Hügelsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hügelsheim
Hügelsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hügelsheim hervorgehoben
48.7972222222228.1116666666667122Koordinaten: 48° 48′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 14,97 km²
Einwohner: 4969 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 332 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76549
Vorwahl: 07229
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
76549 Hügelsheim
Webpräsenz: www.huegelsheim.de
Bürgermeister: Reiner Dehmelt
Lage der Gemeinde Hügelsheim im Landkreis Rastatt
Rhein Frankreich Rheinland-Pfalz Enzkreis Sinzheim Sinzheim Sinzheim Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Karlsruhe Landkreis Calw Landkreis Freudenstadt Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Ortenaukreis Ortenaukreis Ortenaukreis Au am Rhein Bietigheim Bischweier Bühlertal Bühlertal Bühlertal Bühl (Baden) Durmersheim Elchesheim-Illingen Forbach (Baden) Gaggenau Gernsbach Hügelsheim Iffezheim Kuppenheim Lichtenau (Baden) Loffenau Muggensturm Muggensturm Ötigheim Ottersweier Ottersweier Rastatt Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Sinzheim Steinmauern Weisenbach RheinKarte
Über dieses Bild
Hügelsheim Hauptstraße

Hügelsheim ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hügelsheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene etwa 10 km südwestlich der Kreisstadt Rastatt in direkter Nachbarschaft zu Iffezheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Hügelsheim gehören Dorf Hügelsheim und die Siedlung Kleinkanada. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Heitterbach.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde war seit der Steinzeit ununterbrochen besiedelt, als früheste Zeugnisse menschlicher Kultur sind Steinwerkzeuge gefunden worden, deren Alter auf mehr als 10.000 Jahre geschätzt wird. Auch Kelten, Römer und Alemannen hinterließen Spuren. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkungsurkunde zu Gunsten der Klosters Fulda am 19. April 788. Darin wird das Dorf mit Hughilaheim, 1212 mit Hügelisheim und 1257 als Hugelingisheim bezeichnet, was Heim (Wohnstätte, Haus) des Hugilo (Stamm: Hugo) bedeutet. Der Ort gehörte den Herren von Windeck. 1309 kauften die Markgrafen von Baden Hügelsheim und Stollhofen.

Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius[Bearbeiten]

Kirche St. Laurentius

Zu Ehren des römischen Diakons und Märtyrers St. Laurentius wurde sehr früh eine Kapelle gebaut, die von einem Leutpriester des Klosters Schwarzach versorgt wurde. Auf dem Platz der heutigen Kirche stand bereits eine ältere, in deren Schlussstein die Jahreszahl 1499 eingemeißelt war. Bis zur Gründung der Erzdiözese Freiburg im Jahre 1827 unterstand die Hügelsheimer Pfarrei dem Bischof von Straßburg. Die Gemeinde baute 1842 die heutige Kirche. Zwischen 1962 und 1967 fand eine große Kirchenrenovierung statt. Seit dem 23. Oktober 2005 bildet die Pfarrgemeinde St. Laurentius Hügelsheim mit der Pfarrgemeinde St. Martin Sinzheim eine Seelsorgeeinheit.

Evangelische Kirchengemeinde Paul Gerhardt[Bearbeiten]

Als nach der Reformation die Religionszugehörigkeit des Landesherrn die seiner Untertanen bestimmte, wechselten die Hügelsheimer zwischen 1522 und 1634 acht Mal zwischen katholischem und evangelischem Bekenntnis (cuius regio, eius religio). Seit 1636 waren hier nur katholische Pfarrer im Amt. Evangelische Christen kamen nach 1945 vereinzelt nach Hügelsheim. 1964/65 konnten sich die Evangelischen der vier Gemeinden Hügelsheim, Iffezheim, Wintersdorf und Ottersdorf in Iffezheim eine eigene Kirche bauen.


Politik[Bearbeiten]

Hügelsheim bildet mit Sinzheim eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 44,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,2 %
31,3 %
19,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,7 %p
+4,2 %p
+2,5 %p

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 49,2 % – 7 Sitze (- 1)
  2. FWG 31,3 % – 4 Sitze (=)
  3. SPD 19,5 % – 3 Sitze (+ 1)

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Hügelsheim ist Reiner Dehmelt. Stellvertreter des Bürgermeisters sind Gerhard de Vries, Rainer F. Diebold und Bernhard Schmidhuber.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Schild gespalten, rechts auf goldenem Grund ein roter Querbalken, links auf blauem Grund ein goldener Rost.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Hügelsheim unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Cartoceto in Italien und Cold Lake in Kanada.

Kultur, Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Spargelfest[Bearbeiten]

Seit 1986 findet alle zwei Jahren das überregional bekannte Spargelfest als Straßenfest statt, an dem sich alle örtlichen Vereine und zahlreiche Gruppen beteiligen. Abweichend von dieser Zwei-Jahre-Regelung wird in den Jahren 2012 und 2013 ein Spargelfest stattfinden. Danach findet dann immer in ungeraden Jahren ein Spargelfest statt. Repräsentanten des Hügelsheimer Spargels sind die Spargelkönigin und die Spargelprinzessin mit einer Amtszeit von zwei Jahren.

Erländersee[Bearbeiten]

Erländersee (2007)

Im Sommer ist der Erländersee ein beliebter Badesee. Der bewirtschaftete See ist für seine gute Wasserqualität bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Baden Airpark – links oben im Bild Hügelsheim

Traditionell lebten die Hügelsheimer von der Landwirtschaft, dem Fischfang, der Rheinschifferei und der Goldwäscherei. Auf den sandigen Böden in unmittelbarer Nähe des Rheins kann jedoch klassische Landwirtschaft heute nicht mehr rentabel betrieben werden. Vor mehr als hundert Jahren brachte ein Hügelsheimer Bürger von seiner Militärzeit im Elsass den Spargel mit, der seitdem hier angebaut wird. So hat sich Hügelsheim zum überregional bekannten Spargeldorf entwickelt. Heute bauen wenige Haupterwerbslandwirte und zahlreiche Nebenerwerbslandwirte Spargel an.

Als weitere Sonderkultur wird Topinambur angebaut, aus dem ein Schnaps gebrannt wird, der in mehreren Varianten (pur, mit eingelegter Topinamburknolle bzw. Spargelstange, mit Blutwurz abgezogen) vermarktet wird.

Die kanadische NATO-Basis (Gemarkungen Hügelsheim, Rheinmünster) stellte bis zum Abzug der Streitkräfte im Jahre 1993 einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Große Hoffnungen setzt man deshalb auf den privatwirtschaftlich betriebenen Baden-Airpark, der auf dem Konversionsgelände den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, ein Gewerbegebiet und diverse Freizeiteinrichtungen betreibt.

Verkehr[Bearbeiten]

Hügelsheim liegt verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße 36, welche in nördlicher Fahrtrichtung die B 500, die sogenannte Schwarzwaldhochstraße, nach wenigen Kilometern kreuzt. Die Bundesautobahn 5 kann über die Auffahrt Baden-Baden bzw. den Rasthof Baden-Baden innerhalb weniger Minuten erreicht werden. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Baden-Baden (ICE/IC). 1 km südlich der Gemeinde befindet sich der Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airpark).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Gewerbegebiet „Am Hecklehamm“ sind überwiegend mittelständische Betriebe angesiedelt. Mehrere Unternehmen des Bauhandwerks und der Consulting-Branche sind überregional tätig.

Bildung[Bearbeiten]

In Hügelsheim gibt es drei Kindergärten und die Grund- und Hauptschule Nikolaus Kopernikus.

Dialekt[Bearbeiten]

In Hügelsheim wird „helserisch“ gesprochen, ein breiter badischer Dialekt mit allerlei Anfärbungen aus dem alemannischen Sprachraum.

Gebräuchliche Helser Formulierungen:

  • „Jesses, Maija!“ – Jesus, Maria! (Ausdruck des Entsetzens. Ähnlich: Du lieber Himmel!)
  • „t'hääm“ – daheim, zuhause
  • „Mändi, Zischdi, Mittwuch, Durschdi, Fridi, Somschdi, Sundi“ – die Wochentage
  • „s'Rothuus“ – das Rathaus
  • „Gardehaw“ – Gartenzaun
  • „mingä Junge“ – meine Tochter (wörtl.: meine Junge)
  • „ming Junga“ – mein Sohn (wörtl.: mein Junger)
  • „a Howwowedissl“ – Eine Heuwagendeichsel

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Rümmele: Hügelsheim, Geschichte eines Schifferdorfs. Hügelsheim 1974.
  • Gemeinde Hügelsheim (Hrsg.), Festbuch der Gemeinde Hügelsheim. Hügelsheim 1987.
  • Koch/Morlock (Hrsg.), Von Graspisten zum Baden-Airport. Braun-Verlag, Karlsruhe 1999, ISBN 3-7650-8231-7
  • Günther Wieland: Der Heiligenbuck bei Hügelsheim, Lkr. Rastatt. Ein frühkeltischer Fürstengrabhügel in der mittelbadischen Rheinebene. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 4, S. 243 f. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hügelsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 190
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg