wurde er Präsident der Landwirtschaftsgesellschaft, und ab 1901 war er Abgeordneter zum Reichsrat. Anton Tscharre erlag am 26. Juni 1905 einem Herzleiden. Er wurde in St. Jakob an der Straße zu Grabe getragen.


Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Hörtendorf gliedert sich in zwei Katastralgemeinden und folgende Ortschaften:

  • Blasendorf (Blažnja vas) :
    • Blasendorf (Blažnja vas) , Gottesbichl (Ovše), Nessendorf (Na Rišovce oder auch Nereševica)[7]
  • Hörtendorf (Trdnja vas pri Celovcu):
    • Aich an der Straße (Dóbje pri Žrelcu), Farchern (Borovje), Gutendorf (Hutna vas pri Celovcu), Hörtendorf (Trdnja vas pri Celovcu), Limmersdorf (Limarja vas pri St. Jakobu pri Celovcu), Perkonigg, Pokeritsch (Pokeriče pri Celovcu), St. Jakob an der Straße (Šentjakob pri Celovcu)[8]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Areale[Bearbeiten]

  • Areal der Mülldeponie Klagenfurt
  • Areal der Schottergrube Klagenfurt

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Heiliger Jakobus major
  • Kirche St. Margaretha mit Friedhof
  • Gemeindeamt Hörtendorf
  • Farchernhof in Farchern

Veranstaltungszentrum[Bearbeiten]

Veranstaltungszentrum Castellino[Bearbeiten]

Seit November 2010 gibt es am Schülerweg in Hörtendorf ein neues Cafehaus mit Nahversorger und Veranstaltungszentrum, das "Castellino".

Kirche[Bearbeiten]

Filialkirche Heilige Margaretha[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hörtendorf ist von Klagenfurt aus über die Völkermarkter Straße Richtung Völkermarkt erreichbar.

Die Stadtwerke Klagenfurt bedienen mit ihren Bussen in Hörtendorf die Haltestellen: Ziegeleistraße, Ernst-Diez-Straße, Schülerweg, Aich Gutendorf, Limmersdorf, Niederdorf, Rosenweg, Hörtendorf welche vom Heiligengeistplatz im Zentrum von Klagenfurt aus mit der Linie 20 im 30-Minuten-Takt, leicht erreicht werden können.

Im Westen von Hörtendorf ist die Autobahnabfahrt Klagenfurt Ost in der Industriezone Hörtendorf.

Gutshöfe und Landsitze[Bearbeiten]

Farchernhof
Nordansicht des Farchernhofes
Stallgebäude in Farchern

Farchernhof[9][Bearbeiten]

Der Besitz gehörte ursprünglich zur Herrschaft Portendorf und wurde allein zwischen 1745 und 1822 zwölf Mal verkauft. Erst nach dem Brand des Schlosses Portendorf zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Ausbau des alten Farchernhofes zum Herrenhaus. 1822 erfolgte eine Versteigerung des Besitzes, da sich Urban Leitgeb, der ihn 1813 erworben hatte, durch den Ausbau in Schulden stürzen musste. Neuer Schlossherr wurde Karl Felix Tschabuschnigg. Nach zweimaligem Verkauf folgte 1861 Karl Freiherr von Knobloch als Besitzer, der 1865 auch Gut Portendorf erwarb. Doch auch er veräußerte bald seinen Besitz. Von Josef Wehsiken kaufte 1881 den Farchernhof Dr. Josef von Vest, dessen Sohn, Dr. Hermann von Vest, der 1904 den Bau auf das heute bestehende Ausmaß hinsichtlich der Grundfläche erweitere. 1928 erwarb Erich von Boehm-Bezing den Besitz. Anfang der 1970er Jahre wurde durch Erich von Boehm-Bezings Sohn Leopold das Herrenhaus um ein weiteres Stockwerk aufgestockt und gleichzeitig die Fassade renoviert.

Der langgestreckte, dreigeschossige, über rechteckigem Grundriss aufragende Bau besitzt ein niedriges Walmdach, das südseitig durch einen Dreiecksgiebel mit einem Ovalfenster belebt wird. An der Südseite ist die Gebäudemitte zusätzlich durch einen von schlanken Pfeilern getragenen Balkon mit zierlichen Eisengittern belebt. Dieser Balkon überdacht schützend die Eingangstüre. Die Gegenseite besitzt jedoch nur einen kleinen Balkon am Gebäudeeck.

Das Erdgeschoss ist von den Obergeschossen durch ein breites Putzband getrennt, während ein entsprechendes Band zwischen den Obergeschossen nicht durchläuft, sondern auf jeweils die Breite der Fenster aufgeteilt ist. Alle Fenster, acht an den Längs- und zwei an den Schmalseiten, besitzen einfache Putzfaschen und die Gebäudeecken sind durch Quader betont. Vor der Südseite des Herrenhauses stehen beidseitig kleine „Kavaliershäuschen“, die dem Bau ein schlossartiges Gepräge verleihen.

Der Farchenhof ist heute im Besitz von Christian, dem Urenkel von Erich von Boehm-Bezing.

Tauschitz-Villa[Bearbeiten]

Die Schotter- und Transportfirma Tauschitz hat ihren Firmensitz in einem Hörtendorfer Landhaus.


Grabenhof[Bearbeiten]

Das in Gottesbichl am Grabenhofweg Nr. 42 erbaute Herrenhaus mit Walmdach und südseitigem Dreiecksgiebel mit einem Rundfenster blickt über Klagenfurt bis in die Karawanken.


Vulgo Strutzmann[Bearbeiten]

Das an den Längsseiten fünfachsige und an den Breitseiten zweiachsige Landhaus ist einstöckig und hat ein Walmdach. Auf dem First reitet ein kleines Glockentürmchen auf. Das Obergeschoss ist vom Erdgeschoss durch ein Putzband getrennt und die südseitige Hauptfront weist einen mittig positionierten, vorbauartig gestalteten Balkon auf.

Herzoghof[10][Bearbeiten]

Die „Hube in Blasendorf“ war der Hauptsitz des Herzogbauern. Dieser, ein Edlinger, besaß verschiedene Vorrechte. Sie betrafen nicht nur die Zeremonien auf dem Zollfeld, sondern auch die Abgabenfreiheit für je eine Hube in Blasendorf und Poggersdorf sowie (seit 1729) die freie Einfuhr von 120 Eimern „welschen Weines“, der im dazugehörigen Gasthaus verkauft wurde. Der erste Herzogbauer, der urkundlich genannt wurde (27. März 1414), war Gregor Schatter; seine Nachkommen nannten sich Herzogbauer oder Edlingbauer oder auch nur Herzog oder Edlinger. In den Kirchenbüchern sind sie unter dem Namen Herzog verzeichnet. Der letzte Herzogbauer schrieb sich selbst Josef Herzog-Edlinger. Er wurde am 27. September 1768 in Blasendorf geboren und starb in ärmlichen Verhältnissen am 4. Juni 1823 in Klagenfurt. Schon 1801 war der Herzoghof in andere Hände übergegangen; am 27. Februar wurde das Weinprivileg zum letzten Male ausgeübt. Für Josef Herzog-Edlinger wurde von den Bauern ein großes Begräbnis veranstaltet; sein Grab in Sankt Jakob an der Straße ist nichtsdestoweniger unbekannt.


Vulgo Lindner in Nessendorf[Bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert war diese Hube unter dem Vulgarnamen "Tamisch" bekannt.

Vulgo Puntschart in Nessendorf[Bearbeiten]

Mit mehr als 500 Jahren ältester Bauernhof im Bezirk Klagenfurt.

Am 3. November 2012 wurde der Bildstock des Bauernhauses von dem Dompfarrer zu Maria Saal, Mag. Josef-Klaus Donko, eingeweiht.

Industriezone Ost (Industriezone Hörtendorf)[Bearbeiten]

In der Hörtendorfer Industriezone befinden sich große Arbeitgeber von Klagenfurt, die Industriezone Ost ist durch die Pischeldorferstraße leicht zu erreichen.

