Hösel

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Dieser Artikel behandelt den Stadtteil von Ratingen in Nordrhein-Westfalen. Zum deutschen Trial- und Mountainbike-Fahrer siehe Marco Hösel.

51.3308266.909456120Koordinaten: 51° 19′ 51″ N, 6° 54′ 34″ O

Hösel
Stadt Ratingen
„In Silber (Weiß) über einem grünen Schildfuß ein rotes schreitendes Reh, vorn eine aufrechte goldene (gelbe) Ähre, und hinten ein grüner Baum.“
Höhe: 120 m
Fläche: 8,36 km²
Einwohner: 8425 (2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 40883
Vorwahl: 02102

Im Nordosten Ratingens gelegen erstreckt sich der mehrheitlich von Villen, Ein- und Mehrfamilienhäusern geprägte Stadtteil Hösel. Er ist von Ratingen durch den Höseler Forst getrennt und grenzt im Osten an Heiligenhaus. Südlich von Hösel liegt der Ratinger Stadtteil Eggerscheidt.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindung[Bearbeiten]

Am 1. August 1929 wurde das Amt Angermund aufgelöst und das neue Amt Ratingen Land gegründet, zu dem dann auch Hösel gehörte. 1950 wurde dieses in Amt Angerland umbenannt. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde Hösel am 1. Januar 1975 in die Stadt Ratingen eingemeindet.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Ratingen Hösel

Die Einwohnerzahl von Hösel stieg erst nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich an, als immer mehr Menschen aus Düsseldorf und Essen Hösel als ruhigen und dennoch günstig gelegenen Wohnort entdeckten. Nach einem Rückgang der Einwohnerzahl zum Ende des 20. Jahrhunderts wächst die Einwohnerzahl inzwischen bedingt durch die Ausweisung neuer Baugebiete wieder an. Folgende Tabelle verdeutlicht den Anstieg der Einwohner seit 1817.[2]

Jahr Einwohner
1817 517
1871 727
1905 846 (571 ev., 275 kath.)
1925 1.534
1946 2.868
1950 3.010
1956 3.323
1964 4.246
Jahr Einwohner
2000 8.407
2001 8.354
2002 8.382
2003 8.402
2004 8.457
2005 8.515
30. Juni 2006 8.545
2006 8.602
2007 8.605
2010 8.455
2011 8.435
2012 8.425

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bis zur Eingemeindung in die Stadt Ratingen 1975:[3]

  • 1929–1933: Wilhelm Straßen
  • 1933–1945: Wilhelm Einloos
  • 1945–1948: Wilhelm Straßen
  • 1948–1949: Johann Gormann
  • 1949–0000: Johann Klöckner
  • 1949–1964: Hermann Schellscheidt
  • 1964–1974: Wilhelm Droste

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

An der Bahnhofstraße in der Nähe der Ortsmitte steht die 1930 erbaute und 2000 grundlegend renovierte Adolf-Clarenbach-Kirche der evangelischen Gemeinde. Daneben befinden sich der evangelische Kindergarten und das Gemeindehaus mit Bibliothek.

An der Eggerscheidter Straße steht die Kirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Bartholomäus. Der ältere Teil der Kirche wurde 1910/11 im neugotischen Stil nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Alfred Tepe errichtet. Er wurde von 1961 bis 1963 nach Plänen des Oberhausener Architekten Theodor Scholten mit einem Langhaus ergänzt.

Stiftung Haus Oberschlesien[Bearbeiten]

Hösel ist Sitz der Stiftung Haus Oberschlesien. Sie unterhält das gleichnamige Haus als Kultur- und Begegnungsstätte sowie das Oberschlesische Landesmuseum, eine zentrale deutsche Einrichtung der Pflege und Präsentation zur Kultur und Geschichte Schlesiens. Das Oberschlesische Landesmuseum hat seit 1998 einen modernen Funktionsbau an der Bahnhofstraße (B 227). Laufend finden Sonderausstellungen statt, auch in Polen. Die Entwicklung und Belebung grenzüberschreitender Kontakte ist ein wichtiges zukunftsgewandtes Anliegen der Stiftung Haus Oberschlesien. Im Haus Oberschlesien hat auch die Landsmannschaft der Oberschlesier die Bundesgeschäftsstelle sowie die Landesgeschäftsstelle NRW.

Knabenchor Hösel[Bearbeiten]

Der Knabenchor Hösel bei einem Auftritt im Aachener Dom im Mai 2011

Der Knabenchor Hösel[4] ist ein Schülerchor, in dem Jungen der 2. bis 13. Jahrgangsstufe singen. Er entstand im Sommer 2007 aus der Jugendkantorei Hösel. In Ausnahmefällen werden auch jüngere Schüler aufgenommen, wenn ein besonderes Talent besteht. Hauptaufgabe des Knabenchores ist die Gestaltung der Kirchenmusik in der Adolf-Clarenbach-Kirche. Dabei singen die Chorknaben Musik aller Zeitepochen. Künstlerischer Schwerpunkt ist die regelmäßige Aufführung der Werke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart im Kirchenjahr sowie die Pflege der Literatur für Chor und Orgel. Der Kantor ist Toralf Hildebrandt.

Der Knabenchor Hösel veranstaltet regelmäßig Konzertreisen, sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern Europas und Nordamerikas. Auftritte fanden z. B. schon in der Thomaskirche in Leipzig, im Reichstag in Berlin, in der St. Patrick's Cathedral in New York, im Petersdom in Rom, in Notre-Dame de Paris, in Österreich, Polen, in der Schweiz, in Spanien, in Tschechien und Ungarn, sowie in Chicago und Washington statt.

Der Knabenchor Hösel hat in seiner CD-Reihe „Engelschöre“ bisher zwei Publikationen herausgebracht.

Hösel – Hymne[Bearbeiten]

Dem Höseler Bürger- und Schützenverein gewidmet, wurde die Hösel – Hymne im Jahr 2006 in Kooperation von Philipp Tetzlaff (Text) und Toralf Hildebrandt (Melodie) gedichtet. Die erste Vorstellung erfolgte auf dem Schützenfest 2006 durch die Jugendkantorei Hösel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ortsmitte Hösel mit Kreisverkehr und Hösel Center
Wilhelm-Busch Grundschule in Ratingen-Hösel

Die B 227 führt vom Autobahnkreuz Breitscheid durch Hösel nach Heiligenhaus und weiter nach Velbert. In der Ortsmitte zweigt die Eggerscheidter Straße ab, die über Eggerscheidt zur Landstraße von Krummenweg nach Ratingen führt. Durch den Neubau der A 44 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Heiligenhaus wird eine starke Reduzierung des Verkehrs auf der B 227 erwartet.

Der Bahnhof Hösel liegt an der Ruhrtalbahn, auf der nur die S-Bahnlinie S6 KölnDüsseldorf – Ratingen Ost – Essen verkehrt. Drei Buslinien fahren von dort nach Düsseldorf-Kaiserswerth (Linie 751 über Lintorf und Angermund), Velbert (Linie 770 über Heiligenhaus) und Ratingen (Linie 773 über Eggerscheidt). Die Taxibus-Linie O14 fährt nach Breitscheid. Am Wochenende verkehrt die Disco-Buslinie DL1 nach Ratingen Ost.

In einer Bauzeit von etwa achtzehn Monaten wurde der Bahnübergang der B 227 über die S-Bahnstrecke durch eine Brücke ersetzt. Im Dezember 2011 wurde die Brücke der Öffentlichkeit übergeben.

Von 1899 bis 1923 verkehrte eine Kleinbahn zwischen Hösel und Heiligenhaus.

An der Autobahn A3 liegt die Raststätte Hösel in nördlicher Fahrtrichtung kurz vor dem Autobahnkreuz Breitscheid.

Industrie[Bearbeiten]

Hösel besitzt inzwischen fast keine Industrie mehr, jedoch sind noch viele mittelständische Unternehmen anzufinden. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts befand sich an der Stelle, wo nun das Hösel Center steht, eine Spiegel-Fabrik. Am Bahnhof Hösel befinden sich noch die Hallen einer Tapetenfabrik.

Schule[Bearbeiten]

Hösel besitzt eine Schule, die Wilhelm-Busch-Grundschule. Sie ist die nach Schülerzahl größte Grundschule in Ratingen. Seit dem Schuljahr 2007/2008 ist die Schule eine offene Ganztagsschule. Zum Schuljahr 2008/2009 wurde dafür ein Erweiterungsbau entlang der Bahnhofstraße fertiggestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Landschaft bei Hösel im Frühjahr, Gemälde von Gregor von Bochmann, 1910

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Theo Volmert, Kulturkreis Hösel e. V. (Hrsg.), „Hösel – Berichte aus seiner tausendjährigen Geschichte“, 1980

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293.
  2. Stadt Ratingen: Bevölkerung & Bevölkerungsentwicklung
  3. Theo Volmert, Kulturkreis Hösel e. V. (Hrsg.), „Hösel – Berichte aus seiner tausendjährigen Geschichte“, 1980
  4. Knabenchor: Website des Knabenchors