Hühnerauge

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Klassifikation nach ICD-10
L84 Hühneraugen und Horn- (Haut-) Schwielen
Klavus
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Füße mit Hühneraugen

Das Hühnerauge (auch Krähenauge, Leichdorn, Klavus bzw. Clavus von lateinisch clavus ‚Nagel’[1]) ist eine durch chronischen Druck auf knochennahe Haut bedingte, umschriebene, meist sehr schmerzhafte Hornschwielenbildung mit zentralem, in die Tiefe gerichtetem Sporn.[2] Sporn bezeichnet in diesem Zusammenhang die harte, kegelförmige Hyperkeratose, deren Spitze nach innen gerichtet ist.

Wortbedeutung[Bearbeiten]

Seit dem 16. Jahrhundert belegt, bezieht sich das Wort „Hühnerauge“ wie die gleichbedeutenden Bezeichnungen Elstern- oder Krähenauge auf die Ähnlichkeit mit einem Vogelauge, während Leichdorn auf den toten Körper oder totes Gewebe Bezug nimmt.[3]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Hühneraugen der Fußsohlen (plantare Clavi) entstehen in der Regel nahe den Köpfchen der Mittelfußknochen, jene der Zehen am Zehenrücken nahe den Zehengelenken (Interphalangealgelenken) als dorsale oder interdigitale Clavi. Orthopädische Besonderheiten wie ein Senk- oder Spreizfuß oder arthrotisch veränderte Zehengelenke begünstigen in Kombination mit ungünstigem Schuhwerk die Schwielenbildung. Aufgrund der Druckverhältnisse kommt es zu einer kegelförmigen Hornhautverdickung, deren Spitze nach innen gerichtet ist.

Gelegentlich lässt sich keine orthopädisch-mechanische Ursache erkennen. Vermutlich ist dann eine lokale Virusinfektion verantwortlich, und es handelt sich somit um eine Viruswarze.

Komplikationen[Bearbeiten]

Schmerzbedingt können Hühneraugen das Gehen unmöglich machen oder deutlich erschweren und besonders alte Menschen entscheidend bei Aktivitäten des täglichen Lebens mit allen daraus folgenden weiteren Konsequenzen quälen. Bei gleichzeitigem Diabetes mellitus oder einer Neuropathie anderer Ursache sind die Veränderungen wohl schmerzärmer oder schmerzlos, können aber umso schwerwiegendere Veränderungen nach sich ziehen und durch Fistel- und Ulkusbildung zu einem "Mal perforant du pied" sowie durch Infektionen zu einer diabetischen Gangrän der Zehen oder des Fußes führen.

Behandlung[Bearbeiten]

Eine Behandlung wird zweckmässig mit einem etwa 20 Minuten dauerndem Fuss-Bad im warmen Wasser eingeleitet. Dadurch wird die Haut eingeweicht und kann unterhalb des Sporns abgelöst und dieser dadurch frei gelegt werden. Nach dieser Vorbehandlung kann man eine salicylsäurehaltige Lösung oder ein mit Salicyl-Säure getränktes Pflaster auftragen. An die Grenzen der Selbstbehandlung geht das Aufritzen und Abziehen der Hornhautschichten mit einem Messer, z. B. einem speziellen Hühneraugenmesser. Ansonsten bieten Podologen und Fußpfleger hierfür ihre Dienste an. Sehr tief sitzende Hühneraugen lassen sich operativ entfernen.

Prävention[Bearbeiten]

Gesundes Schuhwerk und gegebenenfalls orthopädische Einlagen können vorbeugen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hühnerauge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Renate Wahrig-Burfeind (Hrsg.): Wahrig. Illustriertes Wörterbuch der deutschen Sprache. ADAC-Verlag, München 2004, ISBN 3-577-10051-6, S. 159.
  2. Clavus In: Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban & Fischer 2003. Online
  3. dtv: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 5. Auflage, 2003
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