Internationale Firmen[Bearbeiten]

  • KALMAR
  • M.A.N.
  • Mazda Austria
  • Metro
  • Hausmann
  • ADEG Großmarkt
  • IKEA - Klagenfurt (Hörtendorf)
  • HILTI
  • FELBERMAYR


Regionale Firmen[Bearbeiten]

  • ABC Klagenfurt
  • Gaskraftwerk (geplant für 2009, etwas außerhalb der Industriezone)
  • Schotter-Transporte Tauschitz
  • STARMANN
  • Zeppitz


Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Volksschulen in Hörtendorf: VS21
  • Hort Hörtendorf
  • Städtischer Kindergarten Hörtendorf
Das Tiko in Nessendorf

Tierschutzkompetenzzentrum[Bearbeiten]

Im Oktober 2011 wurde bei Nessendorf das vom Landestierschutzverein Kärnten betriebene Tierschutzkompetenzzentrum, kurz Tiko genannt, eröffnet. Das Tiko ist eines der modernsten Tierheime Europas und bietet rund 150 Hunden, 200 Katzen und zahlreichen Klein-, Wild- und Nutztieren artgerechte Unterkunft. Das Zentrum ist nicht nur ein Tierheim, sondern auch Anlaufstelle für Informationen rund um Tierhaltung und Tierschutz. Außerdem wird eine 24 Stunden erreichbare Tierrettung betrieben. Durch ein dreistufiges Quarantänesystem inklusive Seuchenquarantäne bietet das Tiko gute Rahmenbedingungen dafür, dass die untergebrachten Tiere gesund bleiben und somit der Aufenthalt im Tierheim so kurz wie möglich gehalten wird. Seit Jänner 2012 arbeiten im Rahmen eines vom Verein autArK begleiteten Integrationsprojekts, das auf Tiere als Therapie setzt, zehn beeinträchtigte Jugendliche im Tiko. Seit Oktober 2013 wird das Tiko durch Mitarbeiter der Milliardärin Heidi Horten, die den Bau mitfinanziert hat, geleitet.


Erholung[Bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten]

In Hörtendorf gibt es mehrere Sportplätze z.B. für Fußball, American Football, Paintball, Baseball. Hörtendorf besitzt außerdem 2 Seen. Außerdem gibt es mehrere Spaziermöglichkeiten rund um Hörtendorf.

Parkanlagen[Bearbeiten]

Mitten in Hörtendorf befindet sich der Spielplatz Hörtendorf, in der Industriezone befindet sich der Postsportplatz und am Ruhes Teich die Sportanlage des 1.SV-Hörtendorf mit ca.200 Mitgliedern.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.karawankengrenze.at/ferenc/index.php?r=ortsregisterSD
  2. http://www.gfbv.it/3dossier/oevz/oberw.html
  3. http://james.at/zweisprachig/h-k.php
  4. http://www.volksgruppenbuero.at/ortsnamenverzeichnis.pdf
  5. http://web.archive.org/web/20010524131628/http://www.geocities.com/athens/9479/sloven.html
  6. ADG, PA St. Jakob an der Strage, HS 3/Taufbuch. "Klagenfurter Zeitung" am 27. Juni 1905. "Kärntner Zeitung" am 2. Juli 1905
  7. Bojan-Ilija Schnabl: Dvojezična ustava Koroške in deželni glavar Janez Nepomuk Šlojsnik. In: Koroški koledar 2012. Celovec 2011, 165–188.
  8. Pavel Zdovc: Slovenska krajevna imena na Avstrijskem Koroškem = Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten. Erweiterte Auflage. Ljubljana 2010. ISSN 0560-2920.
  9. Siegfried Hartwagner: Klagenfurt Stadt, 1980; Verlag St. Peter, Salzburg. ISBN 3-900173-26-5
  10. Hermann Th. Schneider: „Die Straßen und Plätze von Klagenfurt“. Herausgegeben von der Landeshauptstadt Klagenfurt. Druck: Kärntner Druckerei, Klagenfurt

Weblinks[Bearbeiten]