Hülsta-Werke Hüls

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hülsta-werke Hüls GmbH & Co. KG
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1940
Sitz Stadtlohn, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Heiner Goossens
  • Martin Multhaupt
Mitarbeiter 1.250

(Jahresmittel 2010)[1]

Umsatz 253,8 Mio. Euro (2010)[1]
Branche Möbelindustrie
Website www.huelsta.de www.huelsta.com

Die Hülsta-Werke Hüls GmbH & Co. KG ist ein deutscher Möbelhersteller mit Sitz in Stadtlohn. Die Bezeichnung Hülsta (Eigenschreibweise hülsta, hülsta-werke) leitet sich aus dem Namen der Gründerfamilie Hüls und dem Unternehmenssitz Stadtlohn ab und ist ein eingetragenes Warenzeichen.

Das Unternehmen wurde 1940 als Handwerksbetrieb in Stadtlohn (Nordrhein-Westfalen) gegründet und befindet sich seitdem am selben Ort in Familienbesitz. Die Produktpalette wird ausschließlich im westlichen Münsterland produziert und weltweit für den Vertrieb im Facheinzelhandel ausgeliefert. Im Umfeld der Hüls-Unternehmensgruppe hat sich eine Zulieferindustrie entwickelt.

Hülsta ist Teil der Hüls-Unternehmensgruppe, zu der unter anderem Rolf Benz, Ruf Betten und Parador gehören.

Produktion und Vertrieb[Bearbeiten]

Unter den Markennamen hülsta und now! by hülsta gestalten, produzieren und vertreiben die Hülsta-Werke Möbel aller Einrichtungsbereiche. Mit der Marke hülsta bedient das Unternehmen den Premium-Fachhandel, während now! by hülsta für den Bereich „Junges Wohnen“ konzipiert wurde. Möbel der Marke hülsta werden von 300 Händlern vertrieben. Am Unternehmenssitz in Stadtlohn befinden sich 6.000 m² Ausstellungsräume, auf denen Produkte präsentiert werden. Weitere Produktausstellungen befinden sich in London,[2] Moskau und Shanghai. Exportschwerpunkte des Unternehmens sind Europa und Asien (hier vorwiegend China und Indien).

Geschichte[Bearbeiten]

Alois Hüls eröffnete 1940 mit 10 Mitarbeitern im münsterländischen Stadtlohn (Nordrhein-Westfalen) eine Tischlerei und legte damit den Grundstein des Unternehmens. 1953 trat Karl Hüls, Sohn von Alois Hüls, in das Unternehmen ein. Die Hüls-Möbelwerke spezialisierten sich auf die Produktion von Schlafzimmermöbeln. Der Markenname hülsta wurde 1959 etabliert. Nach einem Holzingenieur-Studium übernahm 1960 Karl Hüls die Unternehmensleitung. Die Marke hülsta wurde 1961 beim Patentamt München eingetragen.

Mit durchgehenden Türen beim Schranksystem Intermat ersetzte Hülsta 1962 die bis dato üblichen Aufsatz- und Unterschränke. Die Marke hülsta wurde 1964 international geschützt. Hülsta eröffnete eine zweite Fertigungsstätte in Heek (Nordrhein-Westfalen, Münsterland). Mit Hülstamat führte Hülsta den ersten Schlafzimmer-Hochschrank in Anbauweise auf dem Markt ein. Hülsta produzierte 1965 die ersten Federholzrahmen unter dem Sortimentsnamen Rumat. In Ottenstein (Nordrhein-Westfalen) eröffnete 1967 Hülsta eine dritte Fertigungsstätte. Mit Allwand brachte das Unternehmen das erste Wohnmöbelprogramm in Endlosbauweise mit frei gerasterter Front auf den Markt.[3] Zeitgleich entstand das Baukastensystem mit dem Wohnprogramm Universa. Das Hülsta-Stammwerk zog 1969 in das Stadtlohner Industriegebiet Wenningfeld um. Hülsta brachte 1970 ein Jugendmöbel-Programm auf den Markt. Alois Hüls starb am 28. April 1970. Die Erstauflage des Einrichtungsbuches „Vorbildlich Wohnen“ erschien 1975. Das Unternehmen errichtete 1983 am Firmensitz in Stadtlohn ein neues Schulungszentrums für Verkäufer und Monteure aus dem Möbelfachhandel. Hülsta war 1985 laut Stern-Markenprofile mit 58 % die bekannteste Herstellermöbelmarke in Deutschland. 1986 etablierte das das Unternehmen das Segment Wohnbüro. Karl Hüls erhielt 1987 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Ludwig Hüls, dritter von vier Söhnen von Gertrud und Karl Hüls, trat 1993 als gesamttechnischer Leiter in die Hülsta-Werke ein. Unter dem Namen now! by hülsta führt Hülsta 1994 erste Markenmöbel im Mitnahmesegment ein. Zum ersten Mal engagierte sich das Unternehmen als Co-Sponsor beim ATP-Tennisturnier „Gerry Weber Open“ in Halle. Hülsta erreichte 1998 laut Stern-Markenprofile[4] eine Bekanntheit von 49 %. Hülsta etablierte 2000 die Soft-Techniken für selbsttätiges und geräuscharmes Schließen von Schubladen und Türen. Karl Hüls erhielt 2001 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und verstarb am 5. Oktober gleichen Jahres. Mit Esszimmertischen und -stühlen erweitert Hülsta 2002 sein Sortiment um das Segment „Speisen“. Die Gerhart-Hauptmann-Straße in Stadtlohn wurde 2003 in „Karl-Hüls-Straße“ umbenannt. Die LGA Bayern verlieh dem Unternehmen 2004 als erstem und einzigem Möbelhersteller das Gütesiegel „Premium Qualität“.[5][6] Das Unternehmen wurde in das Kompendium „Marken des Jahrhunderts“ aufgenommen.[7]

Die Standort-Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler verlieh Hülsta die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2007“.[8][9] Der Möbelhersteller war eine von 365 für jeden Tag des Jahres ausgezeichneten Organisationen, die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit in Deutschland repräsentieren sollen.

Im Zuge einer Neuorientierung hat Hülsta 2008/2009 Werke zusammengelegt und einen Teil der Produktion ausgelagert, nach Unternehmensangaben unter anderem Furnierherstellung und Zuschnitt.[10] Im Rahmen dieser Umstrukturierung übernahmen Zulieferungsbetriebe bisherige Hülsta-Mitarbeiter. Ein gruppeneigenes Furnierwerk übernahm die Aufgabe mehrerer kleinerer Zulieferbetriebe.

Eine internationale Print- und Radio-Kampagne erfolgte 2010 zum 70. Jubiläum der Marke. Die Hülsta-Werke werden in dritter Generation von der Familie Hüls geführt. Ludwig Hüls ist als Geschäftsführer für den Bereich Technik des Unternehmens verantwortlich.

Marketing[Bearbeiten]

Hülsta investiert rund 6 % seines Umsatzes (2009)[11] in Werbung und Verkaufsförderung. Zum Marketing-Mix gehören Einrichtungsbücher mit lifestyle-orientierter Gestaltung, Printkampagnen in Form von Anzeigen und Beiheftern in der überregionalen wie internationalen Publikumspresse sowie Websites. Das Unternehmen schaltete zwei TV-Kampagnen in den Jahren 2003 und 2006.

Kernzielgruppe der Marke hülsta sind potentielle Käufer im Alter ab 40 Jahren aufwärts, die Wert auf langlebige, zeitlose Möbel im mittleren bis oberen Preisniveau legen. now! by hülsta richtet sich mit mitnahmefähigen Möbeln primär an Ersteinrichter im Alter von 28 bis 35 Jahren. Beide Marken haben einen unabhängigen Marktauftritt mit eigenen Kampagnen.

Außerdem veranstaltet der Möbelhersteller Planungsevents mit Fachhändlern. Am Unternehmenssitz in Stadtlohn finden die „Tage des Wohnens“ statt, die sich an Handel wie Endverbraucher richten. Zum Marketing-Mix gehören ebenfalls Sponsoring-Aktivitäten in den Bereichen Kunst, Musik und Sport. Laut einer Umfrage ist Hülsta in Europa die bekannteste Herstellermöbelmarke (Quelle: GfK, Nürnberg). Im deutschen Markt lag der Bekanntheitsgrad zwischenzeitlich bei rund 60 % und im Premiumsegment bei 80 % (Quelle: Institut für Demoskopie, Allensbach).

Corporate Design[Bearbeiten]

Das Logo der Marke hülsta besteht aus dem Schriftzug „hülsta“ in Schwarz auf weißem Grund und einem stilisiertem H in weiß auf schwarzem Grund. Für now! by hülsta wird der Schriftzug „now! by hülsta“ in Weiß auf schwarzem Grund verwendet. Die Markenschriftzüge sind in Minuskeln, die Programmnamen der konventionellen Hülsta-Kollektion in Majuskeln abgesetzt.

Patente[Bearbeiten]

Hülsta hält über 220 nationale[12] und internationale Patente für Erfindungen auf dem Möbelmarkt. Dazu gehört zum Beispiel der gedämpfte Selbsteinzug von Schubladen auf Basis laufruhiger Führungsschienen mit Quadro-Kugellagern, den Hülsta unter dem Namen “hülsta-SoftFlow” vertreibt. 2008 meldet Hülsta eine Hochglanzlack-Oberfläche, die unter UV-Licht sekundenschnell aushärtet, zum Patent an. Die Lacktechnik mit dem Namen EverGloss setzte einen Standard in der Gebrauchstauglichkeit von Hochglanzoberflächen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Hülsta-Sortiment ist mit dem Blauen Engel und dem Gütesiegel „Premium Qualität“ der LGA Bayern ausgezeichnet. Im Jahr 1982 erhielten elf Produkte durch die Stiftung Warentest die Noten „gut“. Testsieger waren unter anderem 1999 der Federholzrahmen All Flex, 2006 der Kinder- und Jugendschreibtisch Xpert (Note „sehr gut“)[13] und 2009 die Matratze Top Point 4000.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.huelsta.de/de_de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/index.html?press=1074
  2. http://www.moebelkultur.de/index.php/news/7350
  3. http://www.ihk-nordwestfalen.de/fileadmin/medien/01_Mittelstand/04_Netzwerke/Netzwerk_Logistik/medien/2008_06.pdf
  4. http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/index_mapro9.html
  5. http://www.moebelkultur.de/index.php/news/5053
  6. http://www.moebelkultur.de/index.php/news/4027
  7. http://www.marken-des-jahrhunderts.de/
  8. http://www.ihk-nordwestfalen.de/fileadmin/medien/01_Mittelstand/03_Wirtschaftsregion/Industriekalender_Begleittexte.pdf, IHK Nordrhein-Westfalen: Kern und Motor der Wirtschaft, Seite 2.
  9. http://www.land-der-ideen.de/CDA/ort_des_tages,1987,1,,de.html?action=detail&id=2535 (Land der Ideen: Ort des Tages)
  10. http://www.moebelkultur.de/index.php/news/7781
  11. http://www.huelsta.de/de_de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/index.html?press=531
  12. http://www.patent-de.com/suche/patentsuche.php?query=h%FCls&search=1
  13. Stiftung Warentest: Schülerschreibtische im Test, in: test 06/2006
  14. Stiftung Warentest: Matratzen im Test, test.de, 25. Oktober 2012