Hösbach

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Hösbach; für den gleichnamigen Fluss siehe Hösbach (Fluss).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hösbach
Hösbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hösbach hervorgehoben
509.2144Koordinaten: 50° 0′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 30,59 km²
Einwohner: 13.093 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 428 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63768
Vorwahlen: 06021 und 06024Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 130
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstr. 3
63768 Hösbach
Webpräsenz: www.hoesbach.de
Bürgermeister: Michael Baumann (parteilos)
Lage des Marktes Hösbach im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Hösbach

Hösbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und liegt im Vorspessart, 5 km von Aschaffenburg, ca. 70 km von Würzburg und ca. 50 km von Frankfurt am Main entfernt.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Hösbach hat 10 amtlich benannte Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[2])[3] auf 5 Gemarkungen:

Die Siedlung Sand ist kein amtlich benannter Ortsteil.

Die ausgegangene Ortschaft Sadelbach befand sich auf dem heutigen Gebiet des Marktes Hösbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Johannesberg
Markt
Mömbris
Gemeinde
Blankenbach
Markt
Goldbach
Nachbargemeinden Gemeinde
Sailauf
Stadt
Aschaffenburg
Gemeinde
Haibach
Gemeinde
Bessenbach

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Hösbach leitet sich vom gleichnamigen Hösbach ab,[4] der im Gemeindegebiet der Aschaff zufließt. Zeitweise wurde der Namenszusatz Groß verwendet, um den Ort von Kleinhösbach (heute Wenighösbach) zu unterscheiden.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1189 Hostebach
  • 1225 Hoistebach
  • 1248 Hosthebach
  • 1312 Hoestebach
  • 1320 Großin Hoestbach
  • 1372 Hoyßbach
  • 1380 Hospach
  • 1569 Höspach
  • 1805 Heßbach
  • 1819 Hösbach

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Hösbachs stammt aus dem Jahr 1189 als Hostebach: Ein Hermann de Hostebach und sein Sohn Conrad werden in einer Urkunde des Erzbischofs Konrad von Mainz als Zeugen genannt. 1218 wird das Frauenkloster Schmerlenbach (im heutigen Ortsteil Winzenhohl) von der Familie von Kugelberg gestiftet und diesem das Patronatsrecht über die Hösbacher Kirche verliehen. Im 13. Jahrhundert verliert sich das Geschlecht der Hostebachs - der Name Hösbach bleibt. Seit dem 14. Jahrhundert sind Forsthuben (Forsthöfe) in Hösbach angesiedelt, die sich im Laufe der Zeit zu Großbauernhöfen weiterentwickelten.

Im Jahr 1781 bestand der Ort aus nur 120 Häusern mit 591 Einwohnern. Diese Zahlen stiegen in den folgenden Jahrzehnten nur sehr langsam an. Erst 1895 wurde die Zahl von 2.000 Einwohnern überschritten. In den Folgejahren wuchs Hösbach schneller aufgrund der Industrialisierung, vor allem im nahe gelegenen Aschaffenburg, so dass 1905 bereits 2.518 und 1933 schon 3.388 Bürger registriert wurden. Kriegsflüchtlinge während des Zweiten Weltkriegs ließen 1946 die Einwohnerzahl auf 4.517 ansteigen. Das stetige Wachstum setzte sich lange Jahre fort.

Anlässlich seiner 800-Jahr-Feier wurde Hösbach am 29. September 1989 zum Markt erhoben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Durch die Gemeindegebietsreformen 1972 und 1978 erhielt die Gemeinde Hösbach zusätzliche Flächen (1981 ha) und erneut ca. 4.500 neue Bürger. Damals wurden die ehemals eigenständigen Kleingemeinden Wenighösbach (1. Januar 1972)[5], Feldkahl (1. Juli 1972)[5], Rottenberg und Winzenhohl (beide: 1. Mai 1978)[6] eingegliedert.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[7]
Wahlbeteiligung: 54,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,0 %
21,6 %
19,2 %
12,1 %
Kommunalwahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 47,89 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,85 %
22,07 %
22,76 %
12,32 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Als Nachfolger von Robert Hain (CSU), im Amt seit 1988, wurde am 6. November 2011 der parteilose Michael Baumann gewählt; er trat das Amt am 1. Februar 2012 an.[9]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Hösbach hat 25 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters (parteilos).

CSU SPD GRÜNE FW Gesamt
2008 12 (ab 3/2013 13) 4 3 5 (ab 3/2013 4) 24 Sitze
2014 10 6 3 5 24 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008, Kommunalwahl am 16. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Rot und Silber; vorne ein wachsender silberner Kirchturm, hinten über einem senkrecht gestellten grünen Sporn ein grünes Eichenblatt mit einer goldenen Eichel.

Wappengeschichte: Wahrzeichen Hösbachs ist die St. Michaels-Pfarrkirche mit ihrem charakteristischen Turm. Er wurde auf Wunsch der Gemeinde in heraldisch vereinfachter Form in das Wappen aufgenommen. Die Farben Silber und Rot weisen auf die frühere Zugehörigkeit des Ortes zum Erzstift Mainz hin. Hösbach war Sitz der erzbischöflichen Forstbeamten, die den berittenen Aufsichtsdienst in einem Spessartbezirk wahrnahmen. Das Bestehen des Forstamts in Hösbach ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Auf diese Verwaltung wird im Wappen mit den Attributen des berittenen Forstdienstes, dem Eichenblatt und Sporn, hingewiesen.

Wappenführung seit 1970

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie- und Technologieunternehmen[Bearbeiten]

Die Göhler Unternehmensgruppe als Anbieter von Tank- und Industrieanlagen hat ihren Hauptsitz in Hösbach. Weiterhin hat das Unternehmen ASC telecom AG sein Hauptquartier im Ortsteil Bahnhof, das mit Telekommunikationsanlagen einen Umsatz von 22 Millionen erwirtschaftet (Stand: 2008).

Verkehr[Bearbeiten]

Hösbach liegt unmittelbar an der Bundesautobahn 3 und ist von Frankfurt ca. 50 km und von Würzburg ca. 70 km entfernt. Zwischen Hösbach und Goldbach wurde zur Einhaltung der Lärmgrenzwerte beim sechsstreifigen Ausbau eine Einhausung gebaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

  • Feldkahler Kapelle (Feldkahl)
  • Marienkapelle (Rottenberg)
  • St. Agatha (Schmerlenbach)
  • St. Antonius von Padua (Rottenberg)
  • St. Barbara (Wenighösbach)
  • St. Johannes (Hösbach)
  • St. Johannes Nepomuk (Feldkahl)
  • St. Michael (Hösbach)
  • Zur Mutterschaft Mariens (Hösbach-Bahnhof)

Schulzentrum[Bearbeiten]

Hösbach ist Sitz des Schulzentrums des Landkreises Aschaffenburg, das folgende Schulen in naher geographischer Lage umfasst:

  • Astrid-Lindgren-Grundschule
  • Hauptschule (M-Klasse)
  • Staatliche Realschule Hösbach
  • Hanns-Seidel-Gymnasium
  • Pestalozzischule (Schule zur Lernförderung)
  • Dr. Albert-Liebmann-Schule (Schule zur Sprachförderung)

Zudem sind diesem noch die Grundschule Rottenberg sowie die Grundschule Winzenhohl angeschlossen.

In der Nähe des Schulzentrums befinden sich zahlreiche Sportanlagen und -hallen sowie ein Hallenschwimmbad, die auch für den Sportunterricht genutzt werden. Im Gebäudekomplex des Hanns-Seidel-Gymnasiums und der Realschule (An der Maas) ist auch die große Landkreis-Bibliothek zu finden. Ein Freibad ist im Ortsteil Rottenberg angesiedelt.

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Hösbach ist die Heimat mehrerer erfolgreicher Vereine. So kämpft die 1. Mannschaft des Ringerverein KSC Germania 07 Hösbach in der 2. Bundesliga Mitte. Die Jugendabteilung erreicht regelmäßig Medaillenränge auf deutschen Meisterschaften.

Weitere Vereine: MV 1899 Hösbach e.V., FC Hösbach, Feldkahler Musikanten 1984, Freiwillige Feuerwehren, KJG Hösbach, Gesangverein Germania, TV Hösbach, Rappelkiste Hösbach e.V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Hösbach

Weitere Personen[Bearbeiten]

  • Anton Gebler (* 12. April 1899 in Hösbach; † 4. Oktober 1970 in Duisburg) war ein deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, Häftling im KZ Buchenwald und KPD-Funktionär in der Landesleitung Nordrhein-Westfalen
  • Elisabeth Roth (* 30. November 1920 in Hösbach; † 4. Mai 2010 in Hösbach-Bahnhof), Rektorin der Universität Bamberg
  • Willigis Jäger (* 7. März 1925 in Hösbach), Benediktinermönch, Zen-Meister und Mystiker
  • Peter Schorowsky (* 15. Juni 1964 in Hösbach), Schlagzeuger der Band Böhse Onkelz
  • Stephan Weidner (* 29. Mai 1963 in Alsfeld), Sänger, Songwriter und Bassist der Band Böhse Onkelz
  • Kevin Russell (* 12. Januar 1964 in Hamburg), Sänger der Band Böhse Onkelz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hösbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohner Hösbach (Stand: 31. Dezember 2011)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/234652&attr=OBJ&val=1540
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 106.
  5. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 422.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6
  8. http://www.hoesbach.de/sites/intLink.asp?SID=cms17052014172107295831&Link=4875
  9. Baumann neuer Bürgermeister in Hösbach, primavera24.de, abgerufen am 14. Februar 2012