Hünxe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hünxe
Hünxe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hünxe hervorgehoben
51.6416666666676.767222222222235Koordinaten: 51° 39′ N, 6° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Wesel
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 106,86 km²
Einwohner: 13.526 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46569
Vorwahlen: 02858, 02064, 0281, 02853, 02855, 02856
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Gemeindeschlüssel: 05 1 70 016
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorstener Straße 24
46569 Hünxe
Webpräsenz: www.huenxe.de
Bürgermeister: Hermann Hansen (Parteiloser)
Lage der Gemeinde Hünxe im Kreis Wesel
Bottrop Duisburg Essen Krefeld Kreis Borken Kreis Kleve Kreis Recklinghausen Kreis Viersen Mülheim an der Ruhr Oberhausen Alpen (Gemeinde) Dinslaken Hamminkeln Hünxe Kamp-Lintfort Moers Neukirchen-Vluyn Rheinberg Schermbeck Sonsbeck Voerde (Niederrhein) Wesel XantenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Hünxe liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geografie[Bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hünxe liegt ungefähr 10 km östlich von Wesel und 9 km nördlich von Dinslaken. Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets gehört zum Naturpark Hohe Mark, in dessen Westen sich auch das Naturschutzgebiet Kaninchenberge befindet. Sowohl die Lippe als auch der Wesel-Datteln-Kanal durchqueren das Gemeindegebiet auf je rund 12 km ihres Verlaufs.

Gemeindegebiet[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hünxe hat eine Gesamtfläche von 106,80 km². Sie gliedert sich in die sechs Ortsteile Hünxe, Bruckhausen, Bucholtwelmen, Drevenack, Gartrop-Bühl und Krudenburg.

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten]

Stadt Hamminkeln Gemeinde Schermbeck
Stadt Wesel Nachbargemeinden
Stadt Voerde Stadt Dinslaken Stadt Bottrop


Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Hünxe erfolgte 1092 unter dem Namen "de Hungese".

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge des Zweiten Neugliederungsprogramms die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gartrop-Bühl und Hünxe des ehemaligen Amtes Gahlen (Sitz in Hünxe) im früheren Kreis Dinslaken sowie die Gemeinden Drevenack und Krudenburg des ehemaligen Amtes Schermbeck im früheren Kreis Rees zur neuen Gemeinde Hünxe zusammengeschlossen.[2]

Gleichzeitig wurden wesentliche Teile der ehemaligen Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit Teilgebieten der Kreise Borken und Recklinghausen zum neuen Kreis Wesel zusammengefügt. Hünxe ist seitdem eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel.

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1991 gab es in Hünxe einen Brandanschlag auf das dortige Asylbewerberheim. Drei Jugendliche warfen nach einer Party Brandsätze in die Wohnung einer libanesischen Familie, bei der besonders die seinerzeit achtjährige Zeinab (eines der Kinder) schwer getroffen wurde. Sie musste noch lange in einer Spezialklinik in Hamburg behandelt werden. Die Täter wurden vom Landgericht Duisburg zu Freiheitsstrafen verurteilt. Einer der Täter nahm sich nach der Tat das Leben.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 63,2 % (-1,1 Pp.)
 %
40
30
20
10
0
36,4 %
30,4 %
12,2 %
10,5 %
8,0 %
2,5 %

Seit dem 1. April 1998 ist Hermann Hansen (parteilos) hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hünxe.

Die 32 Sitze im Gemeinderat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien, Wählergemeinschaften und Einzelbewerber:

Partei
Sitze
Christlich Demokratische Union
11
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
10
Bündnis 90/Die Grünen
4
Freie Demokratische Partei
3
Unabhängige Wählergemeinschaft Hünxe
3
Schüring (parteilos)
1

[Bearbeiten]

Der Gemeinde Hünxe ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 9. Juni 1976 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels, eines Banners und einer Flagge verliehen worden.[3] Die Gemeinde benutzt außerdem ein Logo.

Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Blau ein liegender links gerichteter goldener (gelber) Pfeil, überhöht von einem achtstrahligen goldenen (gelben) Stern; unten in Rot ein halbes silbernes (weißes) Schildchen an der Teilungslinie, überlegt mit einer halben goldenen (gelben) Lilienhaspel.“

In seiner oberen Hälfte vereinigt der Schild des Wappens die Attribute der Heiligenfiguren der spätmittelalterlichen Schöffensiegel der Gemeinden Hünxe und Drevenack. Das Hünxer Schöffensiegel von 1456 zeigt im Schild die sitzende Figur des heiligen Suitbertus im Bischofsgewande, in der Linken einen Bischofsstab, in der Rechten einen Stern mit acht Strahlen haltend. Das Schöffensiegel von Drevenack zeigt im geteilten Schild oben das Brustbild des St. Sebastianus mit Pfeil und Bogen. Statt der Figuren der Heiligen sind ihre Attribute im Wappen aufgenommen worden. Der achtstrahlige Stern symbolisiert den Heiligen Suitbertus und der Pfeil den Heiligen Sebastianus. Die beiden Heiligen sind die Patrone der Pfarrkirchen Hünxe und Drevenack. Die untere Hälfte des Schildes enthält das halbe altklevische Wappen und ist auch dem bisherigen Amtswappen des Amtes Gahlen und dem bisherigen Wappen der Gemeinde Drevenack nachgebildet.[4]

Banner: Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 4 : 1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Gemeinde im ersten Drittel auf der gelben Bahn.

Hissflagge: Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 4 : 1 längsgestreift (gemeint ist quergestreift) mit dem zur Stange hin verschobenen Wappenschild der Gemeinde auf der gelben Bahn.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Hünxe ist im Schienenpersonennahverkehr aus dem nördlichen Gemeindegebiet an den Bahnhof Wesel und aus dem südöstlichen Gemeindegebiet an den Bahnhof Dinslaken angebunden. Beide Bahnhöfe sind im Straßenpersonennahverkehr mit der Schnellbuslinie SB 3 von Wesel über Hünxe nach Dinslaken und der Bahnhof Wesel zusätzlich mit der Schnellbuslinie SB 21 von Wesel über Hünxe nach Dorsten zu erreichen. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Hünxe ist durch die A 3 (E 35) und die B 58 an das Fernstraßennetz angebunden. An der A 3 gibt es die Autobahnraststätte Hünxe.

Ebenfalls innerhalb des Gemeindegebiets liegt der Verkehrslandeplatz Schwarze Heide.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 2003 gibt es das Rock and Bike Festival in Hünxe. Veranstaltet wird dies von "Freeway" Verein zur Kulturförderung Niederrhein e.V.. Neben einem großen Bikertreff und der Händlermeile findet auf einer Bühne ein zweitägiges Musik-Programm statt. Ein Bandcontest für Nachwuchsmusiker ist ebenfalls mit von der Partie.

Von 2007 bis 2011 fand auf den umliegenden Wiesen des Flugplatzes Schwarze Heide ein Death-Metal-Festival mit dem Namen Death Feast Open Air statt. Der Veranstalter war die Blast Corpse Promotion. Es traten berühmte Bands der Death-Metal- und Grindcore-Szene, wie Krisiun, Napalm Death und Aborted, auf. Das Festival war mit rund 1000 Besuchern eher mäßig besucht (5000 hätten Platz gehabt), 2008 stieg der Besucheranstrom allerdings stark an, sogar ein zweiter Zeltplatz musste eröffnet werden. Auch 2009 fand das DFOA wieder in Hünxe statt. Im Jahr 2010 konnte man beim DFOA 2000 Besucher begrüßen.

Seit 2008 gibt es jährlich zu Pfingsten ein Punk-Rock-Festival mit dem Namen Ruhrpott Rodeo auf den umliegenden Wiesen des Flugplatzes Schwarze Heide. Dort treten jedes Jahr Punk-Rock-Bands aus dem In- und Ausland auf. Unter anderem spielten bislang dort WIZO, SLIME und Die Kassierer. Das Ruhrpott-Rodeo hatte 2010 einen sprunghaften Besucheranstieg, so kamen in diesem Jahr 7500 Besucher.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Hünxe geboren[Bearbeiten]

mit Hünxe verbunden[Bearbeiten]

  • Erich Bockemühl (1885–1968), Lehrer und Organist in Drevenack
  • Alfred Grimm (* 1943), Objektkünstler, Maler und Zeichner aus Bruckhausen
  • Johann Heinrich Christian Nonne (1785–1853), Dichter, Theologe und 1808–1815 Pfarrer in Drevenack
  • August Oppenberg (1896–1971), Maler, lebte während des Zweiten Weltkriegs in Drevenack
  • Hulda Pankok (1895–1985), Journalistin und Verlegerin, mit Otto Pankok verheiratet
  • Otto Pankok (1893–1966), Maler, Graphiker und Bildhauer (Pankok-Museum in Drevenack)
  • Jessica Kürten (* 1969 in Cullybackey, Nordirland), Springreiterin mit internationalen Erfolgen
  • Esther Stahl (* 1980), Volleyballnationalspielerin, Volleyball-Bundesligaspielerin bei Alemannia Aachen
  • Linda Dallmann (* 1994), Spielerin beim Fußball-Bundesligisten SC Essen-Schönebeck, mehrmalige Jugendnationalspielerin

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 292.
  3. Hauptsatzung (PDF; 32 kB) der Gemeinde Hünxe, §2, Absatz 1
  4. Neubürgerbroschüre der Gemeinde Hünxe, S. 7
  5. [1] (PDF; 32 kB) Hauptsatzung der Gemeinde Hünxe, §2, Absatz 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hünxe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien