Hühnersuppe

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Ein Teller Hühnersuppe mit Nudeln und Gemüse.

Hühnersuppe ist eine Suppe, die durch das Kochen von Hühnerteilen in Wasser unter Zugabe verschiedener Gemüse und Gewürze entsteht. Die klassische Hühnersuppe besteht aus einer klaren Suppe, in der sich kleine Stücke Huhn und/oder Gemüse befinden. Varianten sind Suppe mit Nudeln, Knödeln oder Reis sowie Hafer. Hühnersuppe hat den Ruf, ein Hausmittel gegen Erkältungen zu sein. Vor allem in den Vereinigten Staaten gilt Hühnersuppe als klassische Nahrung für Rekonvaleszente und ist auch als jewish penicillin (jüdisches Penizillin) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Terminologie

  • Hühnerbrühe ist eine reduzierte Variante der Suppe. Man verwendet zur Herstellung auch Hühnerteile wie Füße, Hälse oder Knochen – so ergibt sich ein höherer Gelatinegehalt, daher ist Fond zum Binden von Saucen hervorragend geeignet.
  • Hühnerbouillon ist der flüssige Teil von Hühnersuppe. Es gibt sie auch
    als Brühwürfel. Kräftige Bouillon kann als Ersatz für Brühe verwendet werden.
  • Hühnerconsommé ist eine geklärte Hühnerbouillon. Meist ist sie vollkommen klar
    und wird reduziert, um den Geschmack der Bouillon zu verstärken.

[Bearbeiten] Heilende Wirkung

Hühnersuppe wurde schon von den alten Ägyptern als Mittel gegen Erkältungen verwendet. Im 10. Jahrhundert beschrieb der persische Arzt Avicenna in seinen Werken die positive Wirkung von Hühnersuppe. Im 12. Jahrhundert schrieb der jüdische Gelehrte Maimonides, dass Hühnersuppe „gut zur Wiederherstellung gestörten Humors“ (im Sinn von Körpersäften) sei und empfahl sie als Krankennahrung, speziell für Personen mit Hämorrhoiden und im Anfangsstadium von Lepra.

In der modernen Medizin legt eine Untersuchung von Dr. Stephen Rennard vom University of Nebraska Medical Center in Omaha nahe, dass Hühnersuppe tatsächlich heilende Wirkung hat. Es wurde festgestellt, dass die Kombination von Nährstoffen und Vitaminen in Hühnersuppe die Aktivität bestimmter weißer Blutkörperchen beeinflusst. Dies könnte durchaus einen positiven, entzündungshemmenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Erkältungskrankheiten haben. Die Untersuchung wurde 2000 in der Fachzeitung Chest publiziert.[1] Das Schlürfen heißer Suppe unterstützt auch die Entschleimung (abschwellende Wirkung auf Schleimhäute). Schließlich kann auch ein Placebo-Effekt angenommen werden.

[Bearbeiten] Internationale Varianten

Belgien

Waterzooi (Wassersuppe) ist ein Eintopf mit Huhn, Gemüse und Sahne aus der Gegend um Gent.

Brasilien

Canja wird mit weißem Reis, Karotten und zerfasertem Hühnerfleisch gekocht und mit Salz, geriebener Zwiebel und Knoblauch sowie mit etwas Kreuzkümmel und Lorbeer gewürzt.

China

Viele ostasiatische Suppen basieren auf Hühnerfond. Typische Gewürze sind: Ingwer, Frühlingszwiebel, Knoblauch, Sojasauce, Reiswein und Sesamöl.

Deutschland

Hier wird Hühnersuppe oft mit Küchenkräutern und Nudeln aus Hartweizengrieß serviert. Verbreitet ist auch Hühnereintopf.

Frankreich

Typische Zutaten der französischen Hühnersuppe sind Lorbeerblätter, frischer Thymian, trockener Weißwein und Knoblauch.

Griechenland

Die griechische Variante der Hühnersuppe, avgolemono, wird mit Milch, Zitronensaft, Reis, Eiern und Butter gekocht. Hühnersuppe wird hier auch als Mittel gegen Kater angesehen.

Indonesien

Soto ayam ist eine indonesische Hühnersuppe mit Curry und Gemüseeinlage.

Italien

In Italien wird Hühnersuppe oft mit Nudeln serviert, zum Beispiel als Cappellini in brodo oder Tortellini in brodo.

Jüdisch

Hühnersuppe ist Teil der europäisch-jüdischen Küche, in der sie die Basis für einige Feiertagsgerichte bildet, zum Beispiel Hühnersuppe mit Matzes zu Pessach. Obwohl im Shtetl meist Armut herrschte, war das Züchten von Hühnern oft möglich. Jede jüdische Familie versuchte, zumindest am Sabbat ein Huhn auf dem Speiseplan zu haben. Man versuchte, möglichst alle Teile des Huhns zu verwenden, und kochte Gerichte wie P’tcha (Füße), Pupiks (geröstete Mägen), gehackte Leber, gefüllte Hezel (Hälse) und Schmalz und Greben (Griebenschmalz, Grammelschmalz). Die Hühnerbrust wurde zuerst in der Suppe mitgekocht und dann in Gerichten wie Kreplach (fleischgefüllte Nudeltaschen, serviert an Yom Kippur), Blintzen oder Knishes verwendet. Als Suppeneinlage werden gerne Lokshen (flache Eiernudeln) verwendet. Weniger bekannt ist das Einlegen von direkt aus Hühnereierstöcken entnommenen ungelegten Eiern in die Suppe. Traditionelle Gewürze sind Dill und Petersilie.

Korea

Samgyetang ist koreanische Hühnersuppe, mit koreanischem Ginseng, Jujube, Knoblauch, Ingwer und Rundkornreis. Hier wird Hühnersuppe als Vorbeugung gegen Krankheiten angesehen.

Osteuropa

In Bulgarien wird Hühnersuppe oft mit Zitronensaft oder Essig gewürzt. In Polen werden geriebene Mandeln in die Suppe gegeben, was wahrscheinlich der Ursprung der israelischen Croûtons namens „Suppenmandeln“ ist.

[Bearbeiten] Zubereitung

Der Geschmack der Suppe ist am stärksten, wenn das Huhn in gesalzenem Wasser mit Gemüse wie Zwiebeln, Karotten, Lauch (Porree) und Sellerie gekocht wird. Möchte man mehr Gemüsegeschmack, kann man auch Pastinaken, Petersilie, Zucchini, Süßkartoffeln, ganze Knoblauchknollen oder Tomaten zugeben.

Die Suppe wird in einem großen Topf zum Kochen gebracht und dann für eine bis drei Stunden auf kleiner Flamme geköchelt. Schwarzer Pfeffer und frische Petersilie dienen nach Bedarf zum Abschmecken. Wie bei allen Suppen kann man durch Abschöpfen des Abschaums während der ersten Kochphase eine Klärung erreichen. Safran oder Kurkuma geben der Suppe eine kräftige gelbe Farbe.

Lässt man die Suppe erkalten, kann man durch Abschöpfen des an der Oberfläche verhärteten Fettes eine weniger fette Version herstellen. Je länger man die Suppe köcheln lässt, desto höher ist der aus den Knochen ausgelöste Anteil an Kalzium. Zugabe von Truthahnfleisch erhöht den Eisenanteil der Suppe.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Category:Chicken soup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks Wikibooks: Kochbuch, Hühnersuppe – Lern- und Lehrmaterialien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Barbara O. Rennard, Ronald F. Ertl, Gail L. Gossman, Richard A. Robbins, Stephen I. Rennard: Chicken Soup Inhibits Neutrophil Chemotaxis In Vitro. In: Chest. Vol. 118, Nr. 4, Oktober 2000, ISSN 0012-3692, S. 1150–7 (doi:10.1378/chest.118.4.1150) (http://www.chestjournal.org/content/118/4/1150.long).
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