H. Richard Crane

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Horace Richard Crane (* 4. November 1907 in Turlock, Kalifornien; † 19. April 2007) war ein US-amerikanischer Experimentalphysiker.

Crane studierte am Caltech (Bachelor 1930), wo er 1934 promovierte. Danach war er ab 1935 Instructor an der University of Michigan, ab 1938 Assistant Professor und ab 1946 Professor. 1965 bis 1972 stand er dort der Fakultät vor und 1978 wurde er emeritiert.

Im Zweiten Weltkrieg war er zunächst am Radiation Laboratory des Massachusetts Institute of Technology und danach beim Proximity Fuse Project der Entwicklung von Zündern für Raketen an der Carnegie Institution.

Bekannt wurde Crane für die Messung des anomalen magnetischen Moments (g-2 Faktor) des freien Elektrons[1] Anfang der 1950er Jahre über die Präzession des Spins in einem Magnetfeld, ein Präzisionstest der Quantenelektrodynamik.[2]

Anfang der 1950er Jahre entwickelte er mit anderen das Racetrack-Synchrotron, das Vorbild für viele künftige Beschleuniger wurde (der Name rührt von der Form her, zwei Halbkreise durch zwei Geraden verbunden).

Später beschäftigte er sich mit Biophysik (theoretische Analyse der Doppelhelix-Struktur in Biomolekülen) und mit Radiokohlenstoffdatierung.

1967 erhielt er den Davisson-Germer-Preis in Atomphysik und 1986 die National Medal of Science. Er war Mitglied der National Academy of Sciences. 1965 war er Präsident der American Association of Physics Teachers, für deren Zeitschrift The Physics Teacher er Kolumnist war. Daraus entstand ein Buch sowie Ausstellungsexperimente im Hands on Museum in Ann Arbor. 1971 bis 1975 war er Chairman des Board of Governors des American Institute of Physics.

Literatur[Bearbeiten]

  • How it happened that we measured g-2. A tale of serendipity. In: Physics in Perspective. Band 2, 2000, S. 135
  • How things work. American Association of Physics Teachers 1992
  • Explore and Discover. Ausstellungsführer, Ann Arbor Hands on Museum

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Messungen an gebundenen Elektronen fanden schon vorher statt, zum Beispiel durch Polykarp Kusch, Foley. Diese Messungen waren aber mit größeren Unsicherheiten behaftet.
  2. Louisell, Pidd, Crane: An experimental measurement of the gyromagnetic ratio of the free electron. In: Physical Review. Band 94, 1954, S. 7–16, Abstract. Verbessert in Crane, Schupp, Pidd: Measurement of the g factor of free high energy electrons. In: Physical Review. Band 121, 1961, S. 1–